Schlemmertage in Puerto Iguazú

11. Februar 2011 von Christine

Wir sind endlich unterwegs nach Süden! Fahren wohin wir wollen, wann wir wollen und halten an, wo es uns gefällt. Aber diese Freiheit musste mit drei weiteren Tagen des Wartens in Puerto Iguazú, der Stadt an den Wasserfällen auf argentinischer Seite, verdient werden.

Als Mietauto hätte ich eine schöne Limousine bekommen – nur wohin mit Tatezi da drin? Ungesichert auf dem Rücksitz, das wäre mir zu gefährlich gewesen. Für sie und für mich. Deshalb habe ich mich für den kleineren, dreitürigen Ford KA entschieden. Der aber war gerade zur Überholung in der Garage, was hier halt ein bisschen länger dauert als zu Hause. Diese drei Tage des Wartens waren der bisherige kulinarische Höhepunkt unserer Reise.

Erst habe ich eines der wunderbar zarten Steaks gegessen, für die Argentinien bekannt ist. Da ich während den Reisevorbereitungen gelesen hatte, dass die vielen Einwanderer aus Italien die argentinische Küche bis heute beeinflussen würden, wählte ich am zweiten Tag Spaghetti aus. Und habe die besten Spaghetti meines Lebens genossen! Frische Spaghetti, an einer Sauce aus Chardonnay und Rahm mit vielen frischen und getrockneten Pilzen. Am dritten Tag war wieder Fleisch angesagt, denn ich muss ja schliesslich aus den Resten Tatezis Mahlzeiten zubereiten. Diesmal entschied ich mich für ein Plätzchen nach Milaneser Art. Auch das hat köstlich geschmeckt und war so gross, dass es den Teller auf beiden Seiten überragte. Tatezi hat es geschätzt.

Dann war es endlich soweit und ich konnte den Ford abholen. Noch unvertraut mit der argentinischen Fahrweise und seit 14 Jahren nicht mehr an ein Auto mit manueller Schaltung gewöhnt, ging ich es langsam an. Unser erstes Ziel war deshalb Montecarlo, zirka 150 km südlich von Puerto Iguazú. Nicht weil ich dort auf ein Casino hoffte, auch wenn mir das Poker spielen mit meinen Kindern fehlt, sondern weil das Geburtshaus von Che Guevara in der Nähe ist. Aber, ich muss es gestehen, ich habe mich verfahren und das denkwürdige Haus nicht gefunden.

Dafür habe ich am nächsten Tag einen Kultort ganz anderer Art gefunden: die Ruinen der Reducción San Ignacio Mini, wo Ureinwohner vor den Sklavenhändler bei Missionaren Unterschlupf gefunden haben. Ich vermute mal, die Geretteten mussten als Dank ihren Glauben wechseln. Oder wenigstens so tun, als hätten sie es getan. Hätte ich auch.

4 Kommentare zu „Schlemmertage in Puerto Iguazú“

  1. Jacqueline sagt:

    Toll, Christine!

    Wir sind ja immer mit Fahrzeug auf Reisen und schätzen daran die Unabhängigkeit.

    Freut mich, dass es geklappt hat. Ich hoffe, dass das Reisebudget nicht zu arg zusammenschrumpft – nicht, dass du deine Reise deswegen verkürzen musst!

    Geniesse es, Jacqueline

  2. GZi sagt:

    Genial, und ich finde es ganz ganz klasse, wie Ihr bisher alles meistert! Kulinarische highlights verschönern natürlich das Warten ungemein und zu sehen gibt es ja auch genug! Schön, dass sich das Warten gelohnt hat und Ihr nun gut auf der Weitereise seid!

  3. Erika sagt:

    Hey Super
    Finde es toll das Ihr beide nun auf Rädern unterwegs seid.Weiterhin viel Spass,bin gespannt auf Deinen nächsten Bericht. Liebs Grüessli Erika

  4. Christine sagt:

    @alle: Danke, ja wir geniessen es, frei zu sein! Habe gerade eine Tankstelle mit Wi-fi gefunden und muss das nutzen, um schnell den nächsten Blog zu schicken. Wenn Ihr wieder ein paar Tage nichts von mir hört, ist es nicht, weil ich Euch vergessen habe, sondern weil ich nicht ins Netz komme. Liebe Gruess aus dem Süden
    Christine


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