Meine Therapiehündin

15. Februar 2009 von Christine

Therapiehunde müssen eine Ausbildung machen bevor sie eingesetzt werden und mindestens zwei Jahre alt sein. Für mich jedoch ist Tatezi mein ganz persönlicher Therapiehund, von dem Moment an, als ich sie zum ersten Mal gestreichelt habe. Sie war noch so klein, gerade mal drei Wochen alt, dass ich mich kaum getraut habe sie hoch zu heben. Das Gefühl, das mich dabei durchströmte, liess alle Alltagssorgen in den Hintergrund treten. Und das ist bis heute so geblieben! Ich schaue sie an oder streichle ihr weiches Fell und meine Mundwinkel zeigen automatisch nach oben. Auch wenn sich die Farbe ihrer Augen mittlerweilen verändert hat, ist die Intensität ihres Blickes geblieben. Letzthin hat eine Trainerin in der Hundeschule zu meiner Tochter Gabi gesagt: „Wenn sie mich anschaut, habe ich das Gefühl, sie blicke mir direkt in die Seele.“

Ein paar Tage bevor ich die zehn Wochen alte Tatezi zu mir holen konnte, hat sich die chronische Polyarthritis, die ich überwunden geglaubt hatte, wieder bei mir bemerkbar gemacht. Das Gehen fiel mir schwer, Treppen steigen war nur unter grossen Schmerzen möglich und in den Händen hatte ich so wenig Kraft, dass ich eine Tasse nur mit beiden Händen hochheben konnte. Zweifel stiegen in mir auf, ob ich so einem Hund gerecht werden könne. Meine Kinder versprachen mir zu helfen und so wagte ich es, Tatezi zu mir zu nehmen. Zum Glück braucht ein junger Hund anfangs nur wenig Auslauf, dafür mehrmals täglich. Und schliesslich hatte mir der Arzt, gewissermassen als ergänzende Therapie zu den Medikamenten, auch tägliche Spaziergänge verordnet, die ich ohne Hund nie gemacht hätte. Jetzt aber musste ich, und es ging! Anfangs unter Schmerzen, doch die liessen mit der Zeit nach. Tatezi wurde grösser und unsere Spaziergänge langsam ausgiebiger. Gemeinsam haben wir unsere Kondition gesteigert. Mindestens vier bis sieben Kilometer gehen wir heute täglich zusammen, unterbrochen natürlich von Spielsequenzen und immer gehört auch ein wenig Gehorsamkeitstraining dazu. Ich bin sicher, ohne meine Hündin, meine persönliche Fitnesstrainerin, wäre ich heute nicht so gut zu Fuss.

4 Kommentare zu „Meine Therapiehündin“

  1. Wale Liniger sagt:

    Chrige,
    Ich habe Dein bisheriges Schreiben mit Interesse verfolgt, mich dabei jedoch oefters gefragt, wieso Dein Blog heisst wie er heisst. „Auf den Hund gekommen“ gehoert ja zu den Ausdruecken, die viele Interpretationen zulassen. Und so bringt diese Kolumne dem Leser den Schreiber (oder eben, die Schreiberin) etwas naeher. Ich wuensche Dir den Mut, Dich ab und zu dieser Schreibrichtung und -tiefe weiter anzuvertrauen. Wale

  2. Daniela und Pumo sagt:

    Hallo

    Ich lese deinen Blog immer mal wieder und freue mich immer über die Geschichten von Tatezi. Mein Begleiter ist (u.a.) Pumo vom Waldacker. Er ist mein Goldstück 🙂

    Herzliche Grüsse
    Daniela

  3. Christine sagt:

    Hallo Daniela,

    Danke! Ist Pumo ein Aussie oder ein Berner? wünsche Euch auf jeden Fall eine gute Zeit und viel Freude zusammen!
    Liebe Gruess
    Christine

  4. Liebe Christine

    Ein Aussie tricolor.

    Grüessli
    Daniela


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