Träume und Realität

16. Juni 2011 von Christine

Mit Bolivien habe ich eines jener Länder erreicht, von denen meine Jugendsehnsucht gehandelt hat. In meinen damaligen Träumen kamen frabenfroh gekleidete, tanzende und lachende Menschen vor. Wilde Berglandschaften und immergrüne Dschungel. So wie uns die Werbung suggeriert, dass diese Länder seien. Aber weder Schmutz noch Armut habe ich mir damals vorgestellt. Und obwohl ich natürlich gewusst habe, dass diese Traumbilder kaum der Wirklichkeit entsprechen würden, war ich geschockt ob dem Dreck und den bettelnden Menschen. Ob den winzigen Häusern, die zum Teil sogar halb zerfallen sind.

Auch die Strassenhunde taten mir leid, die sich aus den Abfallbergen ernähren. Ich glaube allerdings kaum, dass sie Hunger leiden müssen, denn Essensreste werden wie Plasitkflaschen und anderer Abfall einfach auf die Strasse geworfen. Und natürlich hebt niemand den Kot all der Hunde auf, so dass ein Spaziergang mit Tatezi oft zum reinsten Ballanceakt zwischen all den Häufchen wird.

Und dann die Diskrepanz zu den Stadtzentren, mit den prächtigen, renovierten Häusern, die auch sauber sind. Es hat mich beelendet. Alleine in meinem kargen Hotelzimmer habe ich mich gefragt: warum bloss bin ich hier? Was tue ich hier?

Doch dann kam die Fahrt von Oruro nach Potosí und drei Tage später weiter nach Sucre. Eine Fahrt, laut meinem Reiseführer durch eine der schönsten Landschaften Boliviens. Das war die wilde Berglandschaft, die ich mir vorgestellt hatte! Die Strasse führte in unzähligen Kurven immer wieder bergauf und dann ebenso rasant hinunter. Ich bin ganz gemählich gefahren, Verkehr hatte es praktisch keinen, und konnte mich kaum sattsehen an der farbenvielfalt dieser Berge. Und ich wusste wieder, warum ich auf dieser Reise bin.





3 Kommentare zu „Träume und Realität“

  1. GZi sagt:

    Wahnsinnig schöne Landschaftsfotos, liebe Christine! Toll, dafür lohnt es sich! Mir würde der Unterschied zwischen Arm und Reich auch sehr zu schaffen machen und zu sehen, wie alles verdreckt und die Tiere auf der Straße. ich hätte wahrscheinlich auch total Angst, dass die meinen Hund anfallen, weil er ja nicht zum (Straßen)Rudel gehört… – es ist schon toll, wie Du das alles meisterst!
    Liebe Grüße zu Euch und pass gut auf Euch auf!

  2. GZi sagt:

    Huhu!! Alles klar bei Dir???? So lange Funkstille…. Hoffe sehr, alles ist ok mit Dir und Tatezi! Ganz liebe Grüße!!!

  3. Christine sagt:

    @ Gesa: Liebe Gesa, entschuldige Bitte, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe! Uns geht es bestens, ich war nur sehr müde und mochte abends nichts mehr machen. Mehr dazu im nächsten Blog 🙂
    Und Danke für das Kompliment für die Fotos. Ja, das war wirklich eine sehr eindrückliche Fahrt.
    Wünsche Dir einen schönen Sonntag. Christine


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