Im Stundenhotel

15. Februar 2011 von Christine

Vielleicht bin ich ein bisschen naiv, dass ich es nicht gleich gemerkt habe. Doch es sah fast aus wie ein ganz gewöhnliches Motel: vor jedem Zimmereingang war ein Parkplatz. Was mich etwas belustigte, waren die Vorhänge, die, wenn zugezogen beinahe Garagen aus diesen Parkplätzen machten.

Als ich das Zimmer betrat, stutze ich dann doch etwas. Die ganze Wand neben dem Bett bestand aus einem Spiegel. Und langsam dämmerte mir, wo ich gelandet war. In einem Stundenhotel. Gewissheit gaben mir dann die auf dem Nachttischen liegende Fernbedienung für den Fernseher, auf der „Für Erwachsene“ stand und eine Art Briefkasten neben der Türe, der von beiden Seiten geöffnet werden kann. Wohl für diskreten Champagnernachschub. Nun wusste ich auch, wozu die Vorhänge vor den Parkplätzen sind. Es wäre ja zu peinlich, wenn man an diesem Ort das Auto des Nachbarn entdecken würde. Und ich begriff, warum das Hotel „Momento“ heisst.

Internetzugang hat das Momento nicht. Seine Gäste werden sich üblicherweise mit anderen Spielchen als dem Surfen im Internet beschäftigen. Spät in der Nacht hörte ich zwei oder drei Autos vorfahren. Doch als ich um 06.30 Uhr aufgestanden bin, war ich der einzige noch anwesende Gast. Momente eben.

Von der Jugendherberge ins Stundenhotel
Vermutlich wäre ich aber auch geblieben, wenn ich von Anfang an gewusst hätte, was für ein Etablissement das Momento ist. Denn die Fahrt an diesem Tag war wegen sintflutartigen Regenfällen sehr anstrengend gewesen. Das eine Stunde Fahrzeit vorher passierte Dorf Alvear erwies sich als verschlafenes Nest, das nicht ein einziges Hotel aufwies. Und die am Abend zuvor gemachten Erfahrungen, als wir in drei Hotels wegen Tatezi abgewiesen wurden und schliesslich in einer Jugendherberge Unterschlupf gefunden hatten, liessen mich nicht mehr wählerisch sein.

Wir haben gut geschlafen im Momento und ich muss sagen, es war eines der saubersten Hotels, die wir bisher besucht haben. Nach der Nacht in der Jugendherberge sahen meine Beine dagegen aus, als hätte ich Masern. Keine Ahnung mit was für Tierchen ich da das Bett geteilt hatte. Etwas Salbe und die Stiche waren nach zwei Tagen nicht mehr zu sehen. Am liebsten nächtige ich jedoch in den kleinen, familiären Hostels, denn da ergeben sich immer nette Gespräche mit den Betreibern. Ich muss doch mein Spanisch langsam etwas trainieren.

3 Kommentare zu „Im Stundenhotel“

  1. GZi sagt:

    Oh weia, Christine 😉 ich hoffe, sie haben Dir für die ganznächtige Belegung aber einen fairen Preis gemacht! 😉 Und Du hattest Tatezi ja als Schutzhund dabei… Wie gut, dass sie wenigstens auf die Hygiene dort gut geachtet haben. Drück Dir für alle weiteren Erlebnisse fest die Daumen!

  2. Hardy sagt:

    Hallo Schwoscht,
    Vielleicht bist Du mit Bed Bugs (Bettwanze) in Kontakt gekommen. Sehr verbreitet hier in Amerika. Kleine Parasitten, welche in der Bettwaesche und Matraze leben. Wenn man die mal im Hotel hat, bringt man sie fast nicht mehr weg. Ich wuensche Dir alles Gute auf Deiner weiteren Reise!

  3. Sabine sagt:

    Haha, stimmt, in Suedamerika sind Motels etwas anderes als in USA. Und es gibt sie wie Sand am Meer…
    Viel Spass noch… Sabine


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