Wahlen in Bolivien

25. Oktober 2011 von Christine

Die höchsten Richter des Landes wurden am letzten Sonntag in Bolivien gewählt. Das bedeutete, dass, wie vor allen Wahlen, von Freitag Nacht um 24 Uhr bis Sonntag Nacht um 24 Uhr kein Alkohol verkauft werden durfte. Ja, sogar in den eigenen vier Wänden war das Trinken alkoholischer Getränke verboten. Das sei, sagte man mir, damit die Wählenden einen klaren Kopf hätten und wüssten wie die Wahlpapiere auszufüllen seien. Auch Touristen sind von diesem Gesetz betroffen und so kam ich nicht mehr in den Genuss, zum Abschied im Hotel nochmals einen Caipirinha zu trinken. Schade, denn es ist der beste, den ich je genossen habe.

Zum Glück habe ich auch noch erfahren, dass am Sonntag, dem eigentlichen Wahltag, das Fahren jeglicher Motorfahrzeuge verboten sei. Was jetzt? Ich wollte doch am Samstag losfahren! Da auch Restaurants und sämtliche Geschäfte geschlossen sein sollten, beschloss ich bis am Montag in Sucre zu bleiben. Denn für Hotels gilt das Verbot nicht. Der Hotelbetrieb war allerdings eingeschränkt, denn viele der Angestellten wohnen zu weit weg, um den Arbeitsplatz zu Fuss erreichen zu können. Die Rezeptsionistin, eine stark übergewichtige Frau, war fix und fertig, als sie zur Arbeit erschienen ist. Drei Kilometer zu Fuss sind bei ihrem Gewicht auch eine grosse Leistung. Aber gut hat es ihr sicher getan.

Wissend, wie langsam alles in Südamerika gehen kann, wurde mir allerdings ein bisschen bange beim Gedanken daran, dass mir jetzt nur noch ein Arbeitstag in Arica, Chile, bleiben würde, um einen Abstellplatz für mein Auto zu finden. Denn für die Fahrt dorthin würde ich vier Tage brauchen. Auf dem Weg zu Monika, wo mein Auto während meinem Heimaturalub stationiert gewesen ist, habe ich Eric, dem Taxifahrer, von meiner Sorge erzählt. Er meinte darauf spontan, er könne mich in zwei Tagen nach Arica fahren. Ich kenne Eric von meinem letzten Aufenthalt in Sucre, denn er ist einer der wenigen Taxifahrer, die wissen wo Monika wohnt. Wir wurden uns schnell einig. Und so konnte ich die lange Fahrt ganz entspannt auf dem Beifahrersitz geniessen und für einmal die Umgebung uneingeschränkt betrachten.






2 Kommentare zu „Wahlen in Bolivien“

  1. GZi sagt:

    Es ist schon unglaublich, was Du so alles auf Deiner Fahrt erlebst und ich bin begeistert, wie souverän Du das löst! Hut ab vor so viel Courage und Durchsetzungsvermögen! Du bist wirklich klasse!

  2. Christine sagt:

    Liebe Gesa, na ja, so viel Mut braucht es ja nicht, sich von einem Taxifahrer durch die Landschaft kutschieren zu lassen 🙂 . Aber ich habe es genossen! Stressig war einfach, dass mir die Zeit davonlief. Und der laaaange Rückflug… Christine


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