Wir fahren Kanu

16. Januar 2013 von Christine

Morgens früh um 08 Uhr sollten wir in Borbón sein, um ein Kanu nach San Miguel zu erreichen. Da wir aber im 40 km entfernten San Lorenzo ein Hotel gefunden hatten, war das für uns sehr früh, denn wir brauchen einfach eine gewisse Zeit, bis wir morgens unsere Gelenke richtig bewegen können. Vor allem weil mein Rücken mich seit Wochen ununterbrochen schmerzt und ich mich morgens, bis die erste Schmerztablette des Tages ihre Wirkung zeigt, kaum bewegen kann, schafften wir es nicht. War nicht schlimm, denn um 11 Uhr legte das nächste Kanu in den Rio Cayapas ab. Wir nutzen die Zeit des Wartens um das Treiben an der Anlegestelle zu beobachten und eine Garage für unser Auto zu finden.



Ich war ja gespannt, ob Tatezi in das Kanu einsteigen würde, denn das ist eine ziemlich wacklige Angelegenheit und wir mussten zuerst über ein anderes Boot klettern. Doch meine diesbezüglichen Bedenken waren vergebens: sie ist mir ohne zu zögern gefolgt. Braves Mädchen! Nur während der Fahrt hat es ihr gar nicht gepasst, auf dem Boden, eingezwängt zwischen unseren Füssen zu sitzen, während Wuschi bei Gabi auf dem Schoss sein durfte. So hat sie es nach einer halben Stunde genutzt, dass wir ihr ein bisschen Platz gemacht haben und ist kurzerhand zu mir hochgesprungen. Ich konnte sie ja verstehen, würde auch nicht gerne stundenlang auf dem nassen, vom Motor vibrierenden Boden sitzen wollen. Nun war es sehr eng für uns alle, aber wir hatten es lustig und genossen die Fahrt auf dem Rio Cayapas.




Nach 3 ½ Stunden erreichten wir San Miguel, wo es tatsächlich ein einfaches Hotel hat. Hier her muss alles, von Lebensmitteln über Küchengeräten oder Möbeln per Kanu hergebracht werden. Die Auswahl in den zwei kleinen Lebensmittelgeschäften ist deshalb sehr bescheiden: Mineralwasser, Bier, Öl, ein paar Dosen, einige Snacks, Reis in einem grossen Sack, ein paar Kartoffeln, Zwiebeln, noch ein paar wenige Gemüse und Seife. Und trotzdem haben wir fein gegessen. Hunger ist der beste Koch. Touristen verirren sich nicht oft hier her, entsprechend wurden wir beobachtet. Sogar während wir assen, setzten sich ein paar Halbwüchsige auf Stühle und haben uns beim Essen zugeschaut. War ein komisches Gefühl. Und erst unsere Hunde waren die Attraktion der Kinder. Immer wieder musste Tatezi „Pfötchen geben“ oder an der Leine mit den Jungs spazieren.



Am nächsten Tag haben wir mit Shollander und einem anderen Guide eine Exkursion in den Küstennebelwald gemacht. Die Anfahrt war natürlich auch wieder mit einem Kanu und verlief unter Bäumen durch, die fast bis ins Wasser hingen.





3 Kommentare zu „Wir fahren Kanu“

  1. Isabella sagt:

    Hallo Christine,

    ich freue mich immer, wenn ich hier etwas Neues lesen kann. Du schreibst so schön lebendig – man hat fast das Gefühl bei Euch zu sein. Die vielen Bilder sind toll geworden.

    Ich hoffe, Dein Rücken macht Dir nicht zu viele Probleme und Du kannst trotzdem alles genießen!

    Liebe Grüße auch an Deine Tochter und Knudler an Tatezi und Wuschi,
    Isabella

  2. Christine sagt:

    Liebe Isabelle,
    danke für die guten Wünsche, ich kann sie brauchen. Aber zu Hause hätte ich ja auch Schmerzen und so kann ich doch wenigstens Schönes und Spannendes zusammen mit meiner Tochter und den Hunden erleben. Liebe Gruess Christine


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