Angst

28. Juni 2009 von Christine

Habe ich doch im letzten Blog geschrieben, ich wolle eine Kranken- und Unfallversicherung für Tatezi abschliessen und hoffe, es verhalte sich dann damit wie mit dem Regenschirm, den, wenn wir ihn dabei haben nicht brauchen würden und wenn wir ihn zu Hause lassen benötigen würden. Die Unterlagen sind zwar bestellt, aber abgeschlossen ist noch kein Vertrag. Wir haben den Schutz noch nicht. Und hätten ihn gebraucht!

Es war ein ganz gewöhnlicher, gemütlicher Spaziergang, Tatezi zottelte, wegen ihrer Läufigkeit immer noch an der Schleppleine, vor mir her. Im Wald blieb sie stehen um ihrem Lieblingsspiel zu frönen: einen Ast aufzuheben und entweder stolz erhobenen Hauptes mit sich zu tragen oder mir zu bringen, in der Hoffnung auf eine ausgelassenes Spiel. Der Ast war gross und krumm und es deshalb nicht einfach, den richtigen Winkel zwischen ihm und Schnauze zu finden. Tatezi dreht sich um sich selber und als sie es endlich geschafft hatte ihr neues Spielzeug mit den Zähnen zu packen und weitergehen wollte, war aus ihrem stolzen Gang ein mitleiderregendes Humpeln geworden. Ich sah keine Verletzung an ihrer hinteren rechten Pfote und überhaupt, mir schien, die Behinderung käme eher aus der Hüfte. Ganz langsam sind wir nach Hause zurück und bis wir dort waren, schien mir ihr Gang schon beinahe wieder normal.

Da dies zwei Tage vor unsere Abreise in die Ferien passiert ist, habe ich trotzdem der Tierärztin telefoniert und noch am selben Nachmittag einen Termin bekommen. Tatezi hat sich geschont und sich gleich auf ihre Decke gelegt. Doch dann ist sie die Treppe hinunter gerannt – und konnte ihr Hinterbein danach gar nicht mehr belasten. Ist hilflos auf drei Beinen da gestanden, hat mich fragend angeschaut und offenbar selber nicht gewusst, was ihr da passiert ist. Mir wurde Angst und Bang und meine sämtlichen Eingeweide zogen sich vor Mitleid mit ihr zusammen. Wo hat sie Schmerzen? Was ist bloss passiert? Ich traute mich nicht an ihr herumzudrücken um den Ort der Schmerzen zu lokalisieren. Und in ein paar Stunden sollten wir ja zur Untersuchung können. Ein grässlicher Gedanke tauchte plötzlich auf: was, wenn sie eine Hüftgelenksdysplasie (HD) hat? Als ich mein Mädchen sicher auf ihrer Decke wusste, bin ich zum PC und habe HD gegoogelt. Hätte ich besser nicht getan, denn was ich da zu lesen bekam, hat meine Angst nur noch geschürt. In diesen drei Stunden bis zum Arzttermin zog sich jede einzelne Minute unsäglich lange hin, ich hatte eine Scheissangst.

Ich wäre der Tierärztin am liebsten um den Hals gefallen, als sie mir sagte, Tatezi habe sich „nur“ eine Zerrung des Sprunggelenkes zugezogen. Mit Schmerztabletten und dem Rat, sie ein paar Tage zu schonen, entliess sie uns wieder. Jetzt sind wir in der Bretagne und statt auf den Felsen herumzurennen, gibt es halt nun gemütliche Spaziergänge. Und mit dem im Garten gefunden kleinen Ast hat sie sich unter die Hortensien zurückgezogen. Ausgelassene Spiele sind im Moment Tabu, denn ich nehme an, bei einem Tier ist es gleich wie bei Menschen: solche Verletzungen brauchen einfach Zeit bis sie heilen.
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5 Kommentare zu „Angst“

  1. Hans sagt:

    Oh Mann, das Foto hier ist ja wunderschön…
    Naja, die Tierärzte sind manchmal nicht ganz kompetent 🙂 Mach dir keine Sorgen, alles wird sich bald verbesseren. Tolle Seite, netter Blog- weiter so! Danke 🙂

  2. Dennis sagt:

    Uih, daß kenne ich. Diesen fragenden Blick des eigenen Hundes, wo man selbst rätselnd und mitfühlend daneben steht und nicht so recht weiss, was zu tun ist. Da hilft einfach nur kühlen Kopf bewahren, abtasten (Schmerz empfindlich, was gebrochen, …), eine gewisse Zeit beobachten (Schonhaltung, verbessert/verschlimmert sich das Bewegungsbild), und wenn keine Besserung eintritt oder ein Winseln das laufen begleitet (was auf akuten Schmerz hindeutet), sofort den Tierarzt konsultieren.

  3. Karl-Heinz sagt:

    So kanns gehen, nur nicht unterkriegen lassen! Das wusste schon der alte Opa Franz „Sport ist Mord“ 😉

  4. Torsten sagt:

    Ist mittlerweile wieder alles Okay?

    Grüße

  5. Klaus sagt:

    Tatezi ist Tapfer. Zum Glück scheint sie sich ja nun gut erholt zu haben.


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