Ich habe eine heftige Sommergrippe eingefangen.
Der nächste Blog erscheint deshalb erst am 12. September.
Zum Glück sind die Hunde brav und schlafen auch viel.
Warum bloss führen sich Kater, selbst kastrierte, wie selbstherrliche Machos auf, die um ihr Revier kämpfen und damit angeben? Mit meiner Tochter sind auch ihr Hund Wuschi, der Kater Felino und die Katze Freaky zu mir gezogen. Die ersten Wochen hatten wir noch Ruhe, denn F + F waren in einem Zimmer eingesperrt, damit sie ihr neues Zuhause auch als das akzeptieren lernten.
Mit der Ruhe war es vorbei, sobald wir ihnen die Türe zur Freiheit geöffnet haben. Zu jeder Tages- und vor allem Nachtzeit kämpften fortan meine Katze Frosty und der Kater Söfi mit den Neuzuzügern, trugen ihre Territorialkämpfe lautstark aus. Vielleicht haben auch noch Nachbars Katzen ihr Revier verteidigt, denn da nachts alle Katzen grau sind, war es schwer auszumachen, wer da dermassen erbärmlich geschrien hat. Ich glaube, ich muss nicht extra erwähnen, dass Tatezi geglaubt hat ihren Senf auch noch dazu geben zu müssen. Mit lautem Bellen. Was zumindest die Katzen vorübergehend beruhigt hat, denn gegen den gemeinsamen Feind ist man vereint.
Was mich dann aber wirklich genervt hat, war das besitzergreifende Verhalten der Kater. Beide waren vorher stubenrein und jetzt hatten sie begonnen im ganzen Haus zu markieren. Ich habe gefürchtet, dass sich mein Heim geruchsmässig bald einem Katzenasyl annähern würde. Roch überall Katzenpisse, selbst an Orten, an denen nie eine Katze gewesen ist. Zum Glück war sowieso ein Termin bei der Tierärztin geplant. Sie gab uns homöopathische Tropfen mit, die das Markieren stoppen sollten. Und wir haben bei ihr Feliway bestellt, die synthetische Nachbildung des Gesichtspheromons der Katze. Dieses Pheromon vermittelt den Katzen das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, so dass sie auch nicht mehr um ihr Revier kämpfen müssen und nicht mehr markieren. Doch das wäre gar nicht mehr nötig gewesen, denn nach der Gabe der ersten homöopathischen Tropfen hat keiner der Kater mehr markiert!
Tatezi scheint trotz der Kastration ihre „hausfraulichen“ Qualitäten nicht verloren zu haben. Was macht eine gute Hausfrau oder einen guten Hausmann aus? Sie oder er sorgt für einen immer gut gefüllten Vorrat. Lebt gewissermassen nach dem Sprichwort: “Spare in der Zeit, so hast Du in der Not“, oder abgewandelt „Sammle im Sommer, so hast Du im Winter“. Darum sammelt Tatezi auch bei Temperaturen über 30 Grad fleissig Holz und präsentiert stolz ihre Beute, damit wir im kommenden Winter eine warme Stube haben werden:
Und apropos Winter: ich habe mich schon oft gefragt, warum Kalenderbilder im tiefsten Winter nebelverhangene Schneelandschaften zeigen, so dass einem beim Betrachten dieser weissen Pracht auch drinnen ganz kalt wird. Als ob wir die nicht beim täglichen Spazieren sehen würden bis sie uns zum Halse heraus hängen. Im Hochsommer dagegen prangen auf den Kalenderblättern Fotos von vor Hitze glühenden Wüsten oder andere Bilder, die die gefühlte Temperatur noch steigern. Ich sehne mich doch im November, Dezember und Januar nach Bildern, die mir Wärme vorgaukeln. Und wie erfrischend wäre jetzt der Blick auf eine Schneelandschaft über meinem Pult. Darum zeige ich Euch jetzt, wie schön und kühl es im Winter sein kann:
Gibt es eigentlich eine Wettkampfdisziplin „Wer kann seinen Hund am schnellsten an die Leine nehmen“? Im Moment wäre ich ziemlich fit dafür, wenn auch ansonsten nach einem Spaziergang, vor allem an einem so schönen Sonntagmorgen wie heute, ziemlich kaputt. Tatezi hat nach ihrer Kastration immer noch Leinenpflicht, damit sie sich, zumindest bis die Fäden gezogen sind, etwas schont. Es gibt für sie im Moment kein Herumtollen mit anderen Hunden, keine Spiele mit mir und auch kein Baden in kleinen Flüsschen. Auch trainieren für die Hundeschule können wir nicht, da wir auf unseren Spaziergängen immer Wuschi, den Hund meiner in den Ferien weilenden Tochter, dabei haben. Also einfach langweiliges spazieren. Das ist für einen Aussie, dem nichts mehr weh tut, das Letzte. Damit sie trotzdem ein bisschen mehr Freiheit hat, sind wir seit drei Tagen wieder mit der Schleppleine (Maibummel) unterwegs. Und das Gentle Leader (Die Macht der Gene) haben wir sowieso immer dabei, wenn auch meist nicht in Gebrauch.
So ein wunderschöner Sonntagmorgen lockt natürlich Velofahrer, Reiter, Jogger und andere Hundehalter früh raus – für Tatezi alles begehrliche Objekte zum Spielen und für Wuschi, sofern er nicht an der Leine ist, Grund laut und ausdauernd zu bellen. Also bin ich sehr aufmerksam unterwegs, scanne die Gegend und höre auf jedes Tripp-Trapp, das Gefahr von hinten signalisiert. Wenn sich uns jemand nähert, gilt es blitzschnell zu reagieren: die beiden Hunde ins „Fuss“ rufen, Tatezi an die normale Leine nehmen, Wuschi ebenfalls und dabei stets aufpassen, dass ich mich nicht in der 11 Meter langen Schleppleine verheddere, die sich immer um meine Beine schlingen will. Ansonsten würde ich, wie auch schon, beim anschliessenden Ausweichen in den Wald oder ins Feld, eine Bauchlandung hinlegen. Kommen Pferd und Reiter, lege ich Tatezi, sofern die Zeit dazu reicht, das Gentle Leader an, damit sie ruhiger ist. Mir fehlen zurzeit mindestens zwei paar Hände!
Zum Glück sind uns heute Morgen fünf Reiterinnen begegnet, die alle ihr Tempo verlangsamt haben und mir so genügend Zeit gegeben haben, mich jedes Mal mit meinen beiden Hunden ins Abseits zu begeben. Warum aber können von hinten kommende Radfahrer sich nicht mit einem Klingeln ankündigen? Und zwar nicht erst wenn sie nur noch drei Meter hinter einem sind. Das erschreckt Mensch und Hund. Mir entfährt dann jeweils ein Schrei, was nicht unbedingt zur Beruhigung meiner Hündin beiträgt. Deshalb ein Aufruf an alle Radfahrer und Radfahrerinnen: bitte denkt daran, dass auch Hundehalter eine gewisse Reaktionszeit brauchen um ihre Hunde an die Leine zu nehmen und kündigt Euer Kommen frühzeitig durch Klingeln an!
Eine Kamera mitzunehmen ist mir im Moment nicht möglich, deshalb gibt es heute ein altes Bild von meinen zwei Vierbeinern.
Autos sind für mich ausschliesslich Mittel zum Zweck die meiner Bequemlichkeit dienen, um nicht schwere Einkaufstaschen zu schleppen, oder die mir eine grosse Zeitersparnis gegenüber dem öffentlichen Verkehr bringen. Entsprechend schlecht sind meine Autos gepflegt worden, kamen nur zweimal jährlich in den Genuss einer Wäsche, jeweilen im Frühling und Herbst, wenn es galt die anderen Pneus zu montieren oder ein Service anstand. Umso erstaunter war ich über meinen Gefühlsausbruch, als ich diese Woche zum letzten Mal meinen Golf in die Werkstatt gefahren habe.
Vor 12 Jahren habe ich ihn von meiner Mutter übernommen, der er auch schon fünf Jahre gedient hatte. Jetzt ist meine Tochter mit ihrem neuen Auto zu mir gezogen und deshalb waren die Tage meines Golfes gezählt. Am Dienstag sind wir zum letzten Mal zusammen in die Hundeschule gefahren und anschliessend zur Garage. Auf der Fahrt ging mir durch den Kopf, was er doch eigentlich für ein treuer Kerl gewesen ist und ich bekam ein schlechtes Gewissen, dass ich ihn jetzt zum Verschrotten angemeldet hatte. Ein paar wenige Kilometer hätte es noch gebraucht, und sein Kilometerzähler hätte die magische Zahl 250‘000 angezeigt. Er hat meine Freudenschreie bei guten Nachrichten gehört und meine Tränen in Krisenzeiten aufgesogen, ist zirka zwei Dutzend Mal mit mir in die Bretagne gefahren, unzählige Male mit den Tieren zum Tierarzt oder hat mich einfach durch den Alltag begleitet. Meine Mutter, der im Gegensatz zu mir Autos etwas bedeutet haben, hat ihn geliebt. Und deshalb kam es mir auch als Verrat ihr gegenüber vor, dass ich, kaum ist sie gestorben, ihren geschätzten Golf für lumpige 100 Franken verkauft habe. Ja, ich habe beinahe geweint auf dieser letzten Fahrt.
Auf der Rückfahrt mit dem Bus nach Hause habe ich eine Nachbarin getroffen und musste ihr gleich von meiner schändlichen Tat erzählen. Sie war entsetzt. Ihr Golf ist 23 Jahre alt und fährt, und fährt und fährt…