Beim Zahnarzt

2. August 2009 von Christine

Neun Monate Angst sind zu Ende. Die Angst, die nur selten ausgesprochen wurde, denn was man nicht sagt, kann nicht wahr sein, die sich dafür umso drängender immer wieder in meine Gedanken geschlichen hat. Die Angst, Tatezi an einem Krebsleiden zu verlieren.
Es war während unseren Ferien im letzten Oktober, als mein Sohn Niklaus beim Spielen mit Tatezi die Geschwulst im Zahnfleisch über dem rechten Eckzahn entdeckt hat und die Unschuldsvermutung einen gesunden Hund zu haben ein plötzliches Ende nahm.

Höchstwahrscheinlich sei es ein gutartiger Tumor, hat unsere Tierärztin gemeint. Ein Tumor, der allerdings vor allem bei älteren Hunden auftrete. Tatezi war damals 1 ½ Jahre alt, meine Beruhigung deshalb nur Minimal. Eine Biopsie brachte dann die vorläufige Entwarnung: es war ein gutartiges Epuli. Aber auch die können wachsen und wenn man sie zu spät entfernt, müssen oft der Eckzahn und ein Stück vom Kiefer mitentfernt werden. Und vor allem ist die Gefahr gross, dass durch ständige Verletzungen und Entzündungen ein Gewebe entarten, bösartig werden kann. Tatezis Epuli war in letzter Zeit immer wieder entzündet, die Äste, die sie so gerne herumgetragen hat, haben an dieser Schwellung gerieben. Der Zeitpunkt für deren Entfernung war damit gekommen.

Am Dienstag war es dann soweit, wir hatten den OP-Termin beim Zahnarzt im Tierspital Zürich. Noch im Aufenthaltsraum bekam Tatezi die Beruhigungsspritze und erst als deren Wirkung sie schon ein bisschen benommen gemacht hat, durfte ich sie ins Operationszimmer begleiten, sie halten während ihr die Infusion gesteckt wurde und sie streicheln, bis sie schlief. Und keine Stunde später hat mich der Zahnarzt wieder geholt, Tatezi lag noch in Narkose auf dem OP-Tisch und kriegte die Zähne geputzt. Alle, den Eckzahn hat sie nicht einbüssen müssen! Obwohl es ein mitleiderregender Anblick war, meine Hündin so inmitten von Blut, intubiert, die Zunge weit herausragend und mitten darauf ein Blutgerinnsel zu sehen, begann meine Erleichterung zu wachsen. Der Zahnarzt hat, als ich ihm dafür dankte, dass ich Tatezi so begleiten durfte, schmunzelnd gemeint: „Das ist besser für die Tiere und auch für ihre Menschen.“

In der Nacht nach der Operation habe ich kaum geschlafen. Nicht weil Tatezi unruhig gewesen wäre, nein sie schlief tief und fest. Aber mich hat immer wieder eine warme Welle des Glücks überspült, des Glücks, dass alles gut gegangen ist. Und ich bin sicher, wir gehören zu den 83 Prozent, bei denen so ein Epuli nicht nachwächst!

2 Kommentare zu „Beim Zahnarzt“

  1. Tunnelblick sagt:

    Ich wünsch Euch alles Gute und das es nicht wieder kommt.

  2. Gabi sagt:

    Hallo liebe Blogleser und -leserinnen

    ich bin die Tochter der Blogschreiberin und der kleine Hund der ab und zu auftaucht, ist mein Schatz…

    Natürlich ist mir auch die süsse Maus von Mam sehr wichtig und wir waren alle sehr beruhigt, als auch die Nachkontrolle positiv ausfiel! Der Zahnarzt aus dem Tierspital sagt, die Wunde sei prima am verheilen.

    Die Fotos von vor und nach der OP möchten wir nicht allen zumuten, wer aber gerne wissen möchte, wie es zuvor aussah und auch nach der OP, kann dies auf meinem Onlinealbum tun: http://tatezi-wuschi.magix.net/. Unter dem Au au Album sind diverse Fotos die alles dokumentieren. Ausserdem hats da noch mehr Fotos zu den Hunden allgemein, auf dem + und dem – kann man die Seiten blättern… Viel Spass!

    Leider darf Tatezi noch immer keine Stöckli mehr tragen, eigentlich darf sie dies nie mehr, denn die Haut ist sehr zart und könnte leicht einreissen! So werde ich ihr ein Stoffstöckli basteln…

    Ganz liebe Grüsse an ALLE
    Gabi


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