Abenteuer Autokauf

22. März 2011 von Christine

Nach meinen Erfahrungen mit der oft sehr mühsamen Suche nach einem Hotel in Argentinien, dem Bitten und Betteln um in einem Bus mitgenommen zu werden und dem unangenehmen Zeitdruck, der mir durch das Mietauto entstanden ist, stand fest: ein eigenes Auto muss her. Und zwar eines, in dem ich zur Not auch schlafen kann.

So bin ich gleich am Tag nach meiner Ankunft in Osorno, Chile, zur Bank gegangen, um ein Konto zu eröffnen. Occasionsautos werden hier bar bezahlt, ich musste also irgendwie zu mehr Bargeld kommen. In der ersten aufgesuchten Bank beschied man mir, ein Konto könne ich nur eröffnen, wenn ich in Chile ein regelmässiges Einkommen hätte. Auch in der Bank Santander schüttelte die Frau am Empfang bedauernd den Kopf und ihr herbeigerufener Chef sagte, ohne RUT gehe das nicht. Da habe ich mich schnell ins Gespräch eingemischt, denn eine RUT-Nummer hatte ich mir schon besorgt. Diese Steuernummer ist nötig um in Chile Geschäfte tätigen zu können. Jetzt brauchte ich nicht einmal ein Konto zu eröffnen, denn mit dieser RUT-Nummer könne ich das Geld jederzeit abheben. Glaubte man in Chile. Nicht aber in der UBS Schweiz. So vergingen ein paar Tage mit Vorsprechen auf der Bank Santander und Telefongesprächen und Mailkorrespondenz mit der UBS. Dazwischen habe ich mich schon mal ein wenig bei Autohändlern und in Garagen umgesehen. Und mich auf Donnerstag gefreut.

Am Donnerstag um 5 Uhr in der Früh weckte mich ein geflüstertes „Mam“. Meine Tochter Gabriela war angekommen um die nächsten 3 ½ Wochen mit mir durch Chile zu reisen. Sie war es auch, die via Internet recherchiert hatte, was es alles braucht um ein Auto kaufen zu können. Und die für alle Fälle noch Traveler Cheques mitgebracht hat.

Zusammen haben wir uns für ein Auto entschieden, einen Jeep Compass. Aber das Geld war immer noch nicht da. Und auch der Garagist hatte ein Problem: er konnte das Auto eigentlich noch gar nicht verkaufen, da noch eine Schuld des Vorbesitzers darauf eingetragen war. Wir entschlossen uns Vertrauen ineinander zu haben und zu einem Deal: wir bekommen das Auto am Freitag, bezahlen aber erst die Hälfte. Am Freitagmorgen sind wir deshalb gleich wieder zur Bank, diesmal um die Schecks einzulösen. Wir ernteten erneut bedauerndes Kopfschütteln, bekamen aber die Empfehlung zweier Wechselstuben. Die erste hatte kein Geld, da sie eben Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls geworden war! Die zweite hatte nicht genug Geld, konnte uns aber einen Scheck ausstellen, den der Garagist akzeptierte.

Jetzt vergingen nur noch ein paar Stunden des Wartens auf alle Papiere und dann hatte ich um 19.30 Uhr endlich mein Auto!
PS: Dies ist eine stark gekürzte Fassung des Hin und Hers…

4 Kommentare zu „Abenteuer Autokauf“

  1. GZi sagt:

    Genial – und was für ein Umstand. ich erinnere mich an ähnliches, als ich in den Ende 80er in Spanien war… aber das war natürlich lange nicht so aufregend, wie deine Geschichte, außer, dass ich erst Anfang 20 war, mich bei einer Familie eingemietet hatte, die natürlich ihr geld wollte und mein Geld einfach nicht auf meinem Konto in Spanien einging… Ein bisschen Bammel, dass die mich wieder rausschmeißen hatt ich schon, aber ich habe fast 4 Wochen bei denen gewohnt, ohne zu zahlen und sie haben mir sogar Geld geliehen…
    Das Auto sieht toll aus (und ich hoffe, Ihr habt es so weit möglich geprüft ;-)) Ich freue mich sehr, dass Du jetzt 3,5 Wochen Gesellschaft hast und ihr werdet bestimmt eine tolle zeit haben!!!! Liebe Grüße – hier kehrt langsam der Frühling ein…

  2. GZi sagt:

    Hab grad noch mal Deine Antwort auf meinen Post „bye Argentinia“ gelesen…
    Da hatte ich Dich nach Concepción gefragt – Concepción in CHILE – da seid Ihr doch jetzt… Allerdings weiß ich ja nocht, ob Ihr Euch auch die großen Städte anschauen werdet oder nur die Naturschönheiten…. Aber falls ihr hinfahrt und die Pastelleria Roggendorf besucht (soll sich lohnen, lecker) dann Grüße an Ruth, die Seniorchefin…

  3. Ina sagt:

    Hallo Christine.
    Ich bin heute ganz zufällig über deinen Blog gestolpert und habe mich rieseig gefreut.
    In den letzten Wochen habe ich öfters an Tatezi und dich gedacht und mich gefragt, wie es euch geht in Südamerika. Ich wünsche euch zweien auch weiterhin eine spannende Reise. Liebe Grüsse Ina (aus der HuSchu)

  4. Christine sagt:

    @Gesa: wir waren nicht in Concepción, tut mir leid. Meist umfahren wir die grösseren Städte (Verkehr!), aber wir haben jetzt gerade eine Ausnahme gemacht. Ja, das mit dem Auto war wirklich ein Abenteuer! Es fehlt uns immer noch ein Papier und dem Garagisten die Hälfte des Geldes. Zum Glück ist er sehr vertrauenswürdig und hat uns wirklich sehr geholfen. Liebe Gruess Christine

    @Ina: Ich muss sagen, ich vermisse die Hundeschule ein wenig, vor allem Tatezi täte es gut, wieder einmal richtig zu üben. Liebe Gruess Christine


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