San Pedro de Atacama – Stadt in der Wüste

30. April 2011 von Christine

Die Sehenswürdigkeiten von San Pedro de Atacama müssen verdient werden mit einer Fahrt über hunderte von Kilometern durch die trockenste Wüste der Welt. Wir haben unterwegs in Antofagasta und Calama Halt gemacht, denn zu lange können wir an einem Tag nicht fahren.

Für San Pedro de Atacama hatten wir sechs Tage eingeplant. Zum Glück, denn einen davon haben wir ganz anders verbracht als vorgesehen: gegen Morgen ist Gabriela mit Durchfall erwacht. Um 8 Uhr musste sie erbrechen, hatte aber noch kein Fieber. Doch nur zwei Stunden später war ihre Temperatur auf 39,5 Grad gestiegen! Es war Zeit zu handeln, wir haben die örtliche Notfallstation aufgesucht. Dort hat man uns beschieden, dass sie für Laboruntersuchungen ins Spital nach Calama müsse, eine Stunde Fahrt durch die Wüste entfernt.

Ron, unser Guide für drei Touren, hat sich anerboten mit ihr zu fahren, so konnte ich bei Tatezi bleiben. Mit schlechtem Gewissen, denn kaum waren die beiden weg, habe ich mir die schrecklichsten Dinge ausgemalt: „Was, wenn das Fieber weiter steigt und sie mitten in der Wüste sind?“ Das waren neun sehr lange Stunden, bis meine Tochter endlich zurück war. Noch etwas schwach, aber Dank erhaltener Infusion und Medikamenten bereits auf dem Weg der Besserung. 24 Stunden später war der Spuk vorbei. Vermutlicher Auslöser davon war ein Salat gewesen, den sie am Abend zuvor gegessen hatte. Der Koch des Restaurants wohnt in derselben Lodge, in der wir einquartiert gewesen sind, und er wusste allerdings einen anderen Grund. Er hat gemeint, sie hätte sich einfach überessen. Eine gute Ausrede ist allemal einen Batzen Wert.

Am nächsten Tag konnten wir uns endlich daran machen, die Umgebung selber zu erkunden. Alleine sind wir zu den bizarren Felsen „Monjes de Pacana“ gefahren, die wie künstlich erschaffene Skulpturen in der Wüste stehen. Ron hat uns zu den Lagunen Miscanti und Cejas gefahren, die malerisch vor dem Hintergrund von Vulkanen liegen. Den Sonnenuntergang haben wir auf einem Salzsee erlebt. Auf der dritten Tour führte uns unser Guide zu den Geysiren von Tatio. Dabei warnte er uns ausdrücklich davor, nicht hinter die mit Steinen markierte Absperrung zu treten. Der eine oder andere Tourist sei schon in einen Geysir gefallen und so zu Tode gekommen. Deshalb habe ich Tatezi natürlich an ganz kurzer Leine gehalten. Ich nehme an, die Tour am gleichen Abend, die uns durch das Valle de la Muerte und das Valle de la Luna geführt hat, hat ihr besser gefallen, denn dabei konnte sie im Sand herumtoben. Wir allerdings waren ein bisschen traurig, denn es war Gabrielas letzter Abend in Chile




PS: Wer kommt mich jetzt besuchen? 😉

3 Kommentare zu „San Pedro de Atacama – Stadt in der Wüste“

  1. GZi sagt:

    Oh Gott, welch Schrecken!!! Wie gut, dass es Gabriela wiedr besser geht! Die Fotos von tatezi und ihr sind beide ganz bezaubernd!

  2. Christine sagt:

    Liebe Gesa, ja, das waren keine angenehmen Stunden und ich war sehr erleichtert, als es ihr besser gegangen ist. Kaum zu glauben, dass Tatezi auf einem „See“ sitzt, oder? Christine

  3. Akani sagt:

    Sehr schöne Gegend und super Fotos.


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