Der gefährliche Norden Perus

29. Dezember 2012 von Christine

Nach Dschungel und Wüste sehnten wir uns nach dem Meer und waren deshalb glücklich, in San Bartolo eine Unterkunft auf einer Klippe gefunden zu haben. Wir blieben gleich zwei Tage in dem lauschigen Hotel Las Kahunas im polynesischen Stil. Nur das Wasser war für unseren Geschmack zu kalt. Die Surfer trugen auch alle Neoprenanzüge um ihrem Sport zu frönen. Unser Wunsch war es deshalb, die Weihnachtstage an einem Strand in Ecuador zu verbringen, wo die Wassertemperatur 24 Grad beträgt. So fuhren wir zügig gen Norden, alles auf der Panamericana, der Strasse, die Alaska mit Feuerland verbindet.


Wie oft wurden wir gewarnt, im Norden Perus sei es sehr gefährlich. Nachts dürften wir auf keinen Fall das Hotel verlassen und auch in Taxis drohe Unheil. Wobei die Taxifahrer selber hatten auch Angst, sahen wir doch verschiedentlich, dass sie einen Metallkäfig um sich herum hatten. Zum Schutz vor Übergriffen. Nun, wir wollten aber nach Ecuador, mussten also den Norden durchqueren. Unterwegs trafen wir auf Überreste der Lehmziegelfestung Paramonga. Hier setzten sich die Chimú gegen die kämpferischen Inkas zur Wehr, allerdings ohne Erfolg. Besser erhalten sind die Ruinen von Chan Chan, der einstigen Hauptstadt des Chimú-Reiches, wo im 12. und 13. Jahrhundert rund 100‘000 Menschen lebten. Die riesige Stadt war aus ungebrannten Lehmziegeln gebaut worden. Dass sie bis heute zu einem grossen Teil erhalten ist, ist der trockenen Witterung zu verdanken. Regen hat hier absoluten Seltenheitswert. Umso erstaunter waren wir, dass wir zwischen diesen beiden Ruinenstätten Reisfelder getroffen haben.






In Pacasmayo waren wir nun wirklich im gefährlichen Norden, der uns kulinarisch überraschte. Endlich gab es wieder einmal guten Salat! Wir haben uns verwöhnen lassen und da ich nicht mehr genügend Soles dabei hatte, habe ich mit der Kreditkarte bezahlt. Kaum zurück in unserem Hostal wurde ich an die Rezeption gerufen. Ein junger Mann wolle mich sprechen. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich den Kellner vom Restaurant erkannt habe, mit meiner Kreditkarte! Die Gefährlichkeit des Nordens scheint mir relativ harmlos zu sein.

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