Der Kampf mit vier Leinen

11. Juli 2010 von Christine

Gibt es eigentlich eine Wettkampfdisziplin „Wer kann seinen Hund am schnellsten an die Leine nehmen“? Im Moment wäre ich ziemlich fit dafür, wenn auch ansonsten nach einem Spaziergang, vor allem an einem so schönen Sonntagmorgen wie heute, ziemlich kaputt. Tatezi hat nach ihrer Kastration immer noch Leinenpflicht, damit sie sich, zumindest bis die Fäden gezogen sind, etwas schont. Es gibt für sie im Moment kein Herumtollen mit anderen Hunden, keine Spiele mit mir und auch kein Baden in kleinen Flüsschen. Auch trainieren für die Hundeschule können wir nicht, da wir auf unseren Spaziergängen immer Wuschi, den Hund meiner in den Ferien weilenden Tochter, dabei haben. Also einfach langweiliges spazieren. Das ist für einen Aussie, dem nichts mehr weh tut, das Letzte. Damit sie trotzdem ein bisschen mehr Freiheit hat, sind wir seit drei Tagen wieder mit der Schleppleine (Maibummel) unterwegs. Und das Gentle Leader (Die Macht der Gene) haben wir sowieso immer dabei, wenn auch meist nicht in Gebrauch.

So ein wunderschöner Sonntagmorgen lockt natürlich Velofahrer, Reiter, Jogger und andere Hundehalter früh raus – für Tatezi alles begehrliche Objekte zum Spielen und für Wuschi, sofern er nicht an der Leine ist, Grund laut und ausdauernd zu bellen. Also bin ich sehr aufmerksam unterwegs, scanne die Gegend und höre auf jedes Tripp-Trapp, das Gefahr von hinten signalisiert. Wenn sich uns jemand nähert, gilt es blitzschnell zu reagieren: die beiden Hunde ins „Fuss“ rufen, Tatezi an die normale Leine nehmen, Wuschi ebenfalls und dabei stets aufpassen, dass ich mich nicht in der 11 Meter langen Schleppleine verheddere, die sich immer um meine Beine schlingen will. Ansonsten würde ich, wie auch schon, beim anschliessenden Ausweichen in den Wald oder ins Feld, eine Bauchlandung hinlegen. Kommen Pferd und Reiter, lege ich Tatezi, sofern die Zeit dazu reicht, das Gentle Leader an, damit sie ruhiger ist. Mir fehlen zurzeit mindestens zwei paar Hände!

Zum Glück sind uns heute Morgen fünf Reiterinnen begegnet, die alle ihr Tempo verlangsamt haben und mir so genügend Zeit gegeben haben, mich jedes Mal mit meinen beiden Hunden ins Abseits zu begeben. Warum aber können von hinten kommende Radfahrer sich nicht mit einem Klingeln ankündigen? Und zwar nicht erst wenn sie nur noch drei Meter hinter einem sind. Das erschreckt Mensch und Hund. Mir entfährt dann jeweils ein Schrei, was nicht unbedingt zur Beruhigung meiner Hündin beiträgt. Deshalb ein Aufruf an alle Radfahrer und Radfahrerinnen: bitte denkt daran, dass auch Hundehalter eine gewisse Reaktionszeit brauchen um ihre Hunde an die Leine zu nehmen und kündigt Euer Kommen frühzeitig durch Klingeln an!

Eine Kamera mitzunehmen ist mir im Moment nicht möglich, deshalb gibt es heute ein altes Bild von meinen zwei Vierbeinern.

2 Kommentare zu „Der Kampf mit vier Leinen“

  1. GZi sagt:

    Freu mich, dass es Tatezi schon wieder so gut geht! Die Mail an Dich ist nicht vergessen…!

  2. Christine sagt:

    @Gesa: Aussies sind hart im nehmen. Da sie trotz relativ grossem Bauchschnitt nicht ein einziges Mal gejammert hat, kann ich mir jetzt gut vorstellen, wie starke Schmerzen sie nach der Entfernung der Geschwulst in ihrem Mund hatte. Damals hat sie trotz zusätzlicher Schmerzmittel einen ganzen Tag lang leise gewimmert. Wenn Du Zeit hast, würde mich freuen über Dein Mail. Christine


bloggerei.de blog-webkatalog.de blogwebkatalog.de topblogs.de