In Südamerika braucht man Geduld

13. Dezember 2012 von Christine

Nach zwei Wochen hatten wir definitiv genug und wollten nur noch an die Wärme. Als wir Albert von unserem Abreiseplan erzählten, war er sehr verständnisvoll und meinte, das Klima sei wirklich sehr schlecht für meine Knochen und Gelenke. Aber leider sei das im Moment nicht möglich, da das oberste Stück der Strasse in Folge der heftigen Regenfälle durch Erdrutsche verschüttet sei.

Samstag oder Sonntag sollte die Strasse geräumt werden. Denkste! Am Mittwoch darauf beschlossen wir, den Abstieg trotzdem zu riskieren. Bis zum Standort unseres Autos stand uns eh ein Fussmarsch bevor. Sollte immer noch kein Bagger in Sicht sein, würden wir das verschüttete Stück Strasse auch zu Fuss gehen und unterhalb davon den Camion nach Quillabamba nehmen, der fahrplanmässig am Mittwoch fahren sollte. Nur fuhr er an diesem Tag ausnahmsweise nicht. Also weiter zu Fuss bis zum Haus von Cristobel, dem Schreiner, der für Albert die Clinic baut. Von dort wollte Albert um 17 Uhr auf dem Motorrad von Cristobels Bruder nach Quillabamba hinunter fahren und uns mit einem Taxi holen kommen. Albert war schnell zurück, denn er hat, sobald er in einer Zone mit Handyempfang war, telefonisch ein Taxi bestellt.


Unterdessen war es Nacht geworden und wir warteten und warteten. Bis wir irgendwann eingesehen hatten, dass wohl kein Taxi mehr kommen würde. Albert ist zu Fuss nach Quillabamba runter und wir mussten ein Nachtlager bei Cristobel erbitten und um einen Schluck Wasser betteln. Um 06 Uhr in der Frühe kam unser Taxi und wir hofften, erstmals in Quillabamba schnell jemanden zu finden, der für die Freischaufelung der Strasse verantwortlich sei.

Von Donnerstag bis Samstag hat uns Albert immer wieder gesagt, er hätte mit den zuständigen Leuten gesprochen. Sonntags ist er dann wieder rauf zur Lodge gewandert. In der nächsten Woche haben wir neue Freunde gefunden. Hugo vom Restaurant Cafe y Chocolate, Pakay und sein Neffe Fredy und ein paar Männer mehr, die sich mächtig für uns eingesetzt haben. Nach nur einem Telefongespräch wusste Hugo wer zuständig ist! Pakay und Fredy sind mit uns zur verschütteten Strasse hochgefahren, ein Weg war zirka 1 Stunde Fahrzeit, um abzuschätzen, wie lange wohl ein Bagger zur Freischaufelung brauche. Danach haben sie uns noch in Pakays Restaurant zum Essen eingeladen, was wir sehr geschätzt haben, denn es war die beste Mahlzeit seit mehr als drei Wochen. Am Dienstag war es zu spät für den Bagger um noch hochzufahren, am Mittwoch war er kaputt doch am Donnerstag war die Strasse endlich frei! Nur fuhr an diesem Tag wegen eines Festes kein einziges Taxi. Am Freitag aber, nach 15 Tagen des Wartens, konnten wir endlich mit unserem Auto Richtung Cusco abfahren. Vielen herzlichen Dank an Pakay, Hugo, Fredy und die anderen Männer!


Zum Fazit der Madre Selva Jungle Lodge

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