Die gefährlichen Kampfhasen

1. November 2009 von Christine

Die Zeiten, in denen Tatezi auf unseren Spaziergängen wild an der Leine gezerrt hat, es kaum erwarten konnte bis wir auf freiem Feld waren wo sie herumrennen darf, sind zum Glück Vergangenheit. Ich will nicht sagen, dass sie jetzt immer ganz brav „Fuss“ gehen würde, aber sie ist meist gut führbar. Auf dem Heimweg klappt es sogar sehr gut. Doch seit ein paar Wochen hat sie eine Macke: etwa 50 Meter vor unserem zu Hause geht sie freiwillig hinter mich oder versucht auf die andere Seite auszuweichen. Sie hat ganz offenbar Angst. Aber wovor? Da ist bloss eine Hecke und die war schon immer da seit wir zusammen spazieren gehen. Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich realisiert habe, dass Tatezi Angst hat vor den Hasen, die hinter dieser Hecke in einem grosszügigen Château Lapin hausen. Vielleicht haben sie irgendwann ein unbekanntes Geräusch gemacht, ob dem Tatezi erschrocken ist? Denn dass es wirklich gefährliche Kampfhasen sind, kann ich nicht glauben.

Manchmal ist meine Hündin wirklich ein Angsthase. Und manchmal bringt sie mich damit in Verlegenheit. Wie auf der Heimreise aus unseren Ferien, als wir in Chartre übernachtet haben. Nach langen Autofahrten habe ich immer grossen Appetit auf ein gutes Stück Fleisch, Pommes Frites und einem Glas Wein dazu. Richtig ungesund, aber eine Belohnung muss sein. Tatezi hat sich bis jetzt in Restaurants immer korrekt aufgeführt, vielleicht weil sie weiss, dass sie dann am Ende meiner Mahlzeit noch ein Stückchen vom Fleisch bekommt. Das war diesmal zu Beginn nicht anders. Bis sie plötzlich etwas ganz gefährliches gesehen hat: einen hölzernen Paravent. So ein Ding ist ihr nie zuvor unter die Augen gekommen und entsprechend hat sie reagiert. Hat ein ganz tiefes, gefährliches Knurren von sich gegeben und laut gebellt. Und um auch optisch furchterregend zu wirken, haben sich ihr alle Rückenhaare aufgestellt. Die beiden Männer neben dem Paravant, die vermutlich gedacht haben Tatezis Reaktion gelte ihnen, haben mich entsetzt angesehen. Und sämtliche Augen im Restaurant waren auf uns gerichtet, Gespräche verstummten, alle warteten – die Spannung im Raum war beinahe mit Händen greifbar.

Selten bin ich so schnell aufgestanden und habe Tatezi ins Hotelzimmer geführt. Wohl war mir nicht dabei, sie alleine in diesem fremden Zimmer zu lassen, denn vor dem Restaurantbesuch habe ich bloss mein Gepäck dort deponiert, sie kannte es also kaum. Zum Glück war nichts Gefährliches im Zimmer, denn meine Hündin hat keinen Mucks gemacht. Als ich nach dem Essen zu ihr zurück ging, lag sie auf meiner Jacke und hat geschlafen. Zum Schlummertrunk an der Bar habe ich sie wieder mitgenommen; sie war lammfromm. Musste doch ihr gutes Renommee wieder herstellen. Und tatsächlich hat ein Mann gesagt: „So gefährlich sieht sie eigentlich gar nicht aus.“

Wovor haben Eure Hunde Angst?

4 Kommentare zu „Die gefährlichen Kampfhasen“

  1. DIVA sagt:

    Emma hat Angst vor Heißluftballons, die findet sie ganz gruselig!

  2. Gabi sagt:

    Hallo

    Tja was soll ich sagen, seit Bubu beim Pinkeln bereits zwei Mal mit dem Schwanz an den geladenen Zaun kam, hat er angst vor den grossen Tieren dahinter. Egal wie süss die Kälbchen ihn angucken und rumhopsen weil sie spielen wollen, Wuschi ist schwupps hinter mir und geht mit eingezogenem Schwanz neben mir her…

    Grüessli
    Gabi

  3. GZi sagt:

    Anton habe ich aus dem Tierheim…, da war er schon vier Jahre alt und ich weiß nichts von seinem Vorleben. Fünf Jahre ist er nun schon bei mir, aber Angst vorm Toaster (das Plopp mit dem die fertigen Toast hochkommen) hat er immer noch, dabei müsste er doch eigentlich begriffen haben, dass da gar nichts passiert… aber ich brauche nur die Packung mit Toastbrot zu nehmen und schon rennt er ins entlegendste Zimmer der Wohnung und verkriecht sich unterm Schreibtisch… aber auch Silvester ist gruselig, Männer auf dem Dach (Schornsteinfeger), alle lauten oder unebkannten Gräusche, Wind, Fahnengeflatter lässt ihn zittern wie Espenlaub, ebenso Schüsse und mögen sie noch so leise und weit weg sein… Aber sonst ist er der Draufgänger vor dem Herrn

  4. GZi sagt:

    Eben habe ich noch mal durch Deine Bildergalerie – schön! – geklickt und da fiel mir noch was ein, wovor Anton „Angst“ hat, bzw. was er gar nicht mag: Wasser. Baden in Seen, Förde, Bach kommt gar nicht in Frage, höchstens bis zu den Knöcheln, der Bauch könnte ja nass werden. Höchststrafe ist Duschen, wenn er sich gewälzt hat, auch die Wassersprenge im Sommer ist sehr gefährlich und bei Regen rausgehen – nur wenn es unbedingt sein muss und manchmal denke ich dann, ich habe eine Katze, so wie er stelzt und dann die Pfoten schüttelt…


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