Fazit unseres Dschungelabenteuers

18. Dezember 2012 von Christine

Positives:

  • Die Madre Selva Dschungel Lodge (www.sircadiaparadise.com) liegt an einem wunderschönen Ort im Dschungel. Wir sahen täglich viele bunte Schmetterlinge, einmal eine ganze Affenbande aber ansonsten leider weder die nur hier vorkommenden roten Vögel noch Bären oder andere grössere Tiere
  • Das Ayahuasca-Ritual war eine sehr sinnliche, gute Erfahrung.
  • Wir haben mit ein paar der jungen Leute Freundschaft geschlossen, insbesondere mit Kristen, Gustavo und Israel.

Negatives:

  • Die zwei kurzen Yoga-Sessions mit Albert waren nicht befriedigend. Einmal bei Kälte auf dem Campingplatz habe ich gestreikt. Mochte mich nicht draussen mit kalten Muskeln bewegen. Gustavo hingegen hat uns wirklich gutes und erst noch an mich angepasstes Yoga im Tempel gezeigt.
  • Die empfohlene Diät unterscheidet sich in nichts von derjenigen, zu der man mir in der Reha-Clinic geraten hatte und die ich nach ein paar Monaten leider wieder aufgegeben habe. Nichts Neues.
  • Nach der Rückenmassage durch Albert hatte ich Genickprobleme. Kristens Massagen waren entspannend und lindernd.
  • Die Kommunikation war nicht gut, wir wurden zum Beispiel nicht orientiert, wenn sich die Essenszeiten verschoben haben.
  • Bei unserem ersten Treffen hat uns Albert weis gemacht, unsere Krankheit in einem Monat heilen zu können. In der Lodge waren es plötzlich vier bis sechs Monate und zuletzt gar ein Jahr.
  • Albert hat uns einen Monat in der Lodge verkauft, obwohl er ganz genau gewusst hatte, wie er später selber gesagt hat, dass das Klima für mich nicht gut ist. Zurückerstattet hat er uns nichts.
  • Ich glaube, die jungen Leute die in der Lodge mitarbeiten, werden ausgenutzt: sie müssen täglich fünf Stunden arbeiten und bezahlen zehn Dollar pro Person für ein mickriges Zimmer und drei Suppenmahlzeiten täglich. Das gab mir, die ich mehr bezahlt hatte und dafür nicht arbeiten musste, ein ungutes Gefühl.
  • Albert, der ständig sagt wie unwichtig ihm Geld sei und dass er über fast keines verfüge, besitzt 200 Hektaren Dschungel. Sagt er. Davon wollte er uns eine für 25‘000 Dollar verkaufen. Hält er uns für total bescheuert? Wie kann er für 5 Millionen Dollar Land gekauft haben und ausserdem Land in Bolivien und ein Haus in Calca besitzen und zudem ein Zimmer in Quillabamba bewohnen wenn er kein Geld hat? Später hat uns einer unserer neuen Freunde gesagt, für 25‘000 Dollar bekämen wir 100 Hektaren Dschungel…
  • Albert ist sehr von sich selber überzeugt, nur was er anbietet ist gut. So sind zum Beispiel ALLE Schulmediziner Mafiosi die mit den Pharmafirmen zusammenarbeiten und nur deren Produkte verkaufen wollen. Er weiss alles besser, wie dass Präservative nicht schützen würden und AIDS nicht existiere.
  • Albert lässt sich von uns von Calca nach dem 4 ½ Stunden entfernten Quillabamba fahren ohne anzubieten, etwas ans Benzin zu bezahlen. Dafür dürfen wir ihn noch dreimal zum Essen einladen. Natürlich ohne Dankeschön.

Fazit:
die 2 ½ Wochen in der Lodge waren eine zwar oft unangenehme Erfahrung, aber insgesamt doch spannend, denn wo sonst hätten wir ähnliches erleben können? Zurück bleiben das Gefühl verarscht und ausgenutzt worden zu sein und die Frage: Ist Albert ein selbsternannter Heilpraktiker, ein Schamane oder ein Scharlatan?



3 Kommentare zu „Fazit unseres Dschungelabenteuers“

  1. Isabella sagt:

    Hallo Christine,

    ich hatte aus Deinen letzten Posts schon so etwas herausgelesen, aber es ist schon schade, wenn Du alles so aufgeschrieben vor Dir siehst – da kann nur ein unschönes Gefühl bleiben. Fühl Dich mal virtuell in den Arm genommen zum Trösten.
    Ich hoffe, Du kannst Deinen weiteren Aufenthalt trotzdem genießen und nimmst auch die schönen Eindrücke mit zurück.

    Tatezi sieht richtig gut aus – Ihr scheint die Zeit gut bekommen zu sein.

    Ganz liebe Grüße,
    Isabella

  2. GZi sagt:

    Liebe Christine, ja wo sonst hätte man so etwas derart intensiv erleben können? Schade ist es trotzdem, ich hätte Dir Linderung und mehr Hilfen gewünscht!

  3. Christine sagt:

    Liebe Isabelle, heute können wir bereits darüber lachen. Musste einfach meinen Aeger runter schreiben und vielleicht kann ich jemanden davor bewahren, sich dermassen über den Tisch ziehen zu lassen 🙂 . Oh ja, Tatezi hat es gut gefallen, auch dass dort die Hühner frei herumlaufen. Leider hat sie eines erwischt, das aber knapp mit dem Leben davon kam. Weiss nicht wer mit der Jagd begonnen hat, auf jeden Fall spielten drei Hunde „Hühner-jagen“ 🙁 Im nächsten Blog gibts, speziell für Dich, noch mehr Bilder von uns.

    Liebe Gesa, man kann ja immer hoffen, und vielleicht bringt es wirklich etwas, wenn ich, wieder zu Hause, mich konsequent an die Diätempfehlungen halte. Und wie in der Antwort an Isabella geschrieben, wir können heute lachen. Über uns selbst, und das ist doch gut.


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