Was kostet die Liebe?

29. März 2009 von Christine

40’000 Franken soll ein Hund während seines Lebens den Halter kosten, habe ich letzte Woche im 20 Minuten online gelesen. Meine Tochter Gabi las fast gleichzeitig im Buch „Tipps vom Hundeflüsterer“ von Cesar Millan die Zahl 11’000 Dollar für die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten. Das mag auf den ersten Blick als viel erscheinen, wird vermutlich jedoch nicht genügen, wenn man alles was für oder wegen dem Hund ausgegeben wird zusammenzählt. Der Budgetanteil des Tierfutters ist bei dieser Buchhaltung ein eher bescheidener Posten. Aber wie viel müsste ich beispielsweise bezahlen, wenn ich den Parkettboden ersetzen müsste, der durch Tatezi’s Krallen ruiniert ist? Oder alleine das grössere Auto, das sich Gabi angeschafft hat damit unsere beiden Hunde es im Kofferraum bequemer haben, verschlingt schon die ganze Summe.

Und was bekommen wir dafür? Liebe lässt sich doch nicht in Franken ausdrücken! Ebenso wenig wie eine bessere Lebensqualität und mehr Gesundheit: Hundehalter bekommen weniger Herzinfarkte, sind glücklicher und fühlen sich besser.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten leiden auch Hunde unter den finanziellen Engpässen ihrer Halter. Verkraften mögen sie noch, dass beim Futter gespart wird, eine Preisklasse tiefer eingekauft wird als bisher. Härter wird es aber wenn sie erkranken. Zunehmend mehr kranke Tiere werden in Tierheimen abgeben – ihre Halter können offenbar die Tierarztkosten nicht mehr bezahlen. Das hört sich brutal an, spricht jedoch doch für die Tierliebe der Betroffenen, denen ein solcher Entscheid sicher nicht leicht fällt. Sie wissen, dass in einem Tierheim ihrem Liebling gut geschaut wird. Mein Vater wäre sicher froh gewesen, hätte es damals, vor langer Zeit, als er noch sehr jung gewesen ist, diese Möglichkeit gegeben. Sein erster Hund hiess Prinz und war ein Deutscher Schäferhund, von meinem Vater innig geliebt. Die Geld- und andere Sorgen gegen Ende des zweiten Weltkrieges waren noch um einiges grösser als diejenigen heute. Das Essen wurde knapp, und zwar für die Menschen. Deshalb entschied meine Grossmutter eines Tages, dass es für Prinz nicht reiche. Grossvater musste ihren Entscheid in die Tat umsetzen und erschoss Prinz.

4 Kommentare zu „Was kostet die Liebe?“

  1. peter sagt:

    Interessant! Besonders wenn man bedenkt, dass fast eine Milliarde Menschen hungern und täglich nur ein Bruchteil des Geldes zur Verfügung haben, was hierzulande ein Hund pro Tag offenbar kostet.

  2. Andrea sagt:

    Hallo

    interessanter Blog! Ich lese die Beiträge immer sehr gerne… Habe selbst einen Hund und finde es spannend die Geschichten von Euch beiden zu lesen. Es spicht tatsächlich für grosse Hundeliebe, wenn Besitzer diese schweren Herzens ins Tierheim geben, weil sie wissen, dass es ihnen dort besser geht.

    Diese Zahlen sind sehr eindrücklich, ich denke es kommt wirklich immer darauf an, was man in die Rechnung einbezieht. Ein Hund der sein Leben lang gesund ist, kostet weniger als einer der Krank ist, einen Unfall hatte oder gebissen wurde. Ein genügsamer Hund braucht keinen Privatunterricht bei einem Hundepsychologe, ein verantwortungsvoller Hundebesitzer nimmt dies aber gerne in Anspruch, wenn er einen etwas aufgeweckten Hund hat, der einfach etwas zu viel Energie hat. Grosse Hunde hinterlassen auf Möbel und Böden grössere Spuren als kleinere… Die einen bekommen Trockenfutter, andere Dosenfutter und wieder andere werden sogar bekocht (Fleisch, Gemüse und Reis…)

    Jeder kann selbst hochrechnen wie teuer sein Hund ist. Mir ist mein Hund jeder Rappen wert! Richtig geschrieben: diese Liebe ist unbezahlbar!

    zu Peter:
    Da hast Du recht, es ist tragisch das diese Menschen nichts zu Essen haben. Aber gehst Du nie in die Ferien? Kaufst Du nie neue Kleider? Leistest Du Dir kein Auto? In jedem Leben eines Menschen aus unserer Gesellschaft findest Du etwas was Du hochrechnen kannst… Frauen lieben Schuhe, die können 100-400.- Fr. kosten 1-2Mal im Monat, oder Kleider oder Schmuck oder alles zusammen… Männer mögen schöne Anzüge oder schicke Autos mit tollen Felgen und sportlichen Pneus… Rechne es hoch, auf 12 Jahre und Du bekommst eine ebeso hohe Summe!

    Liebe Grüsse
    Andrea und Hund

  3. Heidi sagt:

    Die kostet bestimmt viel…wie auch man hier sehen kann:)Sehr interessanter Artikel.Das ist ja eine hervorragende Geschichte.Ich bin begeistert.

  4. Ralf sagt:

    Es gibt ja auch solche „Rechnungen“, was ein Kind bis zur Volljährigkeit kostet. Der Focus kommt hier auf 120.000 Euro. Soll man deswegen auf Kinder verzichten? Muss für alles eine betriebswirtschaftliche Rechung aufgemacht werden?
    Einen Hund artgerecht zu halten, ist ein teures „Hobby“. Dessen sollte man sich bewußt sein.
    @ Andrea: Du hast Recht, wenn einem etwas Wert ist, dann sollte man es machen.
    @ Peter: Dann musst du aber alles in Frage stellen: Autos, Bio-Lebensmittel, Luxusgegenstände, Essen-Gehen usw.

    Schöner Artikel!


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