Die Willkür der Versicherungen

26. September 2010 von Christine

„Wir beziehen uns auf Ihre Bestellung einer Vacanza Reise- und Ferienversicherung für 12 Monate… Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir auf Grund der Risikoprüfung die von Ihnen beantragte Versicherungsdeckung ablehnen müssen.“ Das war die Antwort, die ich von meiner Krankenkasse Visana auf die Anfrage für eine Langzeitreiseversicherung bekommen habe. Es war wie ein Schlag unter die Gürtellinie, nahm mir den Atem und lähmte mich vorerst. Sollte mein Traum nun wie eine bunte Seifenblase platzen? All die Vorfreude und Planung vergebens gewesen sein? Denn ohne Kranken- und Unfallversicherung im Ausland unterwegs zu sein, das will ich denn doch nicht wagen.

Mir war sofort klar, warum ich für die Krankenkasse offenbar ein zu grosses Risiko darstellte. Weil ich im Antragsformular wahrheitsgetreu angegeben habe, dass ich chronische Polyarthritis habe. Das Wort „chronisch“ lässt bei Versicherungen offenbar alle Warnlampen aufblitzen und führt zu einer Absage, ohne genauer nachzufragen wie denn die aktuelle Situation sei. Dank Medikamenten sind meine Schmerzen meist gut unter Kontrolle und die täglichen Spaziergänge mit Tatezi tragen viel dazu bei, dass ich auch wieder gut zu Fuss bin (Meine Therapiehündin). Aber ich ermüde schnell und kann mich nicht mehr länger als 1 ½ bis zwei Stunden konzentrieren. Soll ich deswegen nur noch zu Hause meine Zeit absitzen?

Wie schon so oft, hat mir ein ausführlicher Spaziergang mit Tatezi geholfen meine Gedanken zu ordnen und einen „Schlachtplan“ zu entwerfen. Wieder zu Hause habe ich bei der Versicherung angerufen, wurde x-Mal weiterverbunden und habe jedes Mal meine Situation erklärt. Habe darauf hingewiesen, dass der behandelnde Rheumatologe Prof. André Aeschlimann nichts gegen die Reise einzuwenden habe und sie gebeten, sich bei ihm zu erkundigen. Und ihm liess ich ausrichten, doch Bitte der Versicherung zu sagen, dass ich kein Risikofall sei.

Ein paar Tage später habe ich erneut Post von der Versicherung bekommen: „Nach erneutem Prüfen Ihres Antrages für die Vacanza Langfristversicherung können wir Ihnen mitteilen, dass Sie sich für die gewünschte Zeitdauer von 12 Monaten gemäss unseren Allgemeinen Vertragsbedingen versichern können.“ Mein Freudeschrei war weitherum zu hören. Doch meine Freude wurde getrübt durch den Gedanken, was mit Menschen geschehe, die sich nicht wehren können. Und ich fragte mich: „warum nur muss man sich immer und immer wieder zur Wehr setzen?“

Selbstverständlich hat auch Tatezi eine Versicherung, die für die Kosten von Unfall und Krankheit im Ausland aufkommen würde.

2 Kommentare zu „Die Willkür der Versicherungen“

  1. GZi sagt:

    Gratuliere, dass Du das so gut gemeistert hast! Besonnen und umsichtig nachzuhalen statt einfach nur auf die pauke zu hauen, hilft meistens viel besser.

  2. Christine sagt:

    @Gesa, ich bin nicht unbedingt der Typ, der auf die Pauke haut. Dafür bin ich zäh und lasse nicht so schnell locker. Christine


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