Archiv für die Kategorie „Unterwegs“

Ferien mit Hund

Montag, 13. Juli 2009

Ferien mit Hund müssen genau so sorgfältig geplant werden wie diejenigen mit kleinen Kindern, damit weder Menschen noch Tiere Stress haben. Das Bundesamt für Veterinärwesen (www.bvet.admin.ch) hat hilfreiche Checklisten mit nützlichen Tipps, den Einreisevorschriften in andere Länder und denjenigen für die Heimreise. Bei Reisen in ein EU-Land kann man es auch machen wie wir: wir fragten vor Tatezis erster Reise nach Frankreich unsere Tierärztin, was es alles zu beachten gelte. Dabei hatten wir wieder einmal Glück: die für den Grenzübertritt notwendige Tollwut-Schutzimpfung darf nur gemacht werden wenn der Hund gesund ist. Und ausgerechnet als wir den Termin für diese Impfung hatten, musste Tatezi ein paar Mal husten. Wir haben deshalb den Arztbesuch um eine Woche verschoben, Tatezi ist nicht erkrankt und der Impfschutz 2 Tage vor unserer Abreise aktiv geworden! Wohl deshalb empfiehlt das Bundesamt für Veterinärwesen sich mindestens zwei Monate vor der geplanten Reise um die diversen Vorschriften zu kümmern.

Wer Ferien ausserhalb der EU plant, kann sich bei der Botschaft, Veterinärbehörde oder Zollstelle des Reiseziels (und allenfalls der zu durchreisenden Länder) nach den Anforderungen für die Einreise erkundigen. Ratsam ist auch, bereits vor der Hotelbuchung nachzufragen ob Hunde erwünscht sind oder nicht. Und wer sich entschliesst, für einmal ohne Hund zu verreisen, tut gut daran, sich rechtzeitig um eine Hundepension zu kümmern. Gute Plätze sind schnell ausgebucht, vor allem während der Hochsaison. Tatezi ist noch nie über Nacht fremdbetreut worden. Da ich Ferien wieder einmal in einem exotischen Land nicht ganz ausschliesse, werde ich mich demnächst nach einer guten Hundepension erkundigen, damit wir vorher ein- oder zweimal „Probeschlafen“ können.

Für diesmal haben wir jedoch unsere Ferien wieder in der Bretagne verbracht, besondere Massnahmen waren deshalb nicht nötig. Die neue Tollwutimpfung hält drei Jahre, sie ist also noch geschützt. Unmittelbar vor der Ausreise habe ich Tatezi einfach das Zeckenschutzmittel aufgetragen, das auch Sandflöhen abhält, und gestern Abend bekam sie die Tablette zum Entwurmen, schön eingepackt in einem Stückchen Wurst. Um sie in den Ferien vor Hautirritationen durch das Meerwasser zu bewahren, haben wir ihr ein Planschbecken gekauft und mit Süsswasser gefüllt, in dem sie nach jedem Baden spielen durfte. Wobei sie ehrlich gesagt eigentlich nicht richtig badet, sich höchstens die Füsse netzt, denn sie hat zuviel Respekt vor den Wellen. Und so hoffen wir, ihr mit Spielen in diesem Planschbecken auch die Angst vor Wasser zu nehmen.

Tatezi am plantschen

Maibummel

Sonntag, 24. Mai 2009

Gut, habe ich die Schleppleine mit auf unseren Maibummel genommen. An dieser zirka 11 Meter langen Leine ist die junge Tatezi fast ein Jahr spazieren gegangen, durfte sich aber zum Spielen frei bewegen. Es war oft mühsam, vor allem bei Regen und im Winter wenn die Finger klamm waren und das Seil nass und schmutzig: blieb sie stehen um etwas zu beschnuppern, Leine aufrollen, trabte sie davon, Leine wieder los lassen. Das ging nur mit Handschuhen, denn so ein Seil, das rasend schnell durch die Hand läuft, nimmt auch Haut mit. Der Aufwand hat sich gelohnt, Tatezi bleibt heute auf unseren Spaziergängen (fast) immer in meiner Nähe. Seit gut einem halben Jahr brauchen wir die Schleppleine nicht mehr, ausser wir gehen in der Dämmerung raus oder wenn sie läufig ist. Und manchmal nehme ich sie einfach zur Sicherheit mit, wenn wir an uns unbekannten Orten unterwegs sind. So wie auf unserem Maibummel, der uns von Rüdlingen nach Ellikon dem Rhein entlang führte.

Es ist ein sehr schmaler Weg, der durch das Naturschutzgebiet „Alter Rhein“, das grösste zusammenhängende Auengebiet in der Schweiz, führt. Wir sahen Schwäne, unzählige Wasservögel die am Brüten waren, hörten andere singen und staunten ob der vielfältigen Pflanzenwelt. Biber entzogen sich unseren Blicken, doch von ihrem Dasein zeugten angenagte Baumstämme. Die Leinenpflicht für Hunde scheint mir da nur logisch zu sein. Und trotzdem ist das Nichtbeachten der Anleinpflicht für Hunde zurzeit der häufigste Verstoss gegen die Verordnung in Naturschutzgebieten. Dank Schleppleine hatte Tatezi trotzdem etwas Auslauf. Und ich war froh, sie so doch besser unter Kontrolle zu haben, denn das schöne Wetter lockte nicht nur uns auf diesen Weg. Respekt habe ich vor allem vor Familien mit Kleinkindern, die wild mit den Armen vor jeder Hundeschnauze herumfuchteln, manchmal gar noch mit einem Stück Brot in der Hand.

In Ellikon stand uns eine Premiere bevor: Tatezi sollte zum ersten Mal auf ein Schiff, und zwar erst noch auf ein kleines, eine Fähre. Mir bangte ein wenig vor dem Moment, denn sie ist manchmal ein Angsthase, will zum Beispiel nicht über Glastreppen gehen. Gabi und ihr Hund Wuschi sollten vorangehen und ich, ohne mir meine Ängste anmerken zu lassen folgen, denn Hunde spüren diese und reagieren entsprechend. Es hat funktioniert, meine brave Kleine ist ohne zu zögern auf das leicht schaukelnde Boot gestiegen! Am anderen Ufer bekamen die Hunde verdientermassen Wasser, Gabi eine Cola und ich ein Bier. Und weil es auf der Fähre so gut gegangen ist, haben sich Gabi und Tatezi noch ein bisschen in den Booten der Pontoniere vergnügt.

Im Hotel

Samstag, 24. Januar 2009

Wenn Regen und Schnee sich schneller abwechseln als wir unsere Spaziergänge machen müssen, dann packt mich das Fernweh gewaltig. Wenn ich bei jedem Blick aus dem Fenster um die in den Windböen heftig ächzende und schwankende altersschwache Weide im Garten besorgt bin, dann möchte ich nur noch abhauen. Irgendwohin wo es warm oder zumindest trocken ist. Tatezi wäre kein Hinderungsgrund, das weiss ich seit ihrer ersten Hotelübernachtung im letzten Jahr:

Tatezi im Hotel Ich war müde von der langen Fahrt zurück aus den Ferien, brauchte unbedingt eine grössere Pause, einen Spaziergang mit Tatezi, ein Nachtessen und dann nur noch ein Bett. La Cadole heisst die kleine, sympathische Auberge, die wir ein paar Kilometer neben der Autobahn in Bar-sur-Seine gefunden haben. Die Stunde bis zu deren Öffnung nutzten wir um uns unsere sechs Beine zu vertreten. Etwas bange war mir schon und ich fragte mich, ob die uns überhaupt akzeptieren würden. Wie sind die Franzosen Hunden gegenüber eingestellt? Speziell in Hotels und Restaurants? Ich nahm sie dann einfach ganz selbstverständlich mit zur Rezeption und fragte nach einem Zimmer. Glück gehabt, die Frau hinter dem Anmeldetresen kam sofort nach vorne, bückte sich und streichelte meine sich das noch so gerne gebieten lassende Hündin. Im Zimmer bekam Tatezi natürlich zuerst Wasser und etwas Futter und dann staunte ich wieder einmal: als wäre es das Selbstverständlichste der Welt ging sie auf ihre Decke, die ich neben das Bett gelegt hatte, und setzte sich gleich darauf. Braver Hund!

Die Nacht war ruhig, das Frühstück bescheiden, was mir vor weiteren 500 km Fahrt nur Recht war, und ich setzte mich noch mit einer Tasse Tee vor dem Morgenspaziergang in den Garten. Da kam der Chef des Hauses und fragte, ob wir sein Hotel einen Moment hüten könnten, denn er müsse eine Angestellte mit dem Auto holen gehen. Wir meisterten unsere Aufgabe bestens: niemand wollte einbrechen und kein Gast sein Frühstück. Zurück tätschelte der Chef nochmals Tatezi und murmelte dazu: „Brave Fiffi, brave Fiffi.“ Mir schenkte er zum Glück nur ein Lächeln… Und während ich unser Gepäck zum Auto trug, erfreute ich mich der Gewissheit, dass Tatezi reisetauglich ist.


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