Archiv für die Kategorie „Vorbereitungen Südamerikareise“

Willkommen 2012!

Sonntag, 1. Januar 2012

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gutes Jahr. Der eine mag sich besonders Gesundheit wünschen, die andere finanzielle Sicherheit und Dritte Glück in der Liebe oder Frieden in der Familie – das hängt wohl von den individuellen derzeitigen Problemen und der allgemeinen Lebenseinstellung ab. Gar Selbstlose äussern als Wunsch zum Jahreswechsel Frieden, keine Naturkatastrophen oder weniger Umweltzerstörung. Mögen Eure Wünsche in Erfüllung gehen!

Für mich wird das neue Jahr wieder eine grosse Herausforderung bringen: ich plane meine Reise durch Südamerika fortzusetzen. Ich freue mich auf neue Begegnungen mit interessanten, lieben, skurrilen oder einfach mit anderen Menschen. Auf einzigartige Landschaften, andere Kulturen oder einfach auf das Reisen. Doch zuvor werde ich auch hier mit möglichst offenen Augen durch die Tage gehen und freue mich auch hier auf neue Begegnungen.

Tatezi

Selbstverständlich wird mich Tatezi auch auf meiner nächsten Reise begleiten.

Es ist Zeit für Änderungen

Sonntag, 16. Januar 2011

Am 4. Januar hat der Hundeblog still und heimlich seinen zweiten Geburtstag gehabt – ich habe ihn ganz vergessen. Ihr habt mich darin durch meinen Alltag mit Tatezi begleitet, Sturm und Drang ihrer Adoleszenz miterlebt, Euch vielleicht mit mir beim Betrachten der Bilder gefreut oder mit meiner Hündin Mitleid gehabt, etwa wenn sie Rückenprobleme hatte.

Tatezi

Hoffentlich zum letzten Mal im Schnee für lange Zeit

Heute ist Tatezi eine erwachsene, wunderbare, verschmuste aber nicht immer ganz einfache Hündin – ich erinnere an unsere Begegnungen mit Pferden – und es ist Zeit, hier im Hundeblog einen neuen Schwerpunkt zu setzen. In Zukunft werde ich von unseren Abenteuern in Südamerika berichten. Natürlich wird Tatezi auch weiterhin immer wieder erwähnt werden, schliesslich ist sie meine Reisepartnerin, aber sie wird nicht mehr im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen. Doch Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden, nicht wahr? Und darum werde ich Euch im ersten Blog aus Sao Paulo mitteilen, wie sie den Flug überstanden hat.

Eine zweite Änderung betrifft das Erscheinungsdatum des Blog: bis jetzt habe ich Euch immer am Sonntag berichtet, was bei uns so unter der Woche geschehen ist. In Zukunft wird es davon abhängen, wo und wann ich ins Internet komme, wann ich den Blog online schalten kann.
¡Hasta la próxima!

Alles hat Platz

Sonntag, 9. Januar 2011

Was ich auf die Reise mitnehmen will, weiss ich schon lange. Nur habe ich bis heute Morgen nicht gewusst, ob das auch in meinem doch Reckt kleinen Rucksack Platz haben wird. Deshalb habe ich heute mal gepackt – und es geht alles rein! Ja, ich habe sogar noch etwas Spielraum für Sachen, die mir im letzten Moment noch in den Sinn kommen. Tatezi wird in ihrem Rucksack unser Mückennetz und ihre Reiseapotheke tragen, die um einiges umfangreicher ist als die meinige:
Advantix, für die äussere Anwendung gegen Parasiten
Betadine, verdünnt zum Desinfizieren
Milbemax, Tabletten gegen allerlei Würmer etc.
Canidryl, ein Schmerzmittel
Clavubactin, Antibiotikum
Emorex, noch ein Antibiotikum
Prednisolon, bei allergischem Schock
Respirot, sollte sie höhenkrank werden
Panalog, eine Salbe für Entzündungen des Gehörganges, des Analbeutels oder gegen bakterielle Hautinfektionen
Schuhe, zur Prophylaxe oder bei kleineren Verletzungen
Verbandswatte und elastische Binde

Rucksackinhalt

Mein Tagesrucksack, der sich auch am grossen Rucksacke befestigen lässt, wird die elektronische Ausrüstung aufnehmen: Notebook, Kamera und Zubehör, den USB-Stick mit 16 GB Speicherkapazität und extra robuster Hülle und das Handy. Für die Flugreise muss ich Platzreserve für Kleider haben, denn die Temperaturen bei der Ankunft in Sao Paulo werden um einiges höher sein als hier. Dafür wird das Necessaire im Rucksack fliegen, nicht dass wir noch wegen dem Shampoo Probleme beim Einchecken bekommen. Das Shampoo muss übrigens auch zur Körperhygiene und zum Waschen von Kleidern dienen. Und nicht fehlen darf Tatezis Fressnapf.

Rucksackinhalt

Dem grossen Rucksack werde ich meine bescheidene Garderobe anvertrauen: ein Paar lange Hosen, einen warmen Pullover, eine dicke Jacke, eine Regenjacke, drei T-Shirts, zwei Paar Socken, drei Unterhosen, einen Jupe, ein Sommerkleid, ein Badekleid, ein paar offene Schuhe und die Sonnenbrille. Auch der Seidenschlafsack, ein extra kleines Badetuch, ein Tuch für Tatezi als Schlafplatz, eine Isolierdecke, der Regenschutz für den Rucksack, Sackmesser, Letherman, Haken und Schnur müssen mit. Natürlich wird alles in wasserdichte Beutel verpackt werden.

Rucksackinhalt

Was noch fehlt sind meine Notfallapotheke, ausser der Malariaprophylaxe, meine Medikamente gegen die Polyarthritis eine Taschenlampe und ein Kompass. Auch das wird noch Platz finden, denn mein Rucksack ist ein wahres Platzwunder. Ausserdem kann man ihn auf dem Rücken tragen oder auf Rollen ziehen:

Rucksack Rucksack

Alles Gute im neuen Jahr!

Sonntag, 2. Januar 2011

Tatezi und ich wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern alles Gute zum neuen Jahr! Erfüllt Euch wenn möglich Eure Wünsche, realisiert Eure Träume. Egal, ob es grosse oder kleine Erwartungen sind, jeder erfüllte Wunsch, der bewusst gelebt wird, tut uns in der Seele gut. Warum nicht jetzt wirklich die Haare in der Farbe färben, von der man seit langem geträumt hat, sich aber irgendwie nie getraut hat dazu zu stehen? Oder wie wäre es mit einem Salsakurs? Einem Umzug oder einem neuen Job? Jeder und jede hat doch so geheime Wünsche, die anderen vielleicht ein bisschen verrückt vorkommen und die man sich deshalb nicht getraut in die Realität umzusetzen.

Für mich wird ja dieses Jahr ein seit mehr als 40 Jahren gehegter Traum in Erfüllung gehen: in 18 Tagen brechen Tatezi und ich auf unsere grosse Reise durch Südamerika auf. Wir sind fast startklar. Fast. Denn beinahe hätte ich etwas vergessen. Auf verschiedenen Internetseiten habe ich gelesen, für Tatezi brauche es für die Einreise in Brasilien nur den Heimtierausweis, auch Pass für Tiere genannt, mit dem Nachweis, dass sie alle nötigen Impfungen erhalten hat. Und sie muss einen Chip zur Identifizierung haben. Dass wir in Südamerika dann jeweilen für den Grenzübergang ein Attest vom Amtstierarzt von dem Land, das wir verlassen, haben müssen, besagend dass Tatezi gesund ist, das wusste ich wohl. Und so ist es eigentlich logisch, dass wir auch bei der ersten Einreise ein solches Papier haben müssen. Nur, da ich das nirgends gelesen habe, habe ich es total vergessen. Bis ich letzte Woche nochmals ein Mail von der Brasilianischen Botschaft gelesen habe, wo es schwarz auf weiss stand. Jetzt müssen wir also in den letzten 10 Tagen vor der Abreise noch zum Amtstierarzt. Damit Tatezi in Brasilien nicht in die Quarantäne muss!

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Ich glaube, Tatezi wird das Attest, dass sie gesund ist, ohne Probleme bekommen.

Das Abschied nehmen hat begonnen

Sonntag, 12. Dezember 2010

Noch 39 Tage geht es, bis Tatezi und ich nach Sao Paulo fliegen! Und bereits hat das Abschied nehmen begonnen. Dreimal im Jahr treffe ich mich zu einem Brunch mit drei anderen Frauen, so auch vor 10 Tagen. Wir haben viel gelacht, uns unsere Sorgen anvertraut und Gedanken ausgetauscht – kurz es war ein richtig guter Morgen. Bis kurz vor dem Aufbruch. Bis zu dem Moment, als die anderen drei ihre Agenden zückten, um sich zum nächsten Brunch zu verabreden. Der ohne mich stattfinden wird. Da kam schon ein komisches Gefühl in mir hoch, eine Mischung aus unbändiger Vorfreude auf die Reise und ein bisschen Trauer darüber, beim nächsten Frauen-Brunch nicht dabei zu sein. Und mir wurde bewusst, dass aus dem jahrelang gehegten Traum nun Wirklichkeit wird.

Ein paar Tage später kam eine liebe Freundin aus dem Bernbiet angereist, denn sie wollte mich auch noch einmal sehen, bevor wir abreisen. Die Umarmung beim Adieu Sagen fiel diesmal ein bisschen länger aus als üblich, statt der drei in die Luft gehauchten Küsschen drückten wir uns kurz richtig. Mir gingen danach komische Gedanken durch den Kopf: Warum ist das Abschied nehmen so anders, hat so den Anschein von Endgültigkeit, bevor jemand auf eine lange Reise aufbricht? Die Möglichkeit Freunde und Freundinnen nicht mehr wieder zu sehen, ist doch viel grösser bei den zu Hause bleibenden, denn die wenigsten sterben in der Ferne.

Adieu

Tatezi übt fleissig Pfötchen-geben, um sich zu verabschieden.
PS: Die gute Kamera ist immer noch ausgeliehen.

Meine Gedanken kreisen jetzt natürlich fast vor jedem Einschlafen um die Abreise. Und manchmal, ich muss es gestehen, habe ich ein bisschen Bammel. Wenn ich mir vorstelle, dass Tatezi und ich am 20. Januar in einer 11 Millionen Stadt sein werden, deren Sprache ich bis auf ein paar Höflichkeitsfloskeln nicht spreche, bricht mir doch schier der Angstschweiss aus. Es wird das erste Mal in meinem Leben sein, dass ich ganz auf mich alleine gestellt sein werde. Dass ich weder Familie noch Freunde in der Nähe haben werde. Und dann wieder male ich mir aus, wie bereichernd es sein wird, all die neuen Eindrücke aufzunehmen und zu verarbeiten zu versuchen. So vergehen die Stunden schlaflos, heute Morgen habe ich es wieder 04 Uhr schlagen gehört…


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