Archiv für die Kategorie „Bretagne“

Eine einzige, grosse Baustelle

Sonntag, 9. Mai 2010

Ich habe das friedliche, kleine Fischerdörfchen bei meiner Ankunft fast nicht erkannt, die ganze Rue du Port war eine einzige Baustelle. Bagger, Lastwagen und Presslufthammer verursachten einen immensen Lärm und mir schien, das hat den Adrenalinausstoss der Autofahrer mächtig in die Höhe getrieben. Wenn sie endlich fahren konnten, drückten sie das Gaspedal so tief wie möglich und hinterliessen eine immense Staubwolke.

Dorfbaustelle

Tatezi, die leider immer noch Autos jagen möchte und zwar je grössere desto lieber, ist bei unserem ersten Spaziergang zur Bäckerei fast durchgedreht. Danach habe ich ihr und mir zuliebe die Gänge in den Dorfladen zeitlich so gelegt, dass wir bei Ebbe unterwegs waren und dem Strand entlang gehen konnten. Trotzdem musste ich irgendwie schmunzeln, als ich diese Baustelle zum ersten Mal sah. Wie im letzten Blogbeitrag geschrieben, bin ich ja jetzt hier, weil unser Haus an die Kanalisation angeschlossen werden soll. In Frankreich muss der Hauseigentümer die ganzen Arbeiten auf dem öffentlichen Grund bezahlen. Und ich fragte mich, ob die jetzt auf meine Kosten ihr ganzes Abwassersystem modernisierten? Dem ist natürlich nicht so, es ist bloss einer dieser Zufälle, dass gleichzeitig ziemlich viel gebaut wird.
Diese Woche ist der Bagger sogar bis in unseren Garten gekommen. Die Rohre mussten ja verlegt werden. Welch Wunder, Tatezi hat das ohne grosses Gebell akzeptiert, hat friedlich im Wohnzimmer geschlafen, während Monsieur Minon Erde und Steine verschob. Termingerecht sind wir an die Kanalisation angeschlossen worden und auch auf der Rue du Port gehen die Arbeiten dem Ende entgegen.

Bagger at work

Ob all der Bauerei habe ich total vergessen, dass Tatezi am 5. Mai ihren dritten Geburtstag hatte. Sie hat trotzdem einen schönen Tag gehabt, denn Monsieur Minon hat seinen Hund zur Arbeit mitgenommen und die beiden haben ausgiebig zusammen gespielt. Und auch ihr Essen war an diesem Tag speziell, haben wir uns doch zusammen etwas Lachs geteilt. Der krönende Abschluss für sie war aber bestimmt, dass sie einmal bei einem Bagger liegen durfte.

Tatezi und der Hund vom Baggerführer Tatezi liebt Bagger

Es ist gut, wie es ist

Sonntag, 2. Mai 2010

Haben Sie sich auch schon geärgert, weil Pläne geplatzt sind oder Termine abgesagt wurden und sich im Nachhinein über die gute Fügung des Schicksals gewundert? Meine Mutter hat immer gesagt: „Es ist gut, wie es ist, auch wenn wir oft erst im Nachhinein begreifen, warum etwas hat geschehen müssen.“ Anfang Februar bin ich bei widrigsten Strassenverhältnissen in die Bretagne gefahren, weil unser Häuschen endlich an die Kanalisation angeschlossen werden sollte. Am Tag nach meiner Ankunft habe ich wie abgemacht auf der Gemeindeverwaltung vorgesprochen, nur um zu erfahren, dass niemand abgeklärt hatte, wo die elektrischen Kabel verlaufen. Und da irgendwelche Ferien anstanden, hätte es einen Monat gedauert, bis man schlussendlich mit den Bauarbeiten hätte beginnen können.

Der diesjährige Februar war auch in der Bretagne kälter als üblich, nichts blühte und ausserdem war meine Hündin läufig. So beschloss ich zähneknirschend und fluchend nach zwei Tagen bereits wieder zurück zu fahren. Nochmals 1‘200 km, ab Paris ständig im Auto hörend: „Seien sie vorsichtig, die Fahrbahnen sind vereist.“ Zu Hause angekommen war ich total müde und frustriert. Ein paar Tage später ist meine Mutter schwer erkrankt und ich war froh, in ihrer Nähe zu sein, während ihren letzten Tagen an ihrer Seite sein zu dürfen.

Die Bauarbeiten haben wir auf Ende April verschoben und deswegen sind Tatezi und ich seit Dienstag wieder hier am Meer. Auch wenn der Bagger vor dem Haus meine Hündin am ersten Tag gewaltig geärgert hat, geniesst sie jetzt die lockere Zeit mit mir und die ausführlichen Spaziergänge den Klippen entlang. Und ich bin froh, diesmal im Frühling hier zu sein, wo alles blüht und die Temperatur angenehm ist.

Tatezi im Meer

Tolle Ferien

Sonntag, 19. April 2009

Gastbeitrag meiner Tochter Gabi:

Ein bis zwei Mal im Jahr fahren wir in unser Haus in der Bretagne. Dies taten wir auch schon als wir noch keine Hunde hatten. Damals waren es mein Bruder und ich, die sich in Abenteurer verwandelten: stundenlang kletterten wir auf den Felsen vor dem Haus herum, suchten Muscheln und kleine Skelette von Fischen oder Krabben und erforschten die kleinen Tümpel auf Lebewesen und Tiere. Dazu zogen wir unsere extra tollen Regenstiefel an, um in diese Wasserlöcher steigen und auch wirklich jedes Detail erforschen zu können. Nur waren die manchmal etwas tief und so hatten wir ständig Wasser in den Stiefeln. Unsere Idee war logisch und praktisch: wir schnitten Löcher in die Stiefel, so dass das Wasser wieder heraufliessen konnte sobald wir an Land waren. Mam war nicht so begeistert…

Heute macht es mir immer noch Spass über die Felsen zu spazieren oder bei Ebbe ganz weit draussen herum zu klettern. Jetzt begleiten mich unsere Fellnasen. Mein kleiner Schatz Wuschi, auch liebevoll Bubu genannt oder meine Prinzessin, Mam’s Hund Tatezi. Manchmal machen wir einen Ausflug zu dritt auf die Kletterlandschaft, welche sich bei Ebbe zeigt. Dann lieben es die beiden zusammen im Sand zu buddeln. Oh ja, in der felsigen Landschaft hat es auch kleine und grössere Flächen mit Sand. Ich persönlich verstehe nicht, wie es Spass machen kann, den ganzen Kopf in den Sand zu stecken und dann auch noch darin herum zu schnüffeln. Ihre ganzen, hübschen Näschen sind danach vollkommen mit Sand bedeckt. Ja sogar die Zähne knirschen und manchmal blinzeln sie, bis ich sie vom Sand in den Augen befreit habe. Aber kaum sind sie den störenden Sand los, tun sie’s schon wieder…

Wuschi im Sand Tatezi im Sand

Was die Beiden auch lieben sind Verfolgungsjagden. Tatezi liebt es wohl ein wenig mehr als mein Kleiner. Sie nervt ihn dann einfach, bis sie erreicht was sie will und er sie genervt verfolgt. So sausen die beiden ihre Runden über Sand, Steine und durchs Wasser und

Verfolgungsjagd  Verfolgungsjagd 2

spielen ganz übermütig fangen. Sie merken dabei nicht einmal wie nass sie werden. (Was sie eigentlich beide nicht mögen…)

Um es etwas ruhiger zu haben, gehe ich auch gerne getrennt mit den beiden auf die Felsen. So hat jedes der beiden Tiere die Gelegenheit, sich wirklich auf die Gerüche und Geräusche einzulassen. Und so werden aus Hunden Abenteurer… Die Beiden sind sehr unterschiedlich; während meiner sehr gerne alleine alles erkundet, bleibt Tatezi immer in meiner Nähe. Tatezi fordert mich auch gerne zum Spielen auf, Wuschi liebt es, sich selbst zu beschäftigen. Eine ausgerissene Wasserpflanze kann er prima als Gegner betrachten. Er schleicht sich an, schnappt sie, nimmt sie ins Maul, rennt mit ihr herum, bleibt stehen, schüttelt den Kopf als wolle er sie töten und knurrt vergnügt vor sich hin.

Bubu und Spielzeug

Tatezi hingegen kommt immer wieder zu mir, stupst mich an und will spielen. So kommt es vor, dass ich ihr etwas in die Tümpel werfe. Es kostet sie viel Überwindung, doch dann traut sie sich rein und holt es. Na ja, es sei denn, der Tümpel ist zu tief, dann setz sie sich hin und bellt und jault… Keine Chance, sie schwimmt nicht. Aber sie taucht! Oh ja, zumindest mit ihrem Kopf! Herausgefunden habe ich das, als ein geworfenes „Guddi“ unter ging und sie es unter Wasser suchte, fand und ass…

Wasserspiele Wasserspiele 2

Jetzt sind wir wieder zu Hause. Die Abenteur auf den Klippen, die stundenlangen Spaziergänge den Klippen entlang und das viele Spielen und Kuscheln fehlen uns. Nun ja, spielen und kuscheln tun wir auch hier…

Ferien!

Samstag, 11. April 2009

Wir sind in den Ferien und darum erscheint der nächste Blog am 19. April.
Hier ein paar Eindrücke unserer Erlebnisse am Meer:

29. März 2009 Wuschi jagd Tatezi

2. April 2009 3. April 2009

29. März 2009 29. März 2009

1. April 2009 30. März 2009


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