Bange Momente am Busterminal

1. Februar 2011 von Christine

Eigentlich wollte ich ja von Sao Paulo nach Curitiba fahren. Mich lockte die alte Bahn, der Serra Verde Express, die von dort in 2 ½ Stunden über 41 Brücken und Viadukte nach Morretes fährt. Doch ich hatte keine Chance ein Busticket für Tatezi zu bekommen.

Nicht einmal meine Geheimwaffe half. Der Brief, den mir mein mich behandelnder Rheumatologe mitgegeben hatte und der besagt, dass Tatezi für meine Gesundheit wichtig sei, mir insbesondere Sicherheit beim Gehen gebe. Dieser Brief hatte uns schon dazu verholfen, dass wir uns im Flughafengebäude und Busterminal frei bewegen konnten. Ohne ihn wäre das nur möglich gewesen, wenn ich Tatezi getragen hätte! Sie wiegt 22 kg…

Aber für ein Busticket nach Curitiba hat er leider nicht geholfen. Kurzentschlossen habe ich versucht mein nächstes Ziel, Foz do Iguaçu, anzupeilen. Diesmal hatte ich nach längeren Verhandlungen mehr Glück: indem ich zwei Tickets kaufte, sollte der 15 stündigen Fahrt über 1‘100 km nichts mehr im Weg stehen. Dachte ich. Nur hatte ich die Rechnung ohne den Buschauffeur gemacht. Dessen „Nein“ kam unmissverständlich energisch. Denn, so seine Begründung, sollte sich unterwegs auch nur ein einziger der anderen Passagiere über Tatezi beschweren, müsste ich aussteigen. Irgendwo im Nirgendwo.

Nach ein paar Telefonaten und heftigen Diskussionen, die anderen Passagiere waren längst eingestiegen während wir wie zwei arme Sünder draussen warten mussten, anerbot sich der zweite Chauffeur die Reisenden im Bus zu befragen und nahm zu diesem Zweck meinen Brief mit. Ich kam mir vor wie eine Angeklagte, über die die Geschworenen beraten und schliesslich ein Urteil fällen.

Nach bangen 20 Minuten kam der Vermittler wieder raus. Ein Passagier hatte gegen uns gestimmt. Doch der Verhandlungstaktik der Mitreisenden hatten wir einen Deal zu verdanken: wenn wir unsere guten Plätze in der ersten Reihe gegen die schlechtesten, ganz hinten neben der Toilette, tauschen würden, dürften wir mit. Ich habe nicht lange überlegt.

Die Sitze im Bus waren enorm bequem, etwa so wie diejenigen in der Businessclass in Flugzeugen, die Toilette wurde nur sehr wenig benutzt, da der Bus unterwegs alle drei Stunden angehalten hat, und wir kamen trotz der Verspäteten Abfahrt eine Stunde früher als erwartet, um 08 Uhr morgens, in Foz do Iguaçu an.

Jetzt werden wir ein paar Tage in der Pousada das Flores bleiben, uns von den zwei langen Reisen erholen, früh morgens ausgiebig spazieren gehen und tagsüber im Schatten hängen. Denn Die Temperatur klettert hier auf über 35 Grad, vorgestern sollen es gar 45 Grad gewesen sein.



3 Kommentare zu „Bange Momente am Busterminal“

  1. Hallo ihr beiden,

    ich grüße euch aus der Ferne und bin immer wieder begeistert über eure Erlebnisse. Ich mach auch so gern Urlaub mit Hund und wenn ich so lese was ihr erlebt, dann sollten auch wir uns mal trauen, ganz andere Kontinente zu erobern.

    Weiter so!

    Gabriela Kropitz.

  2. GZi sagt:

    das sieht aber sehr schön aus und ich hoffe, Ihr könnt Euch jetzt erst mal von den Strapazen etwas erholen! Was für Aufregungen! Klasse wie Du/Ihr das meistert! Herzlichste Grüße!

  3. Erika sagt:

    Liebe Christine
    Tapfer,tapfer schlagt Ihr Euch durch,bin so froh das es immer wieder klappt.
    Die Hitze ist sicher für Tatezi auch anstrengend,wie klappt es mit dem fressen?Hebt weiterhin Sorg,liebs Grüessli Erika


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