Archiv für die Kategorie „Allgemeines“

Die Sprache verändert sich

Sonntag, 11. September 2011

Vns a m fsta d cumple?? Bss?? Tqheiym+??? Hätte ich nicht meine Schulkameradinnen und –kameraden sowie die Dozentin erkannt, ich hätte mich im falschen Kurs gewähnt. Hätte geglaubt, ich sei in einem Dechiffrierungskurs für Geheimsprachen oder in einem Nachhilfekurs für Eltern von Teenis, die ihre SMS Nachrichten verschlüsseln. Aber nein, ich war im Spanischkurs, den ich vor acht Monaten für meine Reise unterbrochen hatte und diese Woche zum ersten Mal wieder besuchte. Das Übersetzen des Kauderwelsches gehörte zu den Hausaufgabe auf letzen Donnerstag. Hier die Auflösung der spanischen SMS-Nachrichten:

Vns a m fsta d cumple? = Vienes a mi fiesta de cumpleaños? (Kommst Du zu meiner Geburtstagsfeier?)
Bss = Besos (Küsschen)
Tqheiym+ = Te quiero hasta el infinito y mucho más (Ich liebe dich bis in die Unendlichkeit und viel mehr)

Ich weiss nicht, aber so eine Liebeserklärung würde bei mir wohl gar nicht gut ankommen. Ich hätte den Verdacht, dass der Absender die oft, zu oft, geschrieben hat, dass er zu müde oder faul sei, diese Worte auszuschreiben. Wenn sich jemand nicht einmal dafür die Zeit nimmt, wie wichtig ist ihm dann das Gesagte? Wie wir sprechen, verrät einiges über uns, über die Werte, die uns wichtig sind genauso wie über unsere Herkunft. Was sagt das nun aus, wenn wir alles abkürzen, uns nicht mehr die Zeit nehmen einen Satz zu formulieren?

Wohl deshalb ist mir das Schreiben von E-Mails lieber als das eingeben von SMS-Nachrichten. Und ich bin froh, muss ich diese „Sprache“ nicht mehr lernen. Mit meinen in Südamerika gewonnenen Freunden verkehre ich per E-Mail und sollte mal ein Notfall eine SMS-Nachricht nötig machen, so bin ich sicher, sie würden so schreiben, dass ich sie verstehen kann.

Parque Paleontológico

Die Sprache der Tiere ist für mich einfacher zu verstehen. Hier sagt Tatezi: „Jetzt wirf doch endlich den Ball!“

Fantasien

Sonntag, 28. August 2011

Als Kind habe ich immer behauptet, im Spital vertauscht worden zu sein und in Wirklichkeit das Kind Fahrender und nicht meiner Eltern zu sein. Und das, obwohl mein Äusseres mich ohne jeden Zweifel als die Tochter meines Vaters, oder noch stärker, als die Enkelin meines Grossvaters, erkennen lässt. Andere Mädchen träumen wohl davon Prinzessin zu sein, ich war in meinen Fantasien meist unterwegs, eben mit Fahrenden oder dann als Indianerin (das war zu einer Zeit, als man noch nicht politisch korrekt gesprochen hat). Woher wohl diese immense Sehnsucht des Reisens kommt?

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Warten auf den Zug

Während mich jetzt der Alltag wieder fest im Griff hat, wandern meine Gedanken, vor allem auf den Spaziergängen mit Tatezi, zurück nach Südamerika. Zum Beispiel zu einem Tag, als Reisen auf der Reise unsere Fantasie entfacht hat. Was eignet sich besser, als ein verlassener Bahnhof, ein Eisenbahnmuseum, um Geschichten rund ums Reisen zu spinnen? In Baquedano, einem kleinen Ort zwischen Antofagasta und Calama, sind wir auf ein einsames Museum gestossen.

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La Portada bei Antofagasta

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Der verlassene Bahnhof von Baquedano

Meine Tochter und ich haben uns umgeschaut, keinen Museumseingang gefunden und lange gesucht, bis wir einen Arbeiter fanden, den wir nach dem im Reiseführer erwähnten Museum fragen konnten. „Ach, das ist da hinten, aber das sind nur alte Maschinen“, hat er gemeint. Kein Eingang, ein Eintritt, kein Zaun darum. Wer möchte und könnte auch eine alte Dampflok stehlen? Und niemand hat Tatezi den Eintritt verwehrt.

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Ob da wohl mal ein pompöser Zugang zum Bahnhof war?

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Die alte Dampflokomotive steht abfahrtsbereit im Depot…

Wasserturm

… und Wasser kann sie auch gleich auftanken

Wie haben wir das genossen, auf den „alten Maschinen“ herum zu klettern! Uns vorgestellt, wir würden jetzt gleich mit einem lauten Pfiff abfahren, den zurück Bleibenden noch einmal zuwinkend, und Tatezi haben wir natürlich auf unsere imaginäre Reise auch mitgenommen.

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War ein herrliches Gefühl, in so einer alten Lok zu stehen

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Bye, Bye meine Lieben und vergesst mich nicht

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Sogar Tatezi macht ganz mit und freut sich auf die Reise

Es ist Zeit für Änderungen

Sonntag, 16. Januar 2011

Am 4. Januar hat der Hundeblog still und heimlich seinen zweiten Geburtstag gehabt – ich habe ihn ganz vergessen. Ihr habt mich darin durch meinen Alltag mit Tatezi begleitet, Sturm und Drang ihrer Adoleszenz miterlebt, Euch vielleicht mit mir beim Betrachten der Bilder gefreut oder mit meiner Hündin Mitleid gehabt, etwa wenn sie Rückenprobleme hatte.

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Hoffentlich zum letzten Mal im Schnee für lange Zeit

Heute ist Tatezi eine erwachsene, wunderbare, verschmuste aber nicht immer ganz einfache Hündin – ich erinnere an unsere Begegnungen mit Pferden – und es ist Zeit, hier im Hundeblog einen neuen Schwerpunkt zu setzen. In Zukunft werde ich von unseren Abenteuern in Südamerika berichten. Natürlich wird Tatezi auch weiterhin immer wieder erwähnt werden, schliesslich ist sie meine Reisepartnerin, aber sie wird nicht mehr im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen. Doch Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden, nicht wahr? Und darum werde ich Euch im ersten Blog aus Sao Paulo mitteilen, wie sie den Flug überstanden hat.

Eine zweite Änderung betrifft das Erscheinungsdatum des Blog: bis jetzt habe ich Euch immer am Sonntag berichtet, was bei uns so unter der Woche geschehen ist. In Zukunft wird es davon abhängen, wo und wann ich ins Internet komme, wann ich den Blog online schalten kann.
¡Hasta la próxima!

Weihnachten

Sonntag, 26. Dezember 2010

Weihnachten ist nicht unbedingt mein Fest, vor allem seit meine Kinder keine Kinder mehr sind. Aber meiner Mutter waren diese Tage sehr wichtig und am Schönsten war es für sie, mit all ihren Lieben zusammen zu sein. Vor ein paar Jahren haben wir ihr das noch einmal ermöglicht: wir haben uns alle mit meinem in Kanada lebenden Bruder und seiner Familie in Mexiko getroffen. Ich muss sagen, es hat gut getan, für zwei Wochen eine Grossfamilie zu sein. Wir haben in unterschiedlichen Grüppchen Exkursionen mitgemacht, uns aber immer alle zum Abendessen getroffen. Mutters zufriedenes Gesicht war unser schönstes Geschenk.

Dieses Jahr war ganz anders. Es war das erste Weihnachtfest ohne meine Mutter. Nur meine beiden Kinder und ich. Wir haben sie vermisst, aber sie war in unseren Gedanken bei uns. Und mir wurde plötzlich klar, dass von meiner Ursprungsfamilie, Mutter, Vater, meine beiden Brüder und ich, nur noch zwei übrig sind. Der Weihnachtsblues hätte sich wohl breit gemacht, wäre da nicht meine Tochter gewesen, die ehemalige Floristin, die unser Zuhause wunderschön dekoriert hat und der die Tradition der Weihnachtsfeier genauso wichtig ist, wie sie meiner Mutter war.
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Wegen all den Tieren, die jetzt bei mir leben, gab es dieses Jahr keine echten Kerzen.

Heute ist Stephanstag, Weihnachten ist für ein Jahr vorbei. Wir alle geniessen einen super Tag mit Pulverschnee und Sonne und Tatezi zeigt wieder einmal, wie schnell sie ist:

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Tatezi auf der Weihnachtsparty

Sonntag, 19. Dezember 2010

Es war eine wunderschöne Stimmung, gestern beim Spaziergang durch den verschneiten Wald zur Forsthütte Waldegg:
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Wuschi versank beinahe im frischen Tiefschnee:
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Ich glaube, Tatezi fand die Idee für Weihnachtskarten zu posieren, nicht unbedingt lustig:
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Wir waren zu der Weihnachtsparty von Gruner und Jahr, dem Verlag, für den ich viele Jahre den Ratgeber „Schwangerschaft und Geburt“ betreut habe, eingeladen. Es roch schon bei unserer Ankunft köstlich, Crêpes, Waffeln und Risotto mit Würsten warteten auf uns. Doch zuerst konnten wir dem Käsebuffet nicht widerstehen und genossen ein paar leckere Happen:
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Die Adventszeit ist auch die Zeit der Engel. Da Tatezi die Geschichten von diesen lieben Wesen nicht kennt, war ihr wohl der Mensch mit Flügeln, der sie zum Abschied noch drückte, etwas unheimlich:
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