Arme Schweine

31. Januar 2010 von Christine

Weit hat es die Menschheit gebracht. Wir können ungeborene Kinder im Mutterleib operieren, einen Turm bauen, der fast einen Kilometer in die Luft ragt oder einen Satelliten sechs Monate durchs All fliegen und dann punktgenau auf dem Mars landen lassen. Aber wir können uns nicht vorstellen, wie es ist, unter einer Schneemasse zu ersticken. Wir können uns nicht ausmalen, wie eine Bombe uns in der Luft zerfetzt. Und was tun deshalb Wissenschaftler? Wie im Tages-Anzeiger zu lesen war, haben österreichische Forscher 29 Schweine bei lebendigem Leibe unter Schneemassen begraben, um den Lawinentod von Menschen zu simulieren. Scharfe Proteste von Tierschützern führten dazu, dass das Experiment abgebrochen werden musste. Zehn Schweine waren allerdings bereits erstickt. Und wozu? Als ob die Resultate dieses Versuches tel quel auf Menschen übertragen werden könnten. Als ob Schneemenge und –konsistenz immer gleich wären.

Und nur ein paar Tage später sorgte ein anderes Experiment für Wut bei Tierschützern: in England sind lebende Schweine in die Luft gesprengt worden. Es ging dabei, so die Nachricht im Tages-Anzeiger, darum, den Effekt von Terrorattacken auf Menschen zu untersuchen. 18 betäubte Schweine hüllten die Froscher in Brandschutztücher und zündeten danach zwei Meter neben ihnen Sprengstoff. Die Tiere liess man ausbluten, um zu überprüfen wie lange sie am Leben blieben. Was für ein sinnloses, grausames Experiment! Oder kennen Sie jemanden, der sich bei Terroralarm betäubt in eine Brandschutzdecke wickelt?

Wieso ist es bei all unserem gemeinsamen Wissen nicht möglich solche Experimente am Computer zu simulieren? Vielleicht müssten sich dazu einfach Wissenschaftler der verschiedenen Fachrichtungen zusammentun anstatt immer im eigenen Gärtchen zu forschen. Diese Woche ist der Einzahlungsschein von Greenpeace gekommen. Ich habe ihn diesmal ohne zu zögern ausgefüllt. Und ich weiss jetzt, warum man von jemandem, dem es wirklich dreckig geht, sagt: „ Er ist ein armes Schwein.“

2 Kommentare zu „Arme Schweine“

  1. GZi sagt:

    Und vor allem: Wozu sollen solche Experimente gut sein? Was sollen sie uns sagen? Würden sie etwas am Verhalten anderer ändern (keine Bomben zu werfen beispielsweise?) Nein, weil die Menschheit zum Teil krank und grausam ist – was ja auch diese Beispiele zeigen. Furchtbar!

  2. doncish sagt:

    Sorry, aber wer sich über dieses Schweineexperiment aufregt der müsste eigentlich diesen Film http://albert-schweitzer-stiftung.de/tierschutzinfos/tiervideos/earthlings auch gesehen und weitere Konsequenzen gezogen haben. So verständlich es ist, sich für diese kleine Gruppe von Schweinen in der Schweiz einsetzen zu wollen, so punktuell und wenig zielführend ist es auch – zumal wenn man dann hergeht und weiterhin billige Wurstwaren, Hühnerbrüste und Steaks mit Fleisch aus Massentierhaltung kauft und genüsslich verzehrt. Wer sich also über dieses Experiment aufgeregt hat, der könnte im nächsten Schritt mal schauen, was er selbst tut (und sei es „nur“ als Konsument der Produkte), um tierquälerische Zustände weiterhin am Leben zu halten. Wenn wir uns alle konsequent für artgerechte Tierhaltung und ein Ende der industriellen Massentierhaltung entscheiden und einsetzen bringt das eine ganze Menge.


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