Erstes Traumziel erreicht: Machu Pichu

28. Oktober 2012 von Christine

In Hydroelectrica war Endstation für unser Auto. Von hier aus geht es nur noch zu Fuss oder mit dem Zug weiter nach Aguas Calientes. Zwei bis drei Stunden leichte Wanderung seien es, hat man uns im Hostal in Cusco versichert, was für uns ein Kinderspiel sein sollte, gehen wir doch täglich mindestens zwei Stunden mit den Hunden spazieren. Aber ich muss gestehen, dass ich schon nach zirka 100 m kapituliert habe. Mein Herz ist gerast wie verrückt, mein Kopf fühlte sich heiss an und ich wusste, ich würde diesen leichten Aufstieg nie schaffen. Darum haben wir beschlossen, dass Gabi mit den Hunden den Aufstieg zu Fuss absolvieren sollte, während ich mit den Tagesrucksäcken den Zug nehme. Da ich fast drei Stunden auf den nächsten Zug warten musste, auf einem harten, 20 cm breiten Bänkchen, kamen wir fast gleichzeitig in Aguas Calientas an – und waren damit nur noch eine Nacht von meinem Kindheitstraum, dem Machu Picchu entfernt.

Erstaunlicherweise konnte ich in dieser Nacht gut schlafen und war überhaupt nicht aufgeregt. Um 05.00 Uhr ging es los, ich durfte als Erste zum magischen Ort gehen, während Gabi mit den Hunden im Hotel geblieben und mit ihnen spazieren gegangen ist. Während der halbstündigen Fahrt hinauf zum Eingang habe ich gespannt aus dem Fenster geblickt, um ja den ersten Anblick nicht zu versäumen. Doch Machu Picchu hat es spannend gemacht: zum einen sieht man nichts von der alten Stadt, bis man sein Eintrittsticket und den Pass gezeigt hat und um ein paar Kurven gegangen ist, und zum anderen alles war nebelverhangen.

Doch langsam löste sich der Nebel auf und die Ruinen zeigten sich. Ich habe mich hingesetzt, die Natur und die Überreste dieser Inkastadt einfach auf mich wirken lassen. So früh am Morgen hatte es noch wenig Touristen und so konnte ich auch die Stille geniessen. Das kam mir gelegen, um ein vor 2 ½ Jahren gegebenes Versprechen einzulösen: Ich hatte meiner Mutter noch kurz bevor sie gestorben ist versprochen, hier an sie zu denken. Denn auch sie hatte einen grossen Teil ihres Lebens davon geträumt, einmal hier hin zu kommen. Ja, über viele Jahre haben wir davon gesprochen, diese Reise zusammen zu machen. Aber es kam wohl immer etwas dazwischen. Und jetzt war ich statt mit meiner Mutter mit meiner Tochter hier, habe aber gefühlt, dass sie irgendwie auch bei uns war. Es war ein gutes Gefühl.



3 Kommentare zu „Erstes Traumziel erreicht: Machu Pichu“

  1. Isabella sagt:

    Hallo Christine,

    es freut mich sehr für Dich, dass Du diesen Traum erleben durftest. Besonders schön finde ich zu lesen, dass Du auch einen Traum Deiner Mutter damit erfüllt hast.

    Ich hoffe, Du hast noch viele weitere schöne Erlebnisse, an denen Du uns teilhaben lässt!

    Viele Grüsse, Isabella

  2. Christine sagt:

    Hallo Isabelle, ja, es war ein unvergessliches Erlebnis! Und es tat gut, das Mutter gegebene Versprechen einzulösen. Sie schien mir dort sehr nahe zu sein. Liebe Gruess Christine

  3. GZi sagt:

    Es sieht wundervoll aus! Ich erinnere auch die vielen Erzählungen und Erlebnisse, von denen meine Großmutter von ihren Besuchen bei ihrem Bruder in Chile berichtete… ich bin sehr gespannt, ob ich es noch schaffen werde, meinerseits nun die nachkommen meines Onkels zu besuchen und ähnliche Erlebnisse zu haben und diese dann gedanklich mit meiner Großmutter zu verbinden.
    Besonders schön finde ich, dass Du es nicht allein bewältigst, sondern Deine Tochter und Eure Hunde dabei hast! Ich kann mir sehr gut vorstellen, welch berührende Erlebnisse das für Dich sind! Seid ♥lich gegrüßt!


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