Vollkornbrot und „Züpfe“ in La Paz

12. September 2012 von Christine

Ich, die ich normalerweise Angst habe mit dem Auto durch Zürich zu fahren, musste quer durch La Paz kutschieren. Nach 1 ½ stündiger Irrfahrt und jeder Menge Adrenalinstössen gelang es mir einen Parkplatz zu finden und nach einem Taxi Ausschau zu halten, das mich zum Hotel lotsen sollte. Leider stand das gefundene Taxi in die andere Fahrtrichtung und so musste ich zum nächsten Kreisel fahren um zu wenden, doch ich habe dummerweise die falsche Ausfahrt erwischt. Was, wenn man als Fussgänger unterwegs ist, faszinierend exotisch sein mag, wird zum Alptraum, wenn man selber fahren muss: ein schier unvorstellbares Gewimmel von Strassenhändlern, deren Stände in die Fahrbahn hineinreichen, dichter Verkehr altersschwacher Busse und Taxis, viele Fussgänger, die überall und jederzeit in die Strasse laufen und zudem hat La Paz ein kompliziertes Einbahnsystem. Ich hätte das Taxi nie mehr gefunden. Deshalb habe ich kurzerhand die Warnblinker eingeschaltet und auf der nächsten Kreuzung gewendet. Erstaunlicherweise hat niemand gehupt, obwohl ich den ganzen Verkehr aufgehalten habe, fast in einen Berg Orangen gefahren bin und eine dicke Marktfrau beinahe umgefahren hätte. Letztere hat, nahm ich ihrem Gesichtsausdruck an, mich gewaltig verflucht.

War das eine Erlösung, als ich im Hotel Oberland angekommen bin, das südlich von La Paz auf einer tieferen und damit angenehmeren Höhe liegt als die Grossstadt, wo die Häuser bis auf 4100 m an den Berghängen kleben. Ich hatte Trotzdem Mühe Treppen zu steigen und habe mich gefragt, wie man in dieser Höhe noch Fussball spielen könne.

Wie habe ich es genossen, im Schweizer Hotel zum Frühstück Vollkornbrot und selbstgebackene „Züpfe“ zu essen! Und das grosse, hübsche Zimmer kam mir nach der Zelle in Patacamaya wie ein Palast vor. Auch konnte ich gut mit Tatezi in einem nahe gelegenen Park neben dem Zoo spazieren gehen. Nur ein paar Minuten zu Fuss vom Hotel entfernt liegt das Valle de Luna, wo die Natur durch Erosion zum Künstler geworden ist.

3 Kommentare zu „Vollkornbrot und „Züpfe“ in La Paz“

  1. GZi sagt:

    Welch tolles Foto vom Valle de Luna!
    Und Deine Schrecknisse mit dem auto in La Paz kann ich gut nachempfinden – geht es mir doch ähnlich in jeder fremden Großstadt… heir sage ich: Gott sei Dank habe ich Navi – aber das wirst Du da „unten“ ja sicher nicht habe – oder wäre es vielleicht eine Überlegung, sich das für Düdamerika anzuschaffen? Ich habe hier eines für Europa… also auch für mehrere Länder, das wird es dort doch sicher auch geben…

  2. Christine sagt:

    Liebe Gesa: weiss nicht, ob es ein Navi fuer hier gibt. Aber ich wuerde dem kaum trauen, denn hier, zumindest in La Paz war es so, hat es sehr viele Einbahnstrassen, die nicht signalisiert sind! Deshalb nehme ich mir jetzt in groesseren Orten einfach ein Taxi, dem ich dann hintenher fahren kann. Taxis sind ja hier nicht teuer. Liebe Gruess Christine


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