Archiv für die Kategorie „Gesundheit“

Tatezi, der Pechvogel

Sonntag, 20. November 2011

Wir sind schon wieder in tierärztlicher Behandlung mit Tatezi. Der Hundetrainerin fiel es zuerst auf, dass Tatezi einfach nicht richtig sitzen wollte. Und so mussten wir bereits beim 2. Besuch der Hundeschule nach der langen Abwesenheit den Platz wieder verlassen. Denn, so meinte sie, wenn Tatezi beim Üben auf dem Platz starke Schmerzen bekomme, so verbinde sie das mit der Hundeschule und werde in Zukunft kaum mehr dazu zu bewegen sein, die Übungen zu machen. Dabei hatte ich zwei Tage zuvor hier geschrieben, dass ich jetzt mit dem Training vorwärts machen und doch noch die Begleithunde-Prüfung machen wolle. Na ja, Tatezis Wohl geht über meine Pläne.

Die Hundetrainerin hat mir auch gleich einen Tierarzt empfohlen, der allerdings nicht gerade um die Ecke praktiziert: 1 ¼ Stunden dauert ein Weg zu ihm. Doch die Mühe lohnt sich, denn Dr. B. hat sofort erkannt, was mit Tatezi los ist. Die Schmerzen beim Sitzen, so seine Diagnose, seien die Folge eines stumpfen Traumas. Entweder hat sie mal einen Schlag erhalten oder hat bei einem Sprung aus grosser Höhe ungleich aufgesetzt, wodurch sich Knochen verschoben haben. Der Tierarzt ist überzeugt, das mit Chiropraktik wieder richten zu können. Ich frage mich, ob das bei der Rauferei in Arica geschehen ist, als sie von einem grösseren, starken Rüden arg bedrängt worden ist?

Spiel mit einem grösseren Rüden
Spiel mit einem grösseren Rüden

Diese Woche waren wir zum dritten Mal bei Dr. B. und er war sehr zufrieden; ich natürlich auch. Seit drei Wochen zeigt sie überhaupt keine Zeichen von Schmerzen mehr, hinkt nicht und kann auch wieder sitzen. Und sie ist wirklich eine sehr geduldige Patientin, hält schön still, wenn ihr die Akupunkturnadeln gesetzt werden, die sie bekommt, um die Muskulatur vor der Manipulation zu entspannen. Ich hätte nicht gedacht, dass das bei einem Tier so gut geht, weiss ich doch aus eigener Erfahrung, dass Akupunktur manchmal sehr weh tun kann. Vielleicht weiss sie ja, dass es ihr gut tut?

Akupunktur
Akupunktur
Akupunktur

Habe ich jetzt Glück oder Pech gehabt?

Sonntag, 2. Oktober 2011

Vor meiner grossen Reise war ich natürlich auch beim Zahnarzt, habe mir zwei Kronen auf marode Zähne setzen lassen. Und dann war ich noch keine Woche wieder zu Hause, als ich mir ein Stück eines Zahnes abgebrochen habe. Wow, da habe ich aber Glück gehabt, ist das nicht in Südamerika geschehen, war mein erster Gedanke. Der zweite war dann allerdings, dass ich vielleicht noch mehr Glück gehabt hätte, wäre es in Sucre passiert. Denn der Mann von Eva, der Hotelmanagerin in Sucre, ist Zahnarzt, ein sehr guter, wie ich gehört habe, und hätte mir bestimmt für viel weniger Geld eine Krone verpasst, denn In Bolivien ist alles viel günstiger als in der Schweiz. Und überhaupt, wie kann man von Glück sprechen, wenn einem ein grosses Stück Zahn abbricht?

Da mein Zahnarzt auf dem Mittelmeer segeln war, was ich auch gerne wieder einmal täte, konnte ich erst diesen Freitag zu ihm fahren. Zwei Stunden lag ich auf seinem Schragen, doch war ich ganz entspannt. So sehr, dass ich mir einen Moment lang überlegt habe, ob ich wohl schlafen könne. Ich glaube, der Zahnarzt hätte nicht schlecht gestaunt, wenn ich tatsächlich eingeschlafen wäre. Statt dessen habe ich mich dann zu Hause für zwei Stunden hingelegt und so das dumme Gefühl in der Backe verschlafen.

Abends haben meine Tochter, mein Sohn und ich wieder einmal Poker gespielt. Ich weiss jetzt nicht, ob es war weil ich nachmittags geschlafen habe oder ob es noch eine Nebenwirkung der Spritze war, ich habe auf jeden Fall risikoreicher gespielt als sonst und in kürzester Zeit gewonnen. Seit ewiger Zeit zum ersten Mal wieder. Wir spielen nicht um Geld, dafür muss derjenige der verloren hat, vor dem nächsten Pokerabend das Abendessen kochen. Wer Zweiter wird, ist für das Dessert verantwortlich und der Gewinner kann einfach nur geniessen. Also ich habe halt doch Glück!

Alte Katzendame

Sonntag, 25. September 2011

All alone in the moonlight
I can smile at the old days
I was beautifil then
I rember a time I knew what happiness was
Let the memory live again

An „Memory“, den wohl berühmtesten Song aus dem Musical Cats, musste ich diese Woche öfters denken. Frosty, meine 12-jährige Katzendame ist leidend. Vor zehn Tagen habe ich mir Cats angesehen, hatte Mitleid mit Grizabella, der einstigen Glamour–Katze, deren Fell ein bisschen räudig wirkte, die lahmte und herzzerreissend „Memory“ sang. Sie erinnerte sich darin an vergangene Zeiten, als sie jung und schön war und wusste, was Glück ist. Frosty singt nicht, miaut auch nicht, und war wohl nie eine richtige Glamour-Katze, dazu ist sie viel zu scheu. Für mich aber ist sie trotzdem die Schönste.

Frosty in jungen Jahren

Wie bei Grizabella sieht ihr Fell heute wie bei einer Strassenkatze aus, hat den Glanz verloren und ist über dem hinteren, linken Bein nicht mehr so dicht. Sie hat sich die Haare ausgerissen oder abgefressen. Uns so sind wir schon wieder zur Tierärztin gefahren, zum sechsten Mal seit meiner Rückkehr! Es ist nur sporadisch zu bemerken, ihr Hinken, und ich war mir deshalb nicht sicher, ob ihr wirklich etwas fehle. Eine Verletzung war nicht festzustellen und so hatte ich den Verdacht, dass Frosty wohl unter Altersbeschwerden litte. Die Tierärztin hat das dann bestätigt. Vermutlich hat sie Hüftgelenksarthrose und sich die Haare abgefressen, weil sie Schmerzen hatte.

Wir haben darauf verzichtet sie zu röntgen, denn eine Narkose stellt halt doch immer ein gewisses Risiko dar, besonders bei älteren Tieren (und Menschen). Und dass sie an einer Arthrose leidet, ist bei ihrer Vorgeschichte durchaus möglich: einmal ist sie angefahren worden und einmal hat sie vermutlich einen rheumatischen Schub gehabt. Genau liess sich damals nicht feststellen was ihr fehlte, doch hat sie sich nach der Gabe von Cortison wieder erholt. Jetzt bekommt sie ein Ergänzungsfuttermittel, das die Gelenkgesundheit unterstützen soll, und Schmerzmittel. Ich will, dass meine Katze eine möglichst gute Lebensqualität hat. Auch habe ich ihre Ernährung umgestellt auf Orijen, das getreidefreie Tierfutter, das auch Tatezi bekommt. Leider schmeckt ihr das, im Gegensatz zu Tatezi, gar nicht und jetzt bin ich in einem Gewissenskonflikt, denn wie mein Sohn richtig gesagt hat, gehört auch schmackhaftes Essen zu einer guten Lebensqualität. Vielleicht braucht sie bloss ein paar Tage um sich daran zu gewöhnen?

Ein braver Patient

Sonntag, 4. September 2011

Wir fahren wieder einmal fleissig zur Tierärztin, diese Woche dreimal. Söfi, mein Kater, ist von einer anderen Katze gebissen worden und hat eine infizierte Stelle genau über dem Ellbogen. Kein Wunder, traute er sich kaum mehr sein linkes Vorderbein zu belasten; die Schmerzen müssen gewaltig gewesen sein. So haben wir auch gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Bei der Tierärztin war er vollkommen ruhig, liess sich über der verletzen Stelle rasieren und hat nicht einmal beim Spülen der Wunde versucht sein Bein wegzuziehen.

Söfi

Wie anders war das damals, als er mir vor einigen Jahren zugelaufen ist! Er sass eines Tages auf dem Sofa im Wohnzimmer, hat gefaucht und mich böse angeblickt, sobald ich in seine Nähe kam. Ich blieb ihm wohlweislich fern, hatte mir gedacht, wenn ich Fenster und Türe offen lasse, würde er den Weg hinaus selber finden. Das war aber ein Trugschluss, denn der wilde Kater wollte einfach nicht gehen. So habe ich ihm in der Toilette ein Katzenkistchen hingestellt und etwas Futter gebracht. Mit dem durfte ich mich ihm aber höchstens bis auf etwa zwei Meter nähern, ansonsten ging die wilde Faucherei wieder los. In den nächsten Tagen wiederholte sich dieses Spiel immer wieder. Bis ich bemerkte, dass er auf dem Weg zum Katzenklo einen Tropfen Urin verloren hatte. Und der war hellrot. Mir war klar, dass das ein Fall für die Tierärztin war – wie aber sollte ich dieses fauchende Ungeheur einfangen?

Ich bekam eine Tablette zur Beruhigung, die ich ihm ins Futter mischen sollte. Nur hat die leider überhaupt keine Wirkung gezeigt. Schlussendlich haben wir ihm die 2 ½-fache der für Katzen üblichen Dosis gegeben. Viele Katzen schlafen den ganzen Tag, auch wenn sie bloss eine halbe bis normale Dosis bekommen haben. Wenigstens war er jetzt nicht mehr so schnell, hat aber immer noch versucht abzuhauen. Mit einer über ihn geworfenen Decke gelang es mir schliesslich, ihn einzufangen. Bei der Tierärztin ging die Motzerei weiter. Sie musste ihn erst narkotisieren, bis sie ihn untersuchen konnte. Dazu mussten wir ihn von der Transportbox durch schräg halten in eine spezielle Box gleiten lassen. Diese verfügt über eine mobile Wand, die sich so weit schieben lässt, bis das darin gefangene Tier eingeklemmt ist und eine Spritze bekommen kann. Wie ich es schon in Filmen bei der Behandlung von Raubtieren gesehen hatte.

Dank Antibiotikum verheilte die Blasenentzündung damals schnell. Seine wundgelaufenen Pfoten deuteten darauf hin, dass er sehr weit gelaufen sein musste, um mich zu finden. Er hatte mich ausgesucht, da konnte ich ihn doch nicht wegschicken. Nur blieb er noch lange auf dem Sofa, daher sein etwas ungewöhnlicher Name. Heute ist er ein sehr verschmuster Kater, der sich auch die unangenehmsten Prozeduren bei der Tierärztin ohne zu mucksen gefallen lässt.

Kampf mit Kalorien

Sonntag, 21. August 2011

Ich kämpfe. Jeden Tag. Mit Kalorien. Sechs Wochen ist es jetzt her, seit die Antibiotikatherapie wegen einer Infektion mit Helicobacter pylori beendet ist und seit fünf Wochen darf ich wieder normal essen, muss mich an keine Magenschondiät mehr halten. Doch ich habe noch kein Gramm des während der Krankheit verlorenen Körpergewichtes wieder zugenommen. Nach meiner Rückkehr aus Bolivien hat mir die Ärztin bestätigt, dass es grob fahrlässig gewesen wäre, die Reise fortzusetzen. Mit 48 kg Gewicht habe ich einfach keine Reserve mehr. Mir graut wirklich beim Gedanken daran, was geschehen wäre, wenn ich irgendwo in der Pampe einen Rückfall erlitten hätte oder einen ganz gewöhnlichen Magendarminfekt eingefangen hätte.

In drei Monaten muss mein in Chile gekauftes Auto aus zolltechnischen Gründen wieder in Chile sein. Ich muss also spätestens in 2 1/2 Monaten wieder reisefähig sein, mindestens fünf der verlorenen zehn Kilos zugenommen haben. Ich gebe mir alle Mühe, esse oft bis mir fast übel wird und nasche den ganzen Tag über irgendwelche kalorienhaltigen Snacks. Überall stehen Leckereien herum. Auf dem Treppenabsatz steht eine Schale mit Nüssen, auf meinem Pult liegen Schokolade und Kekse im Wohnzimmer hat es Pralinen. Auch sündhaft teure Energiedrinks habe ich mir gekauft, dabei würde ich doch am liebsten Hahnenwasser trinken. Ich gehe mit der Lesebrille einkaufen, damit ich die Angaben zu den Kalorien auf den Lebensmitteln lesen kann und wähle dann zum Beispiel ein Rahmjoghurt anstelle eines gewöhnlichen Joghurtes aus. Und trotz der Hitze der letzten Tage habe ich mir anständige Mahlzeiten gekocht, nicht bloss Salate gegessen, nach denen mir der Appetit stand. Wenn es auch nicht gerade so nobel zu geht wie im Hotel Kolping in Sucre, wo meine „Diät“ während 10 Tagen aus einem guten Stück Rindsfilet mit Champignonssauce, selbstgemachtem Kartoffelpurre und Gemüse bestand. Das würde hier in der Schweiz mein Haushaltungsbudget schon gar nicht zulassen.

Lecker Diät-Menu

Etwas verzweifelt darüber, dass sich kein Erfolg abzeichnet, bin ich letzte Woche zum Hausarzt gegangen. Nach eingehender Untersuchung, inklusive Blutkontrolle und Lungenröntgen, meinte er lakonisch: „Schlanke Menschen haben, wenn sie einmal Gewicht verlieren, ganz einfach Mühe, zuzunehmen. ‚Futtern Sie bei Muttern‘ und trinken sie Rahm!“ Danke, habe ich erwidert, aber bei Mutter will ich nicht futtern – sie ist vor 1 ½ Jahren gestorben. Aber ich frage mich schon, warum die einen unbedingt abnehmen wollen und nicht können, während andere zunehmen sollen und ebenfalls nicht können.


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