Sanft beruhigt

9. August 2009 von Christine

Der Bär, der Tiger, die Muschel, die Tarantel, Oktopus und Regenwurm – was sich wie die Inventarliste eines Kleinzoos anhört, ist die Aufzählung verschiedener Massagen, die zur Tellington TTouch Methode gehören. Von der Amerikanerin Linda Tellington-Jones ursprünglich für Pferde entwickelt, werden diese Massagen heute bei allen Tieren und auch bei Menschen angewandt. Linda Tellington-Jones war erst Feldenkreistherapeutin, hat diese Methode auch erfolgreich bei Pferden angewandt, aber bald nach einer einfacheren Therapie gesucht, die von allen Menschen beherrscht werden kann. 1983 hat sie den Schlüssel zu wirkungsvoller Körperarbeit am Tier in kreisförmigen Bewegungen gefunden. Je nach zu behandelndem Problem oder Körperstelle sind diese Bewegungen kleiner oder grösser, nur mit den Fingerspitzen (der Wolkenleopard) oder der ganzen Hand (die Muschel) auszuführen. Auch Tempo und Druck variieren.

Wie wohltuend diese runden Bewegungen sind, dass sie Schmerzen und Verspannungen lösen, habe ich letztes Jahr in einem Kurs bei Sylvia Sawitzki erfahren. Neben den Massagen gehören auch Bodenarbeit (Geschicklichkeitsübungen) und das Anlegen eines Körperbandes zu den Methoden, die Linda Tellington-Jones entwickelt hat und die wir geübt haben. Tatezi hat wie üblich überall gerne mitgemacht und die beruhigende Wirkung des Körperbandes war bei ihr sofort zu sehen.

Wie das so ist nach einem Kurs: man nimmt sich vor, das Gelernte nun regelmässig anzuwenden. Doch dann bietet der Alltag 1000 Ausreden, warum man gerade heute keine Zeit dafür hat. Und irgendwie, irgendwann gerät der Vorsatz in Vergessenheit. Nur die Muschel, die ist mittlerweilen zu unserem Abendritual geworden. Bei der Muschel vermittelt die flach aufliegende Hand dem Tier Wärme und Sicherheit. Tatezi, die schon als Welpe immer nervöser als ihre Geschwister war und schneller geatmet hat, lässt sich damit gut beruhigen. Am Tage nach der Operation (siehe letzter Blog) hatte sie starke Schmerzen, hat immer wieder leise gejammert. Die Schmerztablette hat nach ein paar Stunden ihre Wirkung verloren, mehr davon durfte sie nicht haben. Ich habe mich neben sie gesetzt und ganz automatisch haben meine Hände die kreisenden Bewegungen begonnen. Und es hat gewirkt, die Muschel hat ihr die Schmerzen genommen oder sie einfach so beruhigt, dass sie diese nicht mehr gespürt hat.

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