Ein Hundeleben gerettet?

8. Oktober 2012 von Christine

In Peru sterben pro Jahr durchschnittlich 20 Menschen an Tollwut. Verständlich deshalb, dass die Bevölkerung Angst hat und man alles tut, um diese Krankheit auszurotten. In Europa denken wir bei möglichen Ansteckungsquellen vor allem an Füchse, mancherorts auch an Hunde. Und diese sind es auch, die hier vor allem bekämpft werden: die Strassenhunde.

Bei meiner Ankunft in Cusco musste ich ja einen Arzt konsultieren, welcher mir das Problem mit den Strassenhunden aufgezeigt hat. Mit verschiedenen Aktionen seien die Strassenhunde geimpft und danach mit einem roten oder blauen Halsband als geimpft gezeichnet worden. Nur konnten natürlich unmöglich alle Hunde geimpft werden, und deshalb würde man nun in einer weiteren Aktion die nicht geimpften vergiften. Mit ausgestreutem, vergifteten Futter! Bloss, so frage ich mich, wie sollen geimpfte Hunde wissen, dass sie dieses tödliche Futter besser nicht fressen? Der Arzt hat mir eindringlich geraten, mit Tatezi nur noch mit Maulkorb spazieren zu gehen. Was sie nicht besonders mag, aber jetzt halt obligatorisch ist.

Ich habe mich noch bei verschiedenen Leuten erkundigt, ob dies wirklich stimme und bin auch in eine Tierklinik gefahren um mich zu vergewissern. Auch dort hat man mir bestätigt, dass von Zeit zu Zeit die Strassenhunde vergiftet würden.

Ob seine Tage wohl gezählt sind?

Viele Hunde gehören zwar jemandem, leben aber grösstenteils frei auf der Strasse. So auch der kleine Hund der Wirtin eines Restaurants, das sich zu meiner Lieblingsbeiz entwickelt hat. Sie hat mich, wie auch viele andere Leute, gefragt, warum denn Tatezi einen Maulkorb trage. Als ich es ihr erklärt hatte, meinte sie, ihr Hund sei auch nicht geimpft, da er Angst vor Spritzen habe. Wer da wohl Angst vor reinem kleinen Piecks hat? Aber als ich das nächste Mal bei Ihr essen war, trug ihr Hund ein rotes Halsband.

Auch letztes Jahr starben 20 Menschen an Tollwut, doch kein einziges dieser Opfer wurde durch einen Hundebiss infiziert. Alle wurden durch Fledermäuse angesteckt…

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Ergänzung am 10. Oktober:
Heute früh im Morgengrauen hörten wir Hunde bellen und winseln. Als ich drei Stunden später mit Wuschi und Tatezi für ein erstes Pipi am Tag raus ging, waren die beiden Strassenhunde, die ich während den letzten acht Tagen immer am selben Platz liegen sah, verschwunden. Und auch auf der ganzen Plaza de Armas, dem Zentrum Cuscos, sahen wir keinen einzigen Hund. Erst gegen Mittag entdeckten wir ein paar wenige. Wie viele Hunde wohl diese Nacht nicht überlebt haben?

Er ist der zweite Hund, der sich immer vor dem Hostal zum Schlafen nieder gelegt hatte

7 Kommentare zu „Ein Hundeleben gerettet?“

  1. GZi sagt:

    Welch furchtbare Geschichte, liebe Christine! Ich glaube, vieles, qwas Du berichtest, würde mich dort, müsste ich es in all seinen Dimensionen erleben, fühlen, erfassen und nicht nur lesen, würde mich sehr nach unten ziehen. – Aber ja, es ist ein anderes, Land, sie haben andere Prioritäten und ein Hundeleben zählt nicht viel (manchmal ja sogar auch hier nicht)… aber so viel unschuldige Hundeopfer in Kauf zu nehmen, das ist schon ganz schrecklich! Pass bloß gut auf Tatezi auf!

  2. Christine sagt:

    Liebe Gesa, was mich hier wundert, ist, dass es so wenig Strassenhunde hat. Ich weiss jetzt natürlich nicht, ob schon so Aktionen durchgeführt wurden, oder ob sie die Hunde kastriert haben. Hoffe letzteres. Und ja, wir passen gut auf unsere Hunde auf. Tatezi hat sich mittlerweilen schon ganz gut an den Maulkorb gewöhnt. Liebe Gruess Christine

  3. GZi sagt:

    Liebe Christine: Danke für deine lieben Worte auf meinem Blog – die Treffeneröffnung war ein toller Erfolg! ich freue mich sehr und bin gespannt, was der morgige Abend bringt! In deine Worte interpretiere ich hinein, dass deine Tochter nebst Hund auch schon bei Dir ist?!? Das freut mich und ich wünsche Euch eine gute zeit zusammen! Hoffe, Dir geht es mittlerweile wieder besser!!!

  4. denise sagt:

    Liebe Christine, es freut mich, dass Du wieder am reisen bist. Neugierig habe ich Deine Berichte gelesen und reise in Gedanken mit. Cuzco ist wunderschön, dort hat es mir sehr gut gefallen. Geniesse es in vollen Zügen, man ist schneller wieder Zuhause als man denkt. Die Strassenhunde sind uns damals auch sehr ans Herz gewachsen, einige von Ihnen hätte ich am liebsten mit nach Hause genommen. Manche sind richtig liebesbedürftig, als Welpen werden sie geknuddelt und naher will sie niemand mehr. Einfach nur traurig.
    Hoffe Dir geht es wieder gut und Du bist startklar für den Machu Pichu.
    liebe Grüsse aus Bülach
    Denise

  5. Christine sagt:

    @ Gesa: ja, Gabiela ist gestern angekommen!

    @ Denise: Liebe Denise, freut mich, von Dir zu hören! Ja, Cusco gefällt mir auch sehr gut, wenn nur das Problem mit den Hunden nicht wäre. Es ist so traurig, durch eine so grosse Stadt zu gehen und fast keine Hunde mehr zu sehen. Dabei machen die Leute hier immer den reinsten Aufstand wenn sie Tatezi sehen und wir mussten schon unzählige Male für Fotos posieren. Und ja, ich habe mich unterdessen wieder erholt und in ein paar Tagen geht es zum Machu Picchu. Liebe Gruess Christine

  6. urlaub ist schön, aber wenn ich auf solche tiere stoße, bin ich in der regel die erste, die erstmal im nächsten supermarkt futter kaufen geht.
    dir viel spaß im urlaub trotzdem

  7. Christine sagt:

    @ Welpentraining: Gabi hat für die Hunde das halbe Sandwich aufgespart. Aber sie sehen hier gut genährt aus, Futter zu bekommen scheint kein Problem zu sein.


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