Archiv für die Kategorie „Allgemeines“

Wir haben alle den Schnee gespürt

Sonntag, 28. November 2010

Ich habe die Wettervorhersage schon seit einer Weile nicht mehr geschaut, mit den Hunden raus muss ich ja egal ob die Sonne scheint oder es Katzen hagelt, und hatte deshalb absolut keine Erklärung für das Verhalten unserer Hunde. Zu Beginn dieser Woche wurden sie von Tag zu Tag unruhiger und nervöser. Der Höhepunkt dieser Aufsässigkeit war am Mittwochabend erreicht: alle fünf bis zehn Minuten ging das Gebell los. Mal war es der Kleine, der vor der Türe zum Wintergarten kläffte, worauf die Grosse natürlich jeweilen sofort auch in den wütenden Kanon einstimmte. War der Kleine mal ruhig, hat die grosse zuerst gebellt. Ich habe sie immer und immer wieder auf ihre Decke geschickt, was sie zwar folgsam auch taten, doch ihre Haltung liess nichts Gutes Erwarten. Sie sassen da wie auf Nadeln, jeder Muskel angespannt um sofort wieder aufzuspringen.

Irgendwann habe ich es aufgegeben, denn es war unmöglich, mich auf meinen neuen Krimi von Elizabeth George, „Denn die Sünde ist scharlachrot“, zu konzentrieren. Wenn sie von dieser Türe weg sind, war meine Überlegung, beruhigen sie sich vielleicht und bin mit ihnen ins Büro hinaufgegangen. Doch kaum hatte ich mich vor dem PC installiert, sausten die beiden die Treppe hinunter wie der Teufel, der das Weihwasser riecht. Das aber war zu viel. Ich habe die beiden angeschrien wie noch nie, sie ins Büro zitiert und die Türe laut geschlossen. Da sie sich solches von mir nicht gewöhnt sind, waren sie danach ganz ruhig, bis wir eine Stunde später schlafen gegangen sind.

Welche Überraschung am nächsten Morgen: draussen war alles mit einer weissen Decke zugedeckt. Mir wurde schlagartig klar, dass die Hunde am Abend zuvor offenbar den kommenden Schnee gespürt hatten. Und ich vermutlich auch, denn normalerweise lasse ich mich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Seither führen sie sich wieder normal auf, was heisst, dass sie meistens brav und ruhig sind, aber hie und da, wie es sich wohl für einen Hund gehört, auch bellen. Bei den Spaziergängen geniessen sie den Schnee, dass einem ob dem Zuschauen trotz der Kälte warm ums Herz wird:

Tatezi und Wuschi im Schnee
Wuschi im Schnee

Findelkinder

Sonntag, 24. Oktober 2010

Was nützen einem ein Computer und eine Tastatur, wenn der Bildschirm streikt? Nicht viel und genau das ist der Grund weshalb ich, die Tochter der Blogschreiberin, heute einen Gastbeitrag schreiben darf. Trotz des in Frankreich mangelnden Treibstoffes hat sich meine Mam am Freitag mit Tatezi auf den Weg in die Bretagne gemacht. Gestern erhielt ich die erleichternde Nachricht, sie seien gut angekommen. Eine Stunde später rief sie nochmals an, der Bildschirm hat den Geist aufgegeben. Nun gut, dann springe ich gerne ein…

„Schöne Ferien Mam“!

Eigentlich fuhr sie am Freitag mit einer Verspätung von 45min ab. Meine Schuld. Aber ich würde es jeder Zeit wieder tun. Ich kann einfach nicht anders! Ich musste auf dem Weg zum Tierarzt an einer roten Ampel warten. Nein, es war keine Kreuzung, sondern die Strasse wird da umgebaut. Heisser Teer wurde auf der Strasse verteilt und eine riesen Walze fuhr vor und zurück – vor und zurück. Plötzlich lief ein Fellknäuel über die Strasse. Wo waren die Besitzer? Autos bremsten und der Hund huschte davon. Zwei Autos später musste der Fahrer eine Vollbremse machen und der verwirrte Vierbeiner zottelte gemütlich über die Strasse. Autos hupten, die Strassenarbeiter waren irritiert. Die Ampel war noch immer rot. Kein Herrchen oder Frauchen in Sicht! Das gibt’s doch nicht. Der Hund ist nun auf der Baustelle! Ich sehe wie gefährlich nahe er der riesen Teerwalze kommt und die Arbeiter hilflos drein schauen. Autsch, das hat sicher weh getan, der Kleine ist auf den heissen Teer getreten. Keiner tat etwas! Zum Glück erschreckte ihn dies und er lief von der Walze weg. Nun ist es grün geworden und ich fuhr langsam an. Dann liess ich das Fenster runter und fragte einen Arbeiter: „Wo sind die Besitzer?“ Antwort: „Gehört der Hund Ihnen?“ – ja natürlich, deshalb frage ich auch nach dem Besitzer! Die Autos hinter mir hupten und ich fuhr mit meinem Auto direkt auf die Baustelle und liess ihn da auch stehen. Gemeinsam mit einer anderen Passantin und einem Arbeiter trieben wir den verstörten Hund in eine Ecke und ich griff nach dem Halsband. Erwischt! Was nun? Ich war auf dem Weg zu meinem Tierarzt, hatte aber keinen unserer Hunde dabei. Das eingefangene Findelkind zitterte schrecklich, war nass und in seinem Fell, direkt unter dem Schwanzstummel, waren dornige Aste verfangen, welche dem Tier sicher Schmerzen zufügten. Kurzerhand bot ich an, den Findling mitzunehmen und von der Tierärztin auf einen Chip prüfen zu lassen. Ein wenig bange war mir schon, als ich den fremden Hund das erste Mal hochhob, dies hätte auch schief gehen können! Aber er liess es ganz friedlich geschehen. Im Auto legte er den Kopf in den Nacken und heulte los. Aha, ein kleiner Wolf!

Die Arzthelferin und die Tierärztin lachten als ich schon wieder mit einem Findelkind ankam. Schon wieder soll heissen, eine Woche zuvor brachte ich eine abgemagerte Streunerkatze vorbei. Die Kleine wog nur noch 2.2 kg! Leider hatte sie keinen Chip und mir blieb nichts anderes übrig als sie wieder in unserem Quartier auszusetzen und draussen zu füttern. Ab und zu kommt sie auf einen Happen vorbei, jedoch wünschte ich sie würde sich auf den Heimweg machen oder mal kurz warten bis ich ein Foto geschossen habe! Dann könnte ich vià Internet nach Ihrem Zuhause suchen. Bis dahin ist die kleine Mieze bei uns auf einen Bissen oder Zwei willkommen!

Es stellte sich heraus, dass mein zweites Findelkind Yaschko heisst, er 11 Jahre alt ist und sein Zuhause in Rickenbach ist. Er hatte zwei Halsbänder, eines hatte zwei Antennen und ein batteriegrosses „Irgendwas“. Auch in der Tierarztpraxis wusste niemand was dies ist. Ich bekam die Telefonnummer und den Namen der Besitzer und machte mich, nachdem wir den Armen Yaschko von den Ästen befreit hatten, auf den Heimweg. Immerhin wartete meine Mam noch immer auf das Auto…

Findling Yaschko

Yaschko wartet geduldig auf seine Besitzer

Etwas verdutzt war Yaschko’s Frauchen schon, denn ihr Hund wurde noch nicht mal vermisst. Anscheinend begleitete er die Herren auf der Treibjagd und muss versehentlich auf die Strasse gekommen sein und von da den Weg zurück in den Wald nicht gefunden haben. Das Antennen-Halsband war ein GPS. Die Besitzerin und ihr Sohn bedankten sich ganz herzlich. Das schönste war aber zu sehen, wie Yaschko zu zittern aufhörte und freudig an seinen Besitzer hochsprang! Wie das Stummelschwänzchen ganz aufgeregt schwänzelte und seine Augen vor Glück strahlten…

Gute Nachbarschaft

Sonntag, 10. Oktober 2010

Was gute Nachbarn Wert sind, weiss erst richtig zu schätzen, wer einmal das Gegenteil erlebt hat. Meine letzte Nachbarin hat mich in die Flucht geschlagen. Rückblickend bin ich ihr fast dankbar, denn diesen Monat sind es 13 Jahre, dass ich hier wohne und mir gefällt es noch genau so gut wie am ersten Tag. Nachbarschaftshilfe wird hier ganz selbstverständlich gelebt. Das habe ich besonders zu spüren bekommen, als meine kranke Mutter noch bei mir gelebt hat. Vom rund um die Uhr Pikettdienst müde, hatte ich mich nach ein paar Tagen Ferien am Meer gesehnt. Doch meine Mutter wollte nicht in ein Ferienzimmer eines Pflegeheimes. Spontan hatten sich vier Nachbarinnen bereit erklärt, sich zusammen mit der täglich kommenden Pflegefachfrau um meine Mutter zu kümmern.

An einer meiner Nachbarinnen ist eine begnadete Handwerkerin und Gärtnerin verloren gegangen. Oft schon hat sie mir im Garten Äste weggeschnitten oder auch mal in der Küchenkombination eine Türe geflickt. Der Nachbar auf der anderen Seite hat gesehen, dass ich Mühe habe den Rasen zu mähen und mäht seither mein kleines Gärtchen gleich mit. Als ich einen Zaun errichten lassen musste, damit Tatezi nicht abhaut, haben wir den mit einem „Zaunessen“ gefeiert, um zu demonstrieren, dass dieser Fremdkörper im Garten unser gutes Auskommen miteinander nicht zu zerstören mag. Ja, und Tatezi ist, trotz ihres gelegentlichen Bellens, gut akzeptiert. Die Nachbarn, bei denen schon zweimal eingebrochen worden ist, fühlen sich dadurch gar sicherer und wohler.

Nachbars Katzen 1 Nachbars Katzen 2

Zur Zeit habe ich Gelegenheit, mich für all die erhaltene Hilfe ein kleines Bisschen zu revanchieren: ich darf Nachbars drei Katzen füttern. Die Drei sind noch scheuer als meine eigenen beiden Katzen und auch nach einer Woche Betreuung kann ich sie noch nicht streicheln. Aber immerhin hauen sie nicht mehr ab, wenn ich komme. Liebe geht eben auch bei Vierbeinern durch den Magen.

Nachbars Katzen 3

Maulkorbtraining

Sonntag, 3. Oktober 2010

Wenn ich einen Hund mit Maulkorb sehe, fürchte ich mich nicht, sondern denke mir immer: „Was ist da bloss schief gelaufen, dass das arme Tier zum Tragen eines Maulkorbes verurteilt worden ist?“ Und jetzt bin ich selber dabei, Tatezi an das absolut nicht hundgerechte Ding zu gewöhnen! Zum einen, weil ich nicht weiss, wie diesbezüglich die Vorschriften in den öffentlichen Verkehrsmitteln Südamerikas sind. Was das Internet dazu an Auskunft bietet, ist absolut verwirrend. Da mir aber bekannt ist, dass in verschiedenen Ländern Europas in der Bahn eine Maulkorbpflicht besteht, will ich Tatezi für alle Fälle schon mal vor Reiseantritt an den Maulkorb gewöhnen. Sie muss dann nicht noch dadurch zusätzlichen Stress haben. All die fremden Gerüche, vielen Menschen und die ungewohnte Umgebung werden meiner Hündin schon genug abverlangen. Wir fahren deshalb jetzt auch öfters im Feierabendverkehr mit Bahn und Bus. Das geht ohne Probleme, sie ist sich gut daran gewöhnt und benimmt sich immer tadellos.

Vielleicht werde ich ihr den Maulkorb aber auch zu ihrem eigenen Schutz anziehen müssen. In manchen Ländern, habe ich gelesen, versucht man dem Problem der vielen wilden Strassenhunde mit ausgelegten, vergifteten Ködern Herr zu werden. Tatezi ist leider, ich muss es gestehen, ein Vielfrass, dem ich nicht abgewöhnen konnte, draussen alles zu fressen, was für sie irgendwie gut riecht. Der Maulkorb wird sie daran hindern.

Vor zirka vier Wochen habe ich damit begonnen, sie an den Maulkorb zu gewöhnen. Erst habe ich ihn nur gezeigt, liess sie mal daran schnuppern, und legte ihn danach wieder weg. In einem zweiten Schritt bekam sie Wursträdchen darin serviert. Dann habe ich ihr das Ding mal angezogen, ohne es allerdings festzubinden, und dabei immer wieder gesagt: „Oh Du bist ein schöner, braver Hunde!“ Da sie dazu mit dem Schwanz gewedelt hat, nehme ich an, sie hat verstanden, was ich ihr gesagt habe. Kurze Sequenzen des richtigen Tragens folgten, nach denen sie natürlich immer mit ganz viel Leckerchen belohnt wurde. Und heute hat sie ihn zum ersten Mal draussen, auf einem Spaziergang getragen:

Maulkorb Würstchen aus Maulkorb essen

Was habt Ihr für Erfahrungen mit dem Maulkorb gemacht? Ist das für Eure Hunde sehr unangenehm oder gewöhnten sie sich gut daran?

Krank

Sonntag, 5. September 2010

Ich habe eine heftige Sommergrippe eingefangen.
Der nächste Blog erscheint deshalb erst am 12. September.

schlafen

Zum Glück sind die Hunde brav und schlafen auch viel.


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