Die Macht der Gene

8. Februar 2009 von Christine

Australian Shepherd Hunde sind, wie der Name sagt, Hütehunde. Und eigentlich sollten sie Schafe hüten – bloss, ich habe keine Schafe! Zudem hat Tatezi ausgerechnet vor Schafen Angst, seit sie als Welpe in einen elektrischen Zaun einer Schafweide geraten ist. Dafür möchte sie Pferde einfangen, rennt dazu auf sie los und versucht sie in den Schwanz zu beissen. Das heisst, sofern das Pferd mit Reiter daher kommt. Mit Mensch alleine oder Pferd alleine hat sie keine Probleme, bloss in der Kombination bringt es sie fast zum Durchdrehen. Und mich manchmal auch.

Noch schlimmer war es mit Autos. Irgendwie hat sie ihren Hütetrieb von Schafen auf Autos übertragen, weshalb es in der Stadt, bei regem Verkehr, fast nie Probleme gab. Da ist die Herde ja schön beisammen. Begegnete uns aber auf einer Quartierstrasse ein einzelnes Auto, dann wollte sie dieses versprengte, von der Herde abgekommene Vehikel einfangen. Stundenlang haben wir zusammen mit Sonja Doll (siehe Link) und alleine geübt, dabei viele Dutzend Würste verfüttert, erst um sie abzulenken wenn ein Auto vorbeifuhr und später zur Belohnung, wenn sie dieses nicht beachtet hat. Hilfreich war uns bei diesem Training auch das Gentle Leader, ein spezielles Hundehalfter, das den Hund einerseits durch Druck auf Reflexpunkte auf dem Nasenrücken und im Nacken beruhigt und womit er sich andererseits ohne Kraftaufwand führen lässt.
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Einzelne Autos auf Quartierstrassen sind heute kein Problem mehr für uns. Aber dass das Jagen, zum Hüten und nicht zum Töten, unauslöschlich in ihren Genen verankert ist, musste ich diese Woche gleich zweimal feststellen. Das kleine, orange Fahrzeug der Gemeinde, das uns auf einem Waldweg entgegenkam, habe ich lange vor ihr gesehen und sie schnell an die Leine nehmen können. Und da ich darauf gefasst war, habe ich auch ihren Sprung in die Leine auffangen können. Beim zweiten Mal hatten wir weniger Glück, ich habe Reiter und Pferd nicht gesehen und Tatezi hat sie vor mir gehört. So gut sie ansonsten gehorcht wenn ich sie rufe, diesmal hatte ich keine Chance. Tatezi ist auf das Pferd zugerast und hat versucht dieses in den Schwanz und die Beine zu kneifen, so wie sie es eben bei einem verirrten Schaf tun müsste. Das Pferd wurde unruhig und mir Angst und Bange. Zum Glück hat der Reiter mit seiner Gerte leicht auf Tatezi eingeschlagen, so dass sie zurückwich. Vielleicht hat sie dadurch etwas gelernt?

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