Archiv für die Kategorie „Bretagne“

Aussies in der Bretagne

Sonntag, 13. November 2011

Plötzlich waren sie da. Kamen in einem Wahnsinnstempo um die Kurve geschossen. Mir entfuhr ein Schrei, denn wie so oft hing ich auf dem Hundespaziergang meinen Gedanken nach. Und schon waren sie an mir vorbei, Tatezi nichts wie hinter ihnen her. Mir schien, der eine sei der Aussie, den ich im letzen November hier getroffen hatte. Da kam auch schon der Hundehalter angerannt, seine Hunde laut rufend. Ihm ist wohl mein Schrei in die Glieder gefahren und er musste befürchten, seine Hunde hätten jemanden umgerannt. Der Wanderweg über den Klippen ist schmal, ausweichen oft kaum möglich. Josette, der blue merle Aussie, kam auch sofort zurück, ja sie war eigentlich gar nicht weit gerannt. Aber Tatezi und der andere Hund blieben verschwunden.

Josette

All unser Rufen nutze nichts, die Hunde kamen nicht. Dabei kann ich sonst Tatezi immer abrufen und sie gehorchte, zumindest in dieser Beziehung, bis jetzt sehr gut. Nach ein paar Minuten kam der schwarze Aussie zurück, doch von Tatezi keine Spur. Mir wurde angst und bange und ich bat den Hundehalter mit seinen zwei Tieren zu warten, während ich den Weg zurück gerannt bin. Als ich auf das freie Feld hinunter kam und meine Hündin nirgends erblickte, schwante mir Böses. Ich hatte den Verdacht, dass sie nach Hause wollte. Doch dazu hätte sie, wäre sie den Weg gegangen den wir immer benutzen, der Strasse entlang laufen müssen. Und sie will doch immer noch hie und da plötzlich in ein Auto rennen! Ich habe mir schier die Seele aus dem Leib geschrieen und musste dabei mit den Tränen kämpfen. Plötzlich habe ich sie gesehen. Sie war tatsächlich auf dem Heimweg, allerdings zum Glück hinter den Häusern durch. Als sie mich endlich gehört hatte, kam sie so schnell sie konnte zu mir gerannt.

Am nächsten Tag wollte sie erst gar nicht auf den Klippenweg. Ich habe mich gefragt, was sie jetzt für eine Macke hätte. Sie blieb auf dem ganzen Spaziergang freiwillig hinter mir und wenn ich sie doch mal voraus schickte, entfernte sie sich nicht mehr als zwei bis drei Meter und schaute sich immer wieder um, ob ich auch wirklich noch da sei. Ihr war wohl auch nicht wohl gewesen, als sie so weit weg war, denn Aussies sind Hütehunde und wollen ihre „Herde“ immer beisammen halten. Vielleicht war das Abenteuer deshalb gar nicht schlecht und sie wird nie mehr wegrennen?

Tatezi

Da habe ich in den vier Jahren, in denen ich mit Tatezi hier her fahre, bisher bloss einmal einen Aussie, Josette, gesehen. Und jetzt erst diese beiden und gestern noch einen ganz süssen, sechsmonatigen Junghund. Es ist das erste Mal, dass ich einen Aussie gesehen habe, der fast die gleiche Farbzeichnung wie Tatezi hat. Und das Schönste ist, alle drei Hunde haben ihre Ruten noch, was in Frankreich eher eine Ausnahme ist.

Wandern in der Bretagne

Sonntag, 6. November 2011

Nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause, um mich von den langen Flügen zu erholen, bin ich gleich wieder abgereist, in die Bretagne. Tat das gut, hier anzukommen. Auch Tatezi war ganz aus dem Häuschen, als sie das Meer gesehen hat. Sie weiss ja, dass wir hier immer sehr lange Spaziergänge den Klippen entlang machen. Am Dienstag sind Freunde angereist, die für eine Woche bei mir sind. E. ist eine leidenschaftliche Köchin und so werde ich kulinarisch verwöhnt wie schon lange nicht mehr. F. steht ihr in nichts nach und deshalb lebe ich zur Zeit wie Gott in Frankreich.

Damit wir nicht kugelrund nach Hause kommen, unternehmen wir jeden Tag eine kleine Wanderung, manchmal auch einfach zwei Spaziergänge. Auch das Wetter spielt mit, mal ist es bewölkt, dann scheint wieder die Sonne. Typisch bretonisch eben und sehr angenehm zum Wandern. Kurz, wir geniessen Ferien und deshalb hier einfach ein paar Bilder von unserer gestrigen Wanderung, die uns um ein kleines Kap bei Plestin geführt hat:

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Die Meisterin gefunden

Sonntag, 7. November 2010

Tatezi liebt fast nichts so sehr wie mit einem anderen Hund um die Wette zu rennen. Nur leider hat sie fast keine ebenbürtigen Partner, die meisten von ihren Kolleginnen und Kollegen hängt sie innert kürzester Zeit ab. Ausgerechnet hier in der Bretagne hat sie jetzt aber ihre Meisterin gefunden: Chouchen, eine Windhündin. Laut Wikipedia zählen diese zu den schnellsten Landtieren der Erde, kein Wunder also, liegt Tatezi mal nicht vorne:

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Aber mein Mädchen schlägt sich tapfer und holt auf. Die beiden lassen den Sand in den Kurven hoch aufspritzen:

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Geschafft, Tatezi ist in der Pool-Position und hat erst noch unterwegs ein Stöckchen aufgelesen:

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Die Hunde sind unermüdlich, das Spiel beginnt von Neuem:

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Schliesslich sinkt Chouchen, was übrigens der Name eines bretonischen Getränkes auf Honigbasis ist, erschöpft in den Sand und Tatezi lässt ihre Zunge fast bis auf diesen hängen:

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Schreckliche Fantasien in einer Sturmnacht

Sonntag, 31. Oktober 2010

Seit zwei Tagen schon hat der Wind ohne Unterlass um das Haus geheult. Ich sass lesend vor einem Cheminéefeuer und habe der fast alle anderen Geräusche überdeckenden Lärmkulisse keine grosse Beachtung geschenkt. Nur kurz liess ich mich in meiner Lektüre durch ein offenbar sehr tief fliegendes Flugzeug stören, habe aber nicht weiter darauf geachtet.

Kurz nach 23 Uhr habe ich Tatezi noch einmal raus gelassen und traute meinen Ohren und Augen kaum. Auf der anderen Seite der Bucht waren lautstark mehrere grosse Fahrzeuge in Bewegung. Auf der schmalen Schotterstrasse, die als Zufahrt für eine Handvoll Häuser dient und als Sackgasse vor dem Wanderweg endet, der den Klippen entlang führt. Dort, wo man alle paar Monate einmal einem Auto begegnet. Da musste etwas passiert sein. Obwohl mir die Aussichtslosigkeit meines Vorhabens klar war, holte ich das Fernglas hervor und begann damit die tiefe Schwärze der Nacht zu durchstreifen, bis ich endlich auf die Scheinwerfer stiess. Natürlich total unscharf. Und trotzdem habe ich erkannt, dass ein grosser, roter Lastwagen dabei war. Ein Feuerwehrauto? Und ich machte Staub oder Rauch aus, vor einem rötlichen Hintergrund. Der Ort des Geschehens war zirka dort, wo ich im Sommer einen Schwatz am Gartentor mit einer alten Frau gehalten hatte. Diese Frau, die mir auf Anhieb so sympathisch gewesen ist, nach der wir auf jedem unserer Spaziergänge Ausschau halten, die ich aber seither nur noch einmal getroffen habe.

Nachts noch hingehen kam nicht in Frage, ich bin doch kein Gaffer. Und helfen hätte ich bei all den bereits anwesenden Profis eh kaum gekonnt. Also sind wir zu Bett gegangen. Nur liessen sich leider meine Gedanken nicht einfach so abstellen, sondern sie waren im Gegenteil äusserst fleissig im Suchen von möglichen Gründen für das Verkehrschaos auf dem Schotterweg. Hatte die alte Frau vergessen das Gas abzustellen und war deshalb Feuer ausgebrochen? Hatte sie eine Kerze angezündet und war dann eingeschlafen? Und plötzlich erinnerte ich mich auch wieder des früher am Abend wahrgenommenen Flugzeuges. Da ich wirklich nicht darauf geachtet hatte, wusste ich nicht einmal, ob es ein Flugzeug oder ein Helikopter gewesen war. War es ein Helikopter gewesen, der die schwerverletzte Frau holen gekommen ist um sie zu einer Spezialklinik zu fliegen? Oder war ein tief fliegendes Flugzeug halt eben wirklich zu tief geflogen und in den Hügel hinter den Klippen gekracht?

Der Schlaf in dieser Nacht war nicht besonders gut gewesen. Und am Morgen war mein erster Gang auf den Balkon, um bei Tageslicht zu sehen, was denn da letzte Nacht los gewesen war. Als ich das frisch abgeerntete Maisfeld sah, musste ich über mich selber und meine schreckliche Fantasie lachen. Nicht alle Franzosen scheinen also gegenwärtig immer wieder zu streiken, einige arbeiten offenbar auch nach 23 Uhr noch.

Tatezi auf dem Maisfeld

Ferienbilder

Samstag, 5. Juni 2010

Wir sind in den Ferien, bzw. auf der Rückreise, deshalb gibt’s diesmal nur ein paar Bilder. ;)

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