Zum Glück dürfen Hunde nicht Zug fahren

24. Oktober 2012 von Christine

Eigentlich würde ja ein Zug von Cusco nach Aqua Caliente, der Ausgangsstation für Ausflüge auf den Machu Picchu, fahren, der Touristen in nur ein paar Stunden dorthin bringt. Aber Hunde sind darin natürlich nicht willkommen, ja sogar verboten. Zum Glück! Denn so waren wir „gezwungen“ mit dem Auto durchs Valle Sagrado zu fahren, welches wir ohnehin besuchen wollten. Unser erster Halt war Pisac, ein reizendes Dörfchen, in dem bei mir zum ersten Mal das Gefühl aufkam, im Südamerika meiner Kindheitsträume angekommen zu sein. Was für ein farbenfrohes, buntes Treiben in den kleinen Gässchen und auf dem Marktplatz herrschte.


Gleichtags wollten wir unsere durch die nachts in Cusco herrschende Kälte durchgefrorenen Knochen in einem Thermalbad in Calca aufwärmen. Aber nach einer rund halbstündigen Fahrt über eine holprige Strasse mussten wir feststellen, dass das Bad zur Zeit saniert und deshalb geschlossen war. Na ja, dafür haben wir auf dem Rückweg ein hübsches Hostal entdeckt. Hungrig, wie wir unterdessen waren, machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant, in das wir unsere Hunde mitnehmen konnten, und fanden gleich auf Anhieb eine Pizzeria, mit einem riesigen Pizzaofen. Sogar ich, die ich normalerweise nicht unbedingt auf diese südländische Spezialität stehe, fand die servierte Pizza köstlich. Auf dem Rückweg zum Hostal beschlossen wir, uns noch Milch zu kaufen, da wir unseren Tee mit viel kalter Milch lieben, was wir hier immer nur sehr spärlich bekommen. In zirka jedem fünften Haus gibt es einen kleinen Laden, in dem das zum Leben Nötigste verkauft wird. Nur keine Milch, es sei denn Kondensmilch. Schliesslich fanden wir eine Molkerei, die offene Milch anbietet und kauften uns einen Liter davon. Den bekamen wir in einem Plastiksack! Bei mir meldeten sich sofort uralte Bedenken aus der Zeit, als ich noch Kinderkrankenschwester war und so verschenkte Gabi die Milch einer alten, auf der Strasse sitzenden Frau, welche uns dafür mit ihrem zahnlosen Mund herzlich anlachte. Und wir kauften uns Kondensmilch.


Ich bin wirklich froh, ist Gabi bei mir, denn sie liebt das Autofahren. Ich zwar auch, aber nach den Erlebnissen in Bolivien genoss ich es, jetzt mal einfach auf dem Beifahrersitz zu sein und die vorüberziehende Landschaft zu geniessen. Dafür nehme ich sogar Musik von Kid Rock und vielem mehr in Kauf, denn bei uns herrscht die Regel: „Wer fährt, bestimmt die Musik“. Noch dankbarer war ich ihr allerdings, dass sie die beiden letzten zu fahrend Wegstücke auf unserer Anreise zum Machu Picchu übernommen hat. Ich bekam nur schon als Beifahrerin schweissnasse Hände und traute mich kaum, aus dem Fenster in den Abgrund zu blicken. Ob man mit dem Alter noch Höhenangst entwickeln kann?


7 Kommentare zu „Zum Glück dürfen Hunde nicht Zug fahren“

  1. Wirklich tolle Bilder 🙂

  2. Isabella sagt:

    Ich finde es immer wieder schön, Deine Bilder zu sehen und Deine Beschreibungen zu lesen. Mich würdest Du auf diesen Strassen nicht mal in ein Auto bekommen. Ich bin ja schon auf „europäischen“ Strecken gestresst!
    Wie bekommt Tatezi denn das Autofahren mit diesen Strassen und Kurven?
    Ich hoffe, es geht Dir auch gesundheitlich wieder gut und Du hast noch viel Spaß.

    Gruß, Isabella mit Damon und Laika

  3. Stefan sagt:

    Schöne Bilder und eine tolle Reise, die zur Nachahmung einlädt. Ich finde Individualreisen total schön. Das Autofahren dort ist bestimmt mehr ein Erlebnis und von daher nicht so stressreich, als hier im Berufsverkehr.

    Viele Grüße

  4. Jacqueline sagt:

    Ah, Du näherst Dich ans Zwischenziel Machu Picchu! Und erst noch in Begleitung von Gabi!
    Ich wünsche Euch eine ganz tolle Zeit zusammen und freue mich schon auf weitere spannende Berichte von Deiner Reise. Und bleib bitte gesund!
    Liebe Grüsse, Jacqueline

  5. Gabi sagt:

    Es ist hier einfach traumhaft und ich geniesse es sehr! Die Landschaft ist atemberaubend und inspirierend… Was die Strassen angeht, der Berufsverkehr kann zwar an die Nerven gehen, aber die hier zum Teil wirklich sehr abenteuerlichen Strassen liessen auch mein Atem ab und zu stocken. Mam hat mehr oder weniger Blut und Wasser geschwitzt! Es geht auf einbahnigen Strassen mit Gegenverkehr um Haarnadelkurven und auf der Seite ohne Leitplanke steil den Fels runter! Aber schon alleine wegen der Aussicht und dem Ziel lohnt es sich! Love it!

  6. Christine sagt:

    @Hund-unterwegs: Danke

    @Isabelle: Tatezi und Wuschi, der Hund meiner Tochter Gabi, sind zum Glück „autotauglich“. Manchmal sitzt Tatezi auf dem Rücksitz und schaut aus dem Fenster, oft schläft sie aber auch. Wir haben den Rücksitz für die Hunde eingerichtet, mit einem Netz, damit sie bei einer Vollbremsung nicht nach vorne fliegen können.

    @Stefan: Ja, es macht Spass, unabhängig von Gruppen zu reisen! Und wenn wir mal eine geführte Tour mitmachen, so einfach, weil es an manchen Orten einfacher ist.

    @Jaqueline: Ja, unterdessen haben wir das Zwischenziel bereits erreicht – mehr dazu im nächsten Blog. Wir hatten ein paar Tage keinen Internetanschluss und deshalb bin ich in Verzug. Ich bin auch sehr froh, ist Gabi jetzt bei mir! Es macht mehr Spass zu zweit zu reisen und dass ich es auch alleine schaffe, habe ich mir letztes Jahr bewiesen; muss das deshalb nicht mehr. Gesundheitlich geht es mir wieder gut, Danke! Liebe Gruess

    @Gabi: Aha, jetzt weiss ich also, dass auch Du ein wenig Angst gehabt hast. Bin aber froh, hast Du Dir während der Fahrt nichts anmerken lassen. Danke!

  7. Manuel W. sagt:

    der Machu Picchu ein wirklich wunderschöner Ort, auch für Hunde..! 😉


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