Bye, bye, Argentina

16. März 2011 von Christine

In Argentinien kam ich zum Schluss noch zu zwei besonders guten Erlebnissen: dem Besuch des Bosque Petrificado (versteinerter Wald) von Sarmiento und der grossen Hilfsbereitschaft der Familie Weck.

Auf der Fahrt Richtung Norden haben wir in Sarmiento einen zweitägigen Halt eingelegt, denn der Bosque Petrificado sollte der letzte Naturpark sein, den ich in Argentinien besuchen wollte. 62 bis 65 Millionen Jahre alt sind die Baumstämme, die hier wie frisch gefällt kreuz und quer in der Steppe liegen. Ihre Konservierung ist einem vulkanischen Aschenregen zu verdanken, der sie vollständig bedeckt hatte. Das trockene Wüstenwetter mit fast ständig heftig wehenden Winden hat sie mit der Zeit wieder freigelegt und gleichzeitig die Landschaft pittoresque geformt.



San Carlos de Bariloche, unsere letzte Station im zweitgrössten Land Südamerikas, wird oft als die „Schweiz Argentiniens“ bezeichnet. Mir kam die Stadt eher wie ein grausames Disneyland vor, mit all den Bernhardinerhunden, die oft noch mit umgebundenem, kleinem Fass den ganzen Tag in der prallen Sonne ausharren müssen und wohl als typisch schweizerisch gelten. Was ist noch typisch? Schokolade! Und so hat es unzählige Geschäfte, die selbstgemachte Schokolade verkaufen. Die Restaurants werben auf grossen Tafeln für ihr Fondue. Nein, auf all das hatte ich wirklich keine Lust. Und so war ich ganz froh, lag die erste Cabaña (Bungalow) die uns aufzunehmen bereit war, rund 6 Kilometer ausserhalb des Stadtzentrums.

Die ganze Familie Weck, Besitzer der Cabaña, war unglaublich hilfsbereit. Als sie hörten, dass ich mein Mietauto abgeben müsse und plane per Autostopp nach Chile zu reisen, legten sie ein vehementes Veto ein. Das sei viel zu gefährlich, das dürfe ich auf keinen Fall tun, meinten sie alle. Viele Autostopper würden ausgeraubt oder verschwänden spurlos, wie vor noch nicht allzu langer Zeit auch eine junge Schweizerin, von der man nie mehr etwas gefunden habe. Die Tochter hat sich fast den Finger wund telefoniert, bis sie eine Busgesellschaft gefunden hat, die gewillt war uns mitzunehmen. Mutter und Schwiegersohn fuhren dann noch am selben Abend um 20 Uhr mit uns in die Stadt, damit ich die Tickets kaufen konnte. Nun sei alles gut, glaubten sie.

Na ja, ganz so problemlos ging die Abfahrt natürlich nicht über die Bühne. Ich musste, wie damals in Sao Paulo, mehr als eine halbe Stunde mit dem Chauffeur verhandeln, bitten und betteln, bis er mich einsteigen liess. Seine Bedenken: in Chile sei das Mitführen von Hunden in Bussen verboten, wir kämen nicht über die Grenze. Nur, an der Grenze zu Chile waren alle Beamten äusserst nett, haben sich nach Tatezis Rasse erkundigt, sie gestreichelt und mir bereitwillig all ihre für den Grenzübertritt notwendigen Papiere gestempelt. Und so konnten wir erleichtert in Chile einreisen.

2 Kommentare zu „Bye, bye, Argentina“

  1. GZi sagt:

    Oh, Du bist schon in Chile!!! Wo planst Du überhall hinzufahren??? Falls Du nach Concepción fährst und zufälligerweise die Pastelería Roggendorf siehst bestelle der Senior-Chefin Ruth Roggendorf herzliche Grüße! Ich habe allerdings Ewigkeiten nichts mehr von ihr gehört.
    Dass Dich die Familie Weck vom Autostopp abgehalten hat, finde ich mehr als löblich, welch abenteuerliche Idee von Dir, so viel Risikobereitschaft habe gar nicht von Dir erwartet… tsetsetse, Christine, bitte nicht leichtsinnig werden!

  2. Christine sagt:

    @Gesa: Nein, tut mir leid, wir sind nicht in Concepción gewesen. Ich bin natürlich auch sehr froh, hat es dann noch noch mit dem Bus geklappt. Aber andernfalls hätte mich ja Tatezi beschützt. Mit liebem Gruss Christine


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