Archiv für die Kategorie „Erziehung“

Kleiner Hund auf grosser Fährte

Sonntag, 22. Januar 2012

Wuschi, der Hund meiner Tochter, durfte zum ersten Mal mit in meine Hundeschule. Er war natürlich vorher auch schon in einer Schule, aber die zwei Hunde waren noch nie gleichzeitig auf dem Übungsplatz. Tatezi hat das gar nicht gepasst, es war doch ihr Privileg, mit mir zu den beiden Trainerinnen zu gehen. Zu Beginn jeder Lektion müssen alle Hunde gemeinsam das „Frei Ablegen“ üben. Dazu sollten sie im Abstand von fünf Metern im „Platz“ während fünf Minuten ruhig liegen bleiben während wir, die Halterinnen, fünf bis zehn Meter vor ihnen stehen. Tatezi konnte das bisher Recht gut. Diesmal aber bellte sie und ist sogar zweimal aufgestanden, hat reklamiert, wie um zu sagen: „Hey, das ist meine Schule, Wuschi hat da nichts verloren!“ Zur Strafe musste sie zurück ins Auto und die Übung danach alleine machen.

Da kein Schnee liegt, haben wir die Gelegenheit genutzt um wieder einmal das „Fährten lesen“ zu üben und so kam Wuschi schon in seiner ersten Stunde dazu die für Hunde äusserst spannende Übung mitzumachen. Er war eifrig bei der Sache und hat auf den 30 Schritten die Wurstscheiben gut erschnüffelt. Auch Tatezi hat ihre Sache gut gemacht, denn Wuschi war während sie arbeitete im Auto.

faehrtelen

Wie für jede Schule müssen wir auch für die Hundeschule Aufgaben machen, diesmal sollten wir zweimal das „Fährten lesen“ üben. Bisher habe ich immer Wuschi an einem Baum angebunden, während ich mit Tatezi der ausgelegten Spur gefolgt bin. Jetzt gehen meine Tochter und ich zusammen auf den Spaziergang, denn wir dürfen nicht mit dem Hund der anderen üben. War das ein Gebell von Tatezi, während Wuschi seine Fährte las! Es braucht wohl noch viel Geduld, bis meine Hündin akzeptiert hat, dass auch Wuschi Würstchen suchen darf.

Zurück an den Start

Sonntag, 18. September 2011

Ich will es jetzt doch noch wissen. Will endlich vorwärts machen in der Hundeschule und auf die Prüfung „Begleithund“ hinarbeiten. Seit beinahe drei Jahren basteln wir an dieser Ausbildung herum, die wir immer wieder unterbrechen mussten. Mal hatte sich Tatezi verletzt und durfte deshalb drei bis vier Monate nur an der Leine gehen, was den Besuch der Hundeschule ausschloss. Mal musste sie im Mund operiert werden, was nur eine kurze Pause bedingte, aber zusammen mit unseren Aufenthalten in Frankreich sich halt doch wieder zu einer längeren Absenz auswuchs. Dann hatte ich zu starke Schmerzen um mit ihr zu trainieren und im letzten Jahr musste ich wegen den Nebenwirkungen der Gelbfieberimpfung drei Monate aussetzen. Jedes Mal mussten wir ein paar Schritte zurückgehen, bereits Gelerntes neu üben.

In diesem Jahr haben wir acht Monate ausgesetzt, denn ehrlich gesagt, in Südamerika hatten wir anderes zu tun als zu trainieren. Und jetzt müssen wir wieder ganz am Anfang beginnen. Es kommt mir vor wie beim Spiel „Eile mit Weile“, wir müssen zurück an den Start. Vor allem beim „Fährten lesen“ braucht das enorm viel Geduld, denn hier müssen wir wieder ganz geduldig die Grundkenntnisse in ihrem Kopf verankern. Als wir vor zwei Wochen zum ersten Mal wieder in der Hundeschule waren, hatte sich Tatezi sofort daran erinnert, was das rote Fähnchen auf dem Feld bedeutet. Sie wusste noch genau, wenn sie von dort aus meine Spur erschnüffelt, findet sie zuletzt einen Wurst-Jackpot. Nur ist sie leider im Eilzugtempo über die Fährte hinweg gesaust, hat die Nase kaum am Boden gehabt und hätte so keine Chance gehabt, den Winkel in der Fährte zu bemerken.

Tatezi am Start der Fährte

Eine Fährte führt zuerst 100 Schritt gerade aus und nach einem rechten Winkel nochmals 50 Schritt zum Ziel, wo der Hund vor einem Gegenstand „Platz“ machen muss. Um ihm das Lesen dieser Fährte beizubringen, legt man zuerst nach jedem Schritt ein Stück Wurst genau vor den Schuh. Mit der Zeit lässt man das eine oder andere Stück Wurst aus, verlängert langsam die Abschnitte ohne Belohnung, bis zuletzt keine Wurst mehr auf der Fährte liegt. Wir waren im letzten Jahr bei 60 Schritten ohne Wurst und hatten den rechten Winkel auch schon ganz gut beherrscht. Und jetzt müssen wir wieder ganz von vorne beginnen, nach jedem Schritt eine winzige Belohnung! Denn nur so erschnüffelt Tatezi die Fährte wirklich und arbeitet sich langsam voran. Wir üben jeden Tag, denn einmal sollten wir doch das Ziel erreichen.

Schon wieder Durchfall

Sonntag, 17. Oktober 2010

Tatezi hat seit ihrer Jugendzeit alle paar Wochen mal Durchfall. Ich habe dem keine Beachtung geschenkt, mir einfach gedacht, sie habe halt einen nervösen Verdauungstrakt. Gibt es ja schliesslich auch bei Menschen, oder? Und sie ist insgesamt ein zappeliges, eher nervöses Tier. Mit einem bis zwei Tagen Reisdiät und danach langsamem Umsteigen auf ihr gewohntes Futter normalisiert sich ihre Verdauung immer. Und selbstverständlich wird sie von Zeit zu Zeit entwurmt.

Tatezi bekommt Reis und etwas Hundefutter

Was mir jetzt aber gar nicht gefällt, ist, dass sie zunehmend Kot frisst. Das hat im vorletzten Winter mit gefrorenen Pferdeäpfeln begonnen. Auf das Kommando „Aus“ hat sie die für sie offenbar leckere Eiscreme wieder ausgespuckt und ich machte mir deshalb keine Sorgen. Seit diesem Frühling jedoch frisst sie zunehmend auch anderen Kot. Und hat vermehrt Durchfall. Dazwischen frisst sie so viel Gras, dass ich manchmal das Gefühl habe, einen Wiederkäuer spazieren zu führen.

Eine Internetrecherche zum Thema „Kotfressen“ hat mich nicht wirklich schlau gemacht. Das komme vor allem bei Hunden vor, die in einem kleinen Zwinger gehalten würden, war da etwa oft zu lesen. Tatezi ist doch kein Zwingerhund! Und sie bekommt sicher genug Auslauf. Auch der Hinwies, dass Mangelerscheinungen zu dieser ungeliebten Angewohnheit führen, kann ich mir bei ihr nicht vorstellen. Wir kaufen ihr Futter bei der Tierärztin oder beim Physiotherapeuten. Und das ist eher ein teures Produkt, zusammengestellt nach den Regeln, die für das Barfen gelten (siehe Mit dem Mixer nach Südamerika).

Heute Morgen bin ich dann doch noch auf einen Hinweis gestossen, dem ich nachgehen will: Beim Barfen wird kein Getreide verwendet, da das in der natürlichen Ernährung der Wölfe nicht vorkommt. Verschiedentlich haben Hunde, die barfgetreu ernährt werden, mit dem Kotfressen aufgehört, nachdem sie kleine Portionen Getreide dazu bekommen haben.

Wie habt Ihr Euren Hunden das Kotfressen abgewöhnt?

Therapiehundeausbildung ist keine Win-Win-Situation

Sonntag, 1. August 2010

Wenn man gewillt ist viel Zeit und Geld in eine Ausbildung zu stecken und danach ehrenamtlich arbeiten will, darf man dann nicht auch selber einen kleinen Nutzen aus diesem Engagement ziehen? Als Halterin eines Therapiehundes offenbar nicht.

Dass sich Tatezi als Therapiehund eignet, vor allem bei älteren Menschen, ist mir schon lange klar und eigentlich hat sie während unseren Besuchen bei meiner Mutter in der Pflegewohngruppe auch ohne Ausbildung bereits als das gearbeitet. Als meine Mutter gestorben ist, wollte ich deshalb die Ausbildung zur Therapiehündin mit ihr machen. Nun, für den Frühlingskurs waren wir leider zu spät, der hatte gerade in der Woche, als ich mich erkundigt habe, begonnen. Und der Herbstkurs sei auch schon ausgebucht, hiess es, aber da es immer wieder ein paar Abmeldungen gäbe, hätte ich durchaus eine Chance, dann mitzumachen.

Ich bin wohl einfach zu anständig und ehrlich. Denn ich habe den Fehler gemacht der Frau zu sagen, dass ich wirklich froh wäre im Herbst die Ausbildung zu machen, da ich 2011 nach Südamerika reisen wolle. Dass ich auf meiner Reise von Tatezis Ausbildung profitieren könnte, dieser Gedanke ist mir beim Lesen über all die Probleme, die man mit Hunden auf diesem Kontinent hat, gekommen. Hunde sind dort nicht überall willkommen, oder besser gesagt fast nirgends. Hätte sie einen offiziellen Ausweis als Therapiehund, so meine Überlegung, sollte ich sie an den einen oder anderen Ort mitnehmen können, der uns ansonsten verschlossen bleibt. Hätte ich doch bloss nichts davon gesagt! Denn jetzt bekam ich Bescheid, dass unter diesen Umständen Tatezi erst nach unserer Reise die Ausbildung machen könne. Mit der Begründung, wir hätten im ersten Jahr danach nicht mehr genügend Zeit, die mindestens 20 Einsätze zu absolvieren, die ein Therapiehund pro Jahr leisten muss um seinen Ausweis nicht zu verlieren.

Wenn es wirklich sein müsste, hätten wir diese 20 Einsätze schon hingekriegt. Aber hätte man nicht auch sagen können: „OK, Sie werden in ihrem ersten Jahr nur 10 Einsätze leisten, machen Sie dafür im nächsten 30. Oder in den beiden nächsten Jahren je 25.“ Denn ich gehe doch davon aus, dass Tatezi noch lange als Therapiehündin wird arbeiten können. Das wäre eine Win-Win-Win-Situation gewesen, bei der alte Menschen nach unserer Rückkehr von Besuchen profitiert hätten, die Schule hätte eine lernbegierige Hündin ausbilden können und wäre dafür bezahlt worden und wir hätten es auf unserer Reise um einiges leichter gehabt.

Übung

Herumstreunende Kinder

Samstag, 24. Juli 2010

Der Blog dieser Woche erschien am Freitag im Mamablog des Tagesanzeigers.

Hier der Link: Herumstreunende Kinder

Damit dieser Eintrag aber doch noch etwas Farbe bekommt, zwei Bilder:

Am Meer Lustiger Schnappschuss

bloggerei.de blog-webkatalog.de blogwebkatalog.de topblogs.de