Heimweh, Sehnsucht – jetzt weiss ich wirklich was das bedeutet. Dabei hatte ich mich auf die drei Wochen in der RehaClinic Zurzach gefreut und konnte mit ruhigem Gewissen gehen, denn meine Hündin Tatezi war bei meinen Kindern Gabi und Niklaus bestens aufgehoben. In den ersten beiden Wochen habe ich sie auch nicht gross vermisst, mein Tagespensum an Therapien liess dazu gar keine Zeit übrig. Nur, dann kam eben Weihnachten und ich durfte für 20 Stunden zu meiner Tochter nach Hause. War das eine Begrüssung! Wild war sie, und nass von Tatezis langer Zunge… Zum Glück war ich nicht geschminkt, ansonsten hätte ich danach wohl wie ein modernes Bild ausgesehen. Man sah Tatezi an, dass sie glücklich war, ihr ganzes Rudel wieder einmal beisammen zu haben: schwanzwedelnd ging sie mal zum einen, mal zum anderen.
Selbstverständlich bekam auch Tatezi ihre Geschenke, zwei grosse Knochen und einen extra harten Ball, den sie, so dachte ich, nicht gleich zerlegen könne.
Die 20 Stunden waren viel zu schnell vorbei und jetzt viel mir der Abschied für nochmals fünf Tage schwer. Zähflüssig verliefen diese letzten Tage, unterbrochen nur von wenigen Therapien. In den langen Stunden dazwischen habe ich mir immer wieder das Fotoalbum, natürlich voller Hundefotos, angeschaut, das mir Gabi zu Weihnachten geschenkt hat. Was meine Sehnsucht nur noch vergrösserte. Ob es meiner Hündin ähnlich ergangen ist? Können Hunde traurig, verletzt sein? Und ihre Enttäuschung zeigen? Auf jeden Fall hat sie mir, als ich sie endlich abholen konnte, erst mal die kalte Schulter gezeigt. Hat ganz eindeutig ihre Prioritäten anders als von mir erwartet gesetzt: ein Schweineohr war ihr lieber als ich! Zum Glück ist so ein Ohr schnell verputzt und ich kam dann noch in den Genuss einer zärtlichen Begrüssung.
Die Tage zwischen Weihnachten und Sylvester sind ja auch immer geprägt von Rückschauen und Ausblicken auf das kommende Jahr. Mit den gefassten Vorsätzen hoffen wir wohl alle, die kommenden Ereignisse irgendwie beeinflussen zu können. In den Tagen, als die Sehnsucht mich fast körperlich schmerzte, habe ich mir vor allem vorgenommen, in diesem Jahr viel Spass mit meiner Hündin zu haben.
Hallo Christine
Super Blog. Wir freuen uns immer auf einen neuen
Artikel von Euch.
Die sehr spannend und humorvoll geschrieben sind.
Liebe Grüsse Euch allen
Renate, Leslie und Tarek