Archiv für die Kategorie „Gesundheit“

Langersehnte, heissbegehrte Spritze

Sonntag, 14. November 2010

Endlich habe ich sie bekommen, die langersehnte Spritze mit der Gelbfieberimpfung. Nein, ich bin keine Masochistin, die nichts lieber hat als sich pieksen zu lassen. Im Gegenteil, ich habe die Schnauze gestrichen voll von den Schmerzen. Um mich gegen Gelbfieber impfen zu können, musste ich während drei Monaten meine Medikamente gegen chronische Polyarthritis absetzten siehe Der Impfmarathon. Anfangs ging es gut, ja, ich hatte bereits frohlockt und geglaubt, die Krankheit überwunden zu haben. Seit fünf bis sechs Wochen jedoch sind die Schmerzen da. Allgegenwärtig. Wecken mich jede Nacht mehrmals aus dem Schlaf auf. Rauben mir so nicht nur meine Ruhe sondern langsam aber sicher auch den Verstand. Denn es lässt sich kaum ein vernünftiger Gedanke fassen, wenn der Schmerz sich ständig in den Vordergrund drängt.

Früher hat man mir immer wieder gesagt, ich hätte einen harten Kopf. Wenn ich mir etwas vorgenommen hätte, dann setzte ich auch alles daran, das in die Tat umzusetzen. Das wird wohl stimmen. Warum sonst würde ich diese Tortur freiwillig ertragen? Ich habe mir nun einmal vorgenommen, in Südamerika die Tropenwälder nicht links liegen zu lassen. Und das geht halt nur mit einer Gelbfieberimpfung. Im Moment erscheint mir allerdings meine geplante Reise so unvorstellbar wie barfuss und ohne Kletterausbildung den Mount Everest besteigen zu wollen.

Noch 8 Tage muss ich warten bis ich meine Medikamente wieder nehmen darf. Bis sie dann ihre volle Wirkung auf mein Immunsystem entwickeln werden, sollte die Impfung angegangen sein. Ich freue mich jetzt schon, bald auch wieder so entspannt wie Tatezi schlafen zu können:

entspannt schlafen

Schon wieder Durchfall

Sonntag, 17. Oktober 2010

Tatezi hat seit ihrer Jugendzeit alle paar Wochen mal Durchfall. Ich habe dem keine Beachtung geschenkt, mir einfach gedacht, sie habe halt einen nervösen Verdauungstrakt. Gibt es ja schliesslich auch bei Menschen, oder? Und sie ist insgesamt ein zappeliges, eher nervöses Tier. Mit einem bis zwei Tagen Reisdiät und danach langsamem Umsteigen auf ihr gewohntes Futter normalisiert sich ihre Verdauung immer. Und selbstverständlich wird sie von Zeit zu Zeit entwurmt.

Tatezi bekommt Reis und etwas Hundefutter

Was mir jetzt aber gar nicht gefällt, ist, dass sie zunehmend Kot frisst. Das hat im vorletzten Winter mit gefrorenen Pferdeäpfeln begonnen. Auf das Kommando „Aus“ hat sie die für sie offenbar leckere Eiscreme wieder ausgespuckt und ich machte mir deshalb keine Sorgen. Seit diesem Frühling jedoch frisst sie zunehmend auch anderen Kot. Und hat vermehrt Durchfall. Dazwischen frisst sie so viel Gras, dass ich manchmal das Gefühl habe, einen Wiederkäuer spazieren zu führen.

Eine Internetrecherche zum Thema „Kotfressen“ hat mich nicht wirklich schlau gemacht. Das komme vor allem bei Hunden vor, die in einem kleinen Zwinger gehalten würden, war da etwa oft zu lesen. Tatezi ist doch kein Zwingerhund! Und sie bekommt sicher genug Auslauf. Auch der Hinwies, dass Mangelerscheinungen zu dieser ungeliebten Angewohnheit führen, kann ich mir bei ihr nicht vorstellen. Wir kaufen ihr Futter bei der Tierärztin oder beim Physiotherapeuten. Und das ist eher ein teures Produkt, zusammengestellt nach den Regeln, die für das Barfen gelten (siehe Mit dem Mixer nach Südamerika).

Heute Morgen bin ich dann doch noch auf einen Hinweis gestossen, dem ich nachgehen will: Beim Barfen wird kein Getreide verwendet, da das in der natürlichen Ernährung der Wölfe nicht vorkommt. Verschiedentlich haben Hunde, die barfgetreu ernährt werden, mit dem Kotfressen aufgehört, nachdem sie kleine Portionen Getreide dazu bekommen haben.

Wie habt Ihr Euren Hunden das Kotfressen abgewöhnt?

Die Willkür der Versicherungen

Sonntag, 26. September 2010

„Wir beziehen uns auf Ihre Bestellung einer Vacanza Reise- und Ferienversicherung für 12 Monate… Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir auf Grund der Risikoprüfung die von Ihnen beantragte Versicherungsdeckung ablehnen müssen.“ Das war die Antwort, die ich von meiner Krankenkasse Visana auf die Anfrage für eine Langzeitreiseversicherung bekommen habe. Es war wie ein Schlag unter die Gürtellinie, nahm mir den Atem und lähmte mich vorerst. Sollte mein Traum nun wie eine bunte Seifenblase platzen? All die Vorfreude und Planung vergebens gewesen sein? Denn ohne Kranken- und Unfallversicherung im Ausland unterwegs zu sein, das will ich denn doch nicht wagen.

Mir war sofort klar, warum ich für die Krankenkasse offenbar ein zu grosses Risiko darstellte. Weil ich im Antragsformular wahrheitsgetreu angegeben habe, dass ich chronische Polyarthritis habe. Das Wort „chronisch“ lässt bei Versicherungen offenbar alle Warnlampen aufblitzen und führt zu einer Absage, ohne genauer nachzufragen wie denn die aktuelle Situation sei. Dank Medikamenten sind meine Schmerzen meist gut unter Kontrolle und die täglichen Spaziergänge mit Tatezi tragen viel dazu bei, dass ich auch wieder gut zu Fuss bin (Meine Therapiehündin). Aber ich ermüde schnell und kann mich nicht mehr länger als 1 ½ bis zwei Stunden konzentrieren. Soll ich deswegen nur noch zu Hause meine Zeit absitzen?

Wie schon so oft, hat mir ein ausführlicher Spaziergang mit Tatezi geholfen meine Gedanken zu ordnen und einen „Schlachtplan“ zu entwerfen. Wieder zu Hause habe ich bei der Versicherung angerufen, wurde x-Mal weiterverbunden und habe jedes Mal meine Situation erklärt. Habe darauf hingewiesen, dass der behandelnde Rheumatologe Prof. André Aeschlimann nichts gegen die Reise einzuwenden habe und sie gebeten, sich bei ihm zu erkundigen. Und ihm liess ich ausrichten, doch Bitte der Versicherung zu sagen, dass ich kein Risikofall sei.

Foto aus unserem letzten Urlaub

Ein paar Tage später habe ich erneut Post von der Versicherung bekommen: „Nach erneutem Prüfen Ihres Antrages für die Vacanza Langfristversicherung können wir Ihnen mitteilen, dass Sie sich für die gewünschte Zeitdauer von 12 Monaten gemäss unseren Allgemeinen Vertragsbedingen versichern können.“ Mein Freudeschrei war weitherum zu hören. Doch meine Freude wurde getrübt durch den Gedanken, was mit Menschen geschehe, die sich nicht wehren können. Und ich fragte mich: „warum nur muss man sich immer und immer wieder zur Wehr setzen?“

Selbstverständlich hat auch Tatezi eine Versicherung, die für die Kosten von Unfall und Krankheit im Ausland aufkommen würde.

Erste-Hilfe-Kurs für Tierhalter

Sonntag, 19. September 2010

Wissen Sie, wo man bei einem Hund den Puls misst und wie hoch die Frequenz ist? Oder wie oft eine Katze pro Minute ein- und ausatmet? Ich habe es auch nicht gewusst, dabei sind das, wie beim Menschen auch, wichtige Anzeichen, die bei einem Notfall darüber Auskunft geben können, wie ernst die Situation ist. Deshalb war ich auch sehr froh, hat unsere Tierärztin Gaby Scholl einen Kurs in Erste-Hilfe angeboten und habe den gestern besucht.
Was bei meinen Kindern selbstverständlich war, habe ich bei meinen Tieren nie getan, bevor ich bei einem Notfall in der Tierarztpraxis angerufen habe. Ja, ich hatte bis gestern nicht einmal eine Ahnung davon, wie hoch die Puls- und Atemfrequenz und die Körpertemperatur bei ihnen im Normalfall ist. Katzen haben einen Puls von 80 – 180, Hunde von 70 – 120. Gemessen wird er in der Leiste, an der Innenseite des Oberschenkels (Femoralispuls).
Das variiert natürlich von Rasse zu Rasse und ist ebenso vom Trainingszustand und Alter des Tieres abhängig. Auch die Atemfrequenz kann ganz unterschiedlich sein: bei Katzen liegt sie bei 20 – 40 und bei Hunden bei 20 – 50. Um bei einem Notfall zu wissen, wie stark diese Werte vom Normalfall variieren, werde ich heute noch alle meine Tiere einmal darauf hin untersuchen. Fieber messen werde ich ihnen aber jetzt nicht extra; es genügt, dass ich weiss, Hunde haben eine Körpertemperatur von 37,5 bis 39 Grad und bei Katzen liegt sie zwischen 38 und 39,5 Grad.

Puls messen bei Hunden
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Lahmheiten, 1.Hilfe-Kurs 5 Blutungen, Bissverletzungen, Anfälle, Durchfall und Erbrechen gehörten ebenso in den theoretischen Teil wie natürlich auch die immer gefürchtete Magenumdrehung. Von letzterer hört man immer wieder und alle kennen zumindest jemand, der einen Hund daran verloren hat. Gross ist die Unsicherheit, ob man denn erkennen könne, wenn sich beim eigenen Hund der Magen gedreht hätte. Man kann, das weiss ich jetzt auch. Ein betroffener Hund versucht immer wieder erfolglos zu erbrechen und unter Umständen ist eine Blähung des Bauches sichtbar. Dann heisst es, nichts wie ab zum Tierarzt!
Gaby Scholls Hunde sind wirklich geduldige Tiere, das haben sie gestern wieder bewiesen. Denn wie man einen Kopf- oder Pfotenverband korrekt anlegt, das kann man einfach in der Theorie nicht begreifen. Also haben alle Kursteilnehmerinnen an den beiden Labradorhunden üben dürfen. Sie haben nicht einmal reklamiert, als wir ihnen eine Maulschlinge angelegt haben. Die empfiehlt sich bei schwerverletzten Tieren immer, auch bei den eigenen, denn vor lauter Angst und Schmerzen könnten sie auch den Halter beissen. Unterwegs wird wohl kaum jemand den ganzen Verbandskasten bei sich haben. Sowohl für Maulschlinge als auch Verband genügen fürs Erste T-Shirt, Taschentuch oder was auch immer zur Hand ist.

Maulschlinge anlegen

So ein Erste-Hilfe-Kurs hilft auch Geld sparen, wenn man nach einer Verletzung den Verbandswechsel selber machen kann und nicht immer zur Tierärztin fahren muss. Und ich bin froh, diesen Kurs vor meiner Reise absolviert zu haben. Zum einen bin ich einfach sicherer und zum anderen könnte ich ihr zumindest einen Verband anlegen. Was wir hoffentlich nicht brauchen werden.

1.Hilfe-Kurs 3 1.Hilfe-Kurs 4

Der Impfmarathon

Sonntag, 12. September 2010

Was man nicht alles in Kauf nimmt, um sich einen Wunsch zu erfüllen, einen Traum zu realisieren! Hepatitis B, Tetanus, Tollwut, Typhus und Gelbfieber stehen noch auf meinem Impfplan. Was früher einfach so nebenbei gemacht wurde, bedingt heute schon beinahe eine generalstabsmässige Planung, denn mein Immunsystem wird seit drei Jahren mit Medikamenten (Methotrexat, Arava und Cortison) unterdrückt, um das Fortschreiten der chronischen Polyarthritis zu stoppen. Die Gelbfieberimpfung, die mit lebenden, abgeschwächten Viren gemacht wird, ist aber bei einem unterdrückten Immunsystem nicht machbar, zu gross wäre das Risiko zu erkranken. Ich hätte ein Impfbefreiungszeugnis bekommen, das heisst, ich hätte in Südamerika keine Probleme bei einem Grenzübertritt gehabt. Aber dann hätte ich auch nicht in die gefährdeten Regionen reisen können ohne mich einem grossen Risiko zu erkranken auszusetzen. Wenn ich schon das Abenteuer Südamerika wage, dann will ich mich wenn möglich auch in Tropenwäldern bewegen können.

Also doch Gelbfieberimpfung. Nur, das bedingt, dass ich zuvor während drei Monaten meine Medikamente absetze. Drei Monate! Um die Schmerzen möglichst nicht aufkommen zu lassen, habe ich sofort mit Akupunktur begonnen – bis jetzt hilft sie. Und immerhin habe ich schon die Hälfte der Wartezeit hinter mir. Diese Zeit nutze ich, um mir die anderen Impfungen machen zu lassen. Nicht kombiniert, sondern eine nach der anderen, um mein Immunsystem nicht zu überfordern. Trotzdem habe ich nach der ersten Hepatitis B-Impfung 39 Grad Fieber bekommen und mir eine heftige Sommergrippe eingefangen. Jetzt ist sie überwunden und der Impffahrplan kann hoffentlich eingehalten werden.

Auch Tatezi muss sich einiges gefallen lassen. Neben den üblichen Impfungen braucht sie die Tollwutimpfung. Um sicher zu sein, dass der Impfstoff wirkt, musste sie sich vier Wochen nach der Impfung Blut entnehmen lassen, das auf Antikörper getestet wurde. Glück gehabt, die Impfung ist angegangen. Nun wird das vom Bundesamt für Veterinärwesen in ihrem Heimtierausweis eingetragen, denn andernfalls müsste sie bei der Heimkehr in die Schweiz vier Wochen in die Quarantäne.

Blutentnahme
Meine tapfere Hündin lässt sich geduldig Blut entnehmen.

Im Dezember steht dann noch die Impfung gegen Piroplasmose an, einer durch Zecken übertragenen Krankheit, die zur Zerstörung der roten Blutkörperchen führt und innert 24 bis 48 Stunden zum Tod führen kann. Und gegen den Herzwurm nehmen wir Tabletten mit.


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