Archiv für die Kategorie „Gesundheit“

Angriff der Bodenwespen

Sonntag, 14. August 2011

Gasteintrag von Gabi – meiner Tochter.

Es war ein schöner Tag. Die Sonne schien und ich freute mich auf unseren Spaziergang. Immerhin war nun endlich auch Tatezi wieder mit dabei. Etwas mehr als 6 Monate war sie weg gewesen – sie hatte mir gefehlt. Ich schnappte mir meine neue Kamera und brach mit meinem Hund Wuschi und Tatezi zu einem Spaziergang auf.

Ganz klar, ich machte auch einige Fotos! Wow, was für ein Objektiv. Früher hätte ich zwei verschiedene Objektive gebraucht und hätte trotzdem nicht ein so starkes Zoom gehabt. Das neue Tamron 18-270mm ist einfach Klasse und so tat ich, was ich immer gerne tue: ich fotografierte die Hunde und die Landschaft. Ich positionierte meine neue Kamera auf einem am Boden liegenden Baumstamm und richtete das Objektiv auf eine Stelle im Wald, die perfekt schien. Ein Baum zur Rechten und ein Baumstrunk zur Linken, der Boden mit weichem Moos überdeckt und – jetzt kommts: zwischen den Bäumen fiel ein Lichtstrahl genau auf dieses Moosfleckchen.

Ich stellte den Selbstauslöser der Kamera ein und den Blitz wegen dem Gegenlicht. Die Sonne würde uns einen goldenen Schimmer verleihen. Nun, meine Testfotos machte ich für mich alleine, ich drückte den Auslöser, spurtete zum Moos, wich einem Loch im Boden aus (da hatte wohl ein Hund nach etwas gebuddelt!), kniete mich hin und „klick“ „klick“ klick“, die Fotos waren gemacht. Sie sahen gut aus, doch mit den Hunden wären sie perfekt. Ich holte die Beiden, löste den Selbstauslöser erneut aus und sauste mit Tatezi und Wuschi zurück zum Moos. Ich kniete mich hin, „klick“, platzierte die Hunde, „klick“, als Wuschi plötzlich aufheulte. Dann fiepte Tatezi auf und schnappte in die Luft, „klick“, und da endlich klickte es bei mir – Wespen!!! Ich rief nach den in die Luft schnappenden und sich im Fell kratzenden Hunden und machte mich, mit in letzter Sekunde gepackter Kamera, auf die Flucht.

Wespennest

Ein Blick zurück verriet mir, dass die Wespen aus diesem Loch kamen! Sowas hatte ich noch nie gesehen, Wespennester hängen doch sonst von Bäumen?! Autsch! Was zum Teufel war das? Unter meinem Trägershirt und an meinen Shorts hingen Wespen. Im Spurt klatschte ich die Eine von meinem Allerwertesten und schnippte die andere von meinen Rippen. Einige Hundert Meter weiter untersuchte ich die Hunde. In Tatezis Unterwolle waren einige Wespen verkeilt. Ich fuhr mit meinen Händen vorsichtig über ihr Fell um Unregelmässigkeiten zu finden, kratze die im Haar hängen gebliebenen Wespen raus und beruhige sie. Bei Wuschi entfernte ich zwei Wespen aus der Unterwolle, sowie einen Stachel inklusive Giftblase (kannte ich sonst nur von Bienen) aus dem Mundbereich und noch einen vom Augenlied.

Wespennest

Wir haben uns wieder erholt, keiner hatte eine Wespenallergie und die Stiche jucken schon fast nicht mehr.

Ps. Das Foto vom Wespennest habe ich drei Tage später gemacht und die Hunde weit weg angeleint warten lassen! Hauptsache sie sind sicher. ;)

Krank in Bolivien

Montag, 11. Juli 2011

Bolivien ist das ärmste Land Südamerikas. Ein Grossteil der Landbevölkerung hat keine Krankenkasse. Deshalb muss in der medizinischen Versorgung alles möglichst einfach sein, was aber nicht bedeutet, dass sie deswegen schlechter oder weniger effizient ist als in der Schweiz. Das habe ich selber erfahren.

Begonnen hat alles mit einem grippalen Infekt. Da die Übelkeit danach nicht weg ging, habe ich mich entschlossen einen Arzt aufzusuchen. Eva, die Hotelmanagerin und gute Seele des Hotels Kolping, konnte mir mit einer Adresse helfen: ihr ehemaliger Trauzeuge ist Gastroenterologe. So bin ich noch am selben Abend um 19.30 Uhr zu Javier Arduz gefahren und habe doch ein bisschen gestaunt, dass ich als erstes 100 Bolivianos (zirka 15 Franken) der unter einer Treppe sitzenden Sekretärin bezahlen musste. Ich habe später erfahren, dass eine Vorauszahlung üblich ist, wohl eben weil viele Leute keine Krankenkasse haben. Wer nicht bezahlen kann, wird nicht behandelt. Die 100 Bolivianos waren für die erste Untersuchung, für die späteren Konsultationen musste ich nichts mehr bezahlen!

Javier Arduz hat mich befragt, kurz untersucht und wie sich am nächsten Morgen weisen sollte gleich die richtige Diagnose gestellt: Gastritis. Keine 12 Stunden später wurde eine Endoskopie gemacht, die bestätigte, dass ich eine akute, blutende und chronische Gastritis habe. Benommen vom Beruhigungsmittel bin ich danach wie total betrunken zum Taxi gewankt und habe die Biopsieprobe zum Pathologen gebracht. Auch das ist hier üblich und kostensparend, dass die Patienten ihre Gewebeproben selber ins Labor bringen und danach die Resultate dort abholen.

Ausserdem ist mein Blutdruck viel zu hoch. Ich hatte gehofft, Dank Antibiotika, Schonkost und blutdrucksenkenden Medikamenten bald wieder auf dem Damm zu sein. Aber mein Appetit kam nicht zurück, ich wurde von Tag zu Tag schwächer und musste schliesslich sogar Tatezi zu Monika, einer seit ein paar Jahren hier lebenden Schweizerin die mir zur Freundin geworden ist, bringen, da ich nicht mehr mit ihr spazieren gehen konnte. Bei Monika kann sie in einem riesigen Garten herumrennen und sich wieder einmal so richtig austoben.

Tatezi bei Monika

Hier im Hotel sind alle wahnsinnig nett und hilfsbereit, bringen mir Tee, Suppe und Früchte aufs Zimmer und fragen mich auf was ich zum Essen Lust hätte. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es mir ergangen wäre, wenn dies in einem der sehr einfachen Hotels passiert wäre. Ob meine Reise bald vorzeitig zu Ende sein wird?

Alles Gute im neuen Jahr!

Sonntag, 2. Januar 2011

Tatezi und ich wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern alles Gute zum neuen Jahr! Erfüllt Euch wenn möglich Eure Wünsche, realisiert Eure Träume. Egal, ob es grosse oder kleine Erwartungen sind, jeder erfüllte Wunsch, der bewusst gelebt wird, tut uns in der Seele gut. Warum nicht jetzt wirklich die Haare in der Farbe färben, von der man seit langem geträumt hat, sich aber irgendwie nie getraut hat dazu zu stehen? Oder wie wäre es mit einem Salsakurs? Einem Umzug oder einem neuen Job? Jeder und jede hat doch so geheime Wünsche, die anderen vielleicht ein bisschen verrückt vorkommen und die man sich deshalb nicht getraut in die Realität umzusetzen.

Für mich wird ja dieses Jahr ein seit mehr als 40 Jahren gehegter Traum in Erfüllung gehen: in 18 Tagen brechen Tatezi und ich auf unsere grosse Reise durch Südamerika auf. Wir sind fast startklar. Fast. Denn beinahe hätte ich etwas vergessen. Auf verschiedenen Internetseiten habe ich gelesen, für Tatezi brauche es für die Einreise in Brasilien nur den Heimtierausweis, auch Pass für Tiere genannt, mit dem Nachweis, dass sie alle nötigen Impfungen erhalten hat. Und sie muss einen Chip zur Identifizierung haben. Dass wir in Südamerika dann jeweilen für den Grenzübergang ein Attest vom Amtstierarzt von dem Land, das wir verlassen, haben müssen, besagend dass Tatezi gesund ist, das wusste ich wohl. Und so ist es eigentlich logisch, dass wir auch bei der ersten Einreise ein solches Papier haben müssen. Nur, da ich das nirgends gelesen habe, habe ich es total vergessen. Bis ich letzte Woche nochmals ein Mail von der Brasilianischen Botschaft gelesen habe, wo es schwarz auf weiss stand. Jetzt müssen wir also in den letzten 10 Tagen vor der Abreise noch zum Amtstierarzt. Damit Tatezi in Brasilien nicht in die Quarantäne muss!

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Ich glaube, Tatezi wird das Attest, dass sie gesund ist, ohne Probleme bekommen.

Ein Fall für die Versicherung

Sonntag, 5. Dezember 2010

Tatezi hat, wie berichtet (Schon wieder Durchfall), von Zeit zu Zeit immer wieder Durchfall. Nun haben wir den Übeltäter eruiert: Giardien. Diese mikroskopisch kleinen Dünndarmparasiten sind tierische Einzeller, die weltweit vorkommen. Sie befallen eine Vielzahl von Säugetieren, auch den Menschen, Vögel, Amphibien und Reptilien und verursachen bei ihnen Durchfall, manchmal auch Übelkeit und Bauchschmerzen. Es gibt aber auch Menschen und Tiere, die ohne selber Symptome zu haben, Wirte dieser Parasiten sind und sie in ihrem Kot ausscheiden. Und damit sorgen sie unbewusst für eine Vermehrung und Weiterverbreitung der Giardien, denn diese sind wahre Überlebenskünstler. Immer zwei der Einzeller umgeben sich mit einer Hülle, bevor sie ihren Wirt über den Kot verlassen. So geschützt können sie in Pfützen mehrere Monate überleben, bis sie via Trinkwasser oder Nahrungsmittel ein neues Opfer gefunden haben.

Nach der Gabe von Metronidazol, einem Antibiotikum, hat sich der Kot von Tatezi wieder normalisiert. Unterstütz haben wir den Heilungsvorgang mit Protexin, einem Medikament, das im gesunden Darm vorkommende Mikroorganismen enthält und spezielle Zucker, die selektiv das Wachstum von Mikroorganismen fördern. Und Tatezi hat ein neues Kommando gelernt, das sie sehr schnell und gerne befolgt: „Komm, Tablette“. Wobei mir natürlich schon klar ist, dass es ihr dabei nicht um die Tablette geht, sondern um die Scheibe Wurst oder das Stückchen Käse, welche als Tarnung für die Tabletten dienen.

Tabletten für Tatezi
Bitte entschuldigt die schlechte Bildqualität, ich habe meine gute Kamera ausgeliehen.

Damit haben wir den ersten Fall für die Hundekrankenkasse. Denn die Untersuchung auf Giardien ist anspruchsvoll und daher teuer. Die Laboranalyse einer Kotprobe alleine kostet Fr. 236.–. Morgen geben wir die zweite Probe ab und hoffen, dass diese negativ ausfallen wird.

Schuhe für Tatezi

Sonntag, 21. November 2010

Noch etwas muss mein Hundemädchen vor der grossen Reise lernen: das Gehen in Schuhen. Schuhe, die ihre Pfoten vor Verletzungen schützen wenn wir über scharfe Steine wandern müssen oder die nach einem Schnitt verhindern, dass sich die Wunde infiziert. Denn sollte sie sich an einer Pfote verletzten, werden wir bestimmt nicht gleich um die Ecke einen Tierarzt finden, der Schuhe für sie hat. Also haben wir welche gekauft, die wir prophylaktisch mitnehmen werden. Diejenigen für die Vorderbeine haben wir schon mal anprobiert:

Schuhe für Tatezi 1
Geduldig, wie Tatezi manchmal sein kann, lässt sie sich die ihr ungewohnten Schuhe anziehen und bleibt sogar ruhig liegen.

Schuhe für Tatezi 2
Die ersten Schritte sind ein wenig wackelig.

Schuhe für Tatezi 3
Doch nach wenigen Minuten stolziert Tatezi mit ihrem Schuhwerk durch die Stube wie ein Model über den Laufsteg.

Vielleicht brauchen wir die Schuhe aber auch, wenn wir einen mit Scherben übersäten Platz überqueren müssen. Zum Beispiel an einem Busbahnhof. Selbstkritisch habe ich mich ob diesem Gedanken gefragt, ob ich eigentlich eine Glucke sei, dass ich mir dermassen Sorge um das Wohlergehen meiner Hündin mache. Meine Tochter hat mich allerdings beruhigt und mir gesagt, dass während der Streetparade sich im Einsatz befindende Polizeihunde ebenfalls Schuhe tragen würden. Denn wo viele Menschen feiern, vor allem wohl Alkohol trinken, gibt es achtlos weggeworfene Flaschen und demzufolge auch Scherben. Hier und vielleicht auch in Südamerika.


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