Der seltsame Fluss der Zeit

8. März 2010 von Christine

Trauer hält die Zeit an und lässt sie gleichzeitig viel zu schnell vergehen. Ich weiss nicht, wo die vergangenen zwei Wochen geblieben sind und trotzdem kommen sie mir wie eine halbe Ewigkeit vor. Die letzten Tage mit meiner Mutter liegen so lange zurück und sind doch erst gerade gewesen. Danach gibt es viel zu organisieren und dabei darf der Alltag nicht vergessen werden. Meine Spaziergänge mit Tatezi haben mir dabei sehr geholfen. Und während wir durch den bitterkalten Wind trotteten, purzelten in meinem Kopf die Gedanken wie die farbigen Teilchen eines Kaleidoskops durcheinander. Jahrzehnte zogen vorbei, kreuz und quer. Erinnerungen an den Märchenbaum, unter dem uns unsere Mutter immer Geschichten erzählt hat, tauchten spontan auf. Unsere Reise nach Paris, auf der ich, damals 18-jährig, unbedingt die berühmt-berüchtigten Quartiere sehen wollte und wie meine Mutter eben da Angst um uns bekam, weil wir von den Frauen als wilde Konkurrenz angesehen wurden. Wie oft haben wir danach über diese Episode zusammen gelacht!

Dazwischen kamen auch die Gedanken an die Zeit hoch, in der wir es zusammen nicht einfach gehabt haben. Und wie wir wieder zueinander gefunden haben. Immer wieder störte die Gegenwart diese Erinnerungen, das Suchen eines Pfarrers, der uns an einem Montag, dem „Pfarrerssonntag“, die Abdankung halten würde, der Ärger mit der Druckerei und vieles mehr. Dazwischen wohltuende Gespräche mit Freundinnen, Verwandten und Nachbarn. Vermutlich kommt einem deshalb diese Zeit so unwirklich vor, weil man sich wohl kaum je sonst im Kopf so wild durch die Jahrzehnte bewegt.

Die letzten Gespräche mit meiner Mutter, bei denen ich ihr versprochen habe, auf dem Machu Picchu an sie zu denken, verbinden Vergangenheit und Zukunft. Denn vermutlich war sie es, die den Samen zu diesem grossen Wunsch von mir, der Reise durch Südamerika, in mir gelegt hat. Wir wollten einmal zusammen die verlorene Stadt der Inkas besuchen. Nun werde ich ohne sie gehen, sie aber in Gedanken mitnehmen.

Bretagne Regenbogen

Diesen Regenbogen haben wir in unseren letzten gemeinsamen Ferien in der Bretagne gesehen.

Abschied

28. Februar 2010 von Christine

Wir haben dich lieb!Gestern ist meine Mutter gestorben. Die Emotionen sind noch viel zu frisch, um ihr hier würdig zu gedenken. Ich wünsche ihr eine gute Reise und hoffe, sie wird, wie sie es sich so sehr gewünscht hat, jetzt bald bei meinem verstorbenen Vater und Bruder sein.

Bin ich eine Tierquälerin?

21. Februar 2010 von Christine

Tatezi sucht das SpielzeugDie letzen drei Wochen waren happig. Für Tatezi, aber auch für mich. Die Hormone haben mein Hundemädchen so durcheinander geschüttelt, dass sie nicht mehr wusste wo oben und unten ist. Zu Beginn ihrer Läufigkeit hat sie von morgens bis abends gejammert, leise gewinselt oder vor der Türe lautstark kundgetan, dass sie raus wollte. Sie hat [...]

Im Hotel kommt ein Mann billiger als ein Hund

14. Februar 2010 von Christine

Wer hätte das gedacht, dass man sich nach 15 Jahren, mit zwei bis drei jährlichen Fahrten in die Bretagne, auf dieser Strecke noch verfahren kann? Ich habe dieses Kunststück vor 10 Tagen geschafft. Und wie! Habe eine Abzweigung verpasst und bin so nord- statt westwärts gefahren. Nicht so schlimm, habe ich mir gedacht, denn die [...]

Ein paar Schneebilder

7. Februar 2010 von Christine

Tatezi mit HöschenChristine ist zurzeit in der Bretagne.
Da ihr Laptop streikt, lade ich diese Woche einfach ein paar kürzlich geschossene Bilder rauf.
Gruss Niklaus

Arme Schweine

31. Januar 2010 von Christine

Weit hat es die Menschheit gebracht. Wir können ungeborene Kinder im Mutterleib operieren, einen Turm bauen, der fast einen Kilometer in die Luft ragt oder einen Satelliten sechs Monate durchs All fliegen und dann punktgenau auf dem Mars landen lassen. Aber wir können uns nicht vorstellen, wie es ist, unter einer Schneemasse zu ersticken. [...]

Zum Glück nicht geputzt

24. Januar 2010 von Christine

Tatezi dreckigEs gibt Tage, die sollte man einfach aus der Agenda streichen können. Gestern war so einer. Ich bin erwacht und wusste bereits vor dem Aufstehen, dass mein seelisches Gleichgewicht massiv gestört war. Also ging ich es ruhig an, habe vier statt der üblichen drei Tassen Tee getrunken, die ich normalerweise brauche um den Tag entspannt [...]

¡Hola! ¿Que tal?

17. Januar 2010 von Christine

Tatezi in der TransportboxIm August habe ich von meinem grossen Wunsch, einer Reise durch Südamerika, geschrieben (Ich habe einen Traum). So eine grosse Reise, sie soll mindestens sechs Monate dauern, muss natürlich gründlich vorbereitet werden. Da der voraussichtliche Start im Januar 2011 sein wird, bleibt mir zum Glück noch ausführlich Zeit dazu. Vor zwei Monaten habe ich den [...]

Ein Jahr Hundeblog

10. Januar 2010 von Christine

Tatezi und Wuschi Diese Woche haben wir Geburtstag gefeiert, am 4. Januar 2009 wurde der erste Hundeblog unter dem Titel “Heimweh” online geschaltet. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um mich bei meinem Sohn Niklaus und meiner Tochter Gabi zu bedanken. Niklaus ist für das Technische und die Grafik verantwortlich, von Gabi stammen die meisten Bilder in diesem Blog. [...]

Das Ende der lebendigen Geschenke?

3. Januar 2010 von Christine

Klein Tatezi immer im MittelpunktNachdem ich mich im letzten Beitrag über das Verbot von acht Rassen im neuen Hundegesetz, das seit dem 1. Januar im Kanton Zürich in Kraft ist, geärgert habe, muss ich jetzt doch noch schreiben, dass das Gesetz auch viel Gutes beinhaltet. Vor allem für Hunde! Wie viele Hunde wurden gekauft, weil sie als Welpen so [...]

Sippenhaftung

27. Dezember 2009 von Christine

Klein Tatezi und AlbyDas Klima ist rauer geworden. Hundehalterinnen und Hundehaltern bläst ein kalter Wind um die Ohren. Ihren Hunden erst Recht. Am kommenden Freitag tritt im Kanton Zürich das neue Hundegesetz in Kraft. Weil ein paar erbärmliche Typen ihr nichtexistentes Selbstbewusstsein nur durch das Scharfmachen ihrer Hunde aufbessern konnten oder sie dermassen quälten und schlecht behandelten, dass [...]

Three Dog Night

20. Dezember 2009 von Christine

Bett vorwärmenDie Rekorde jagen sich: von den tiefsten Dezembertemperaturen seit Jahrzehnten ist heute in den Zeitungen zu lesen. In Basel war es letzte Nacht mit -16,0 Grad so kalt wie seit 1964 nicht, Luzern erreichte gar mit -16,1 Grad den tiefsten Wert seit Messbeginn 1931 und in dem im Neuenburger Jura gelegenen La Brevine, dem Tiefkühlschrank [...]

Die Bagger rücken näher

13. Dezember 2009 von Christine

Die Bagger rücken näherBald ist es zu Ende mit unseren Spaziergängen direkt von zu Hause aus. Zumindest für die nächsten drei Jahre. Wir wohnen am Stadtrand von Winterthur, nur zirka 100 Meter trennen uns von der Landwirtschaftszone und gleich dahinter beginnt der Wald. Durch die leichte Hügellage dieser Wiesen kann von ihnen aus der Blick über die Stadt, [...]

Tatezi liebt Pokern

6. Dezember 2009 von Christine

PokerfaceStimmt, Tatezi liebt es sehr, wenn wir, meine Tochter Gabi,mein Sohn Niklaus und ich zusammen pokern. Dann ist nämlich ihr ganzes Rudel zusammen, inklusive Gabis Hund Wuschi. Sie weiss vor lauter Aufregung jeweilen gar nicht, wen sie zuerst begrüssen soll, rennt von einem zum anderen und möchte wohl am liebsten gleichzeitig alle zusammen „umarmen“. Und dann gibt es erst noch [...]

Der Tanz der Viren

29. November 2009 von Christine

Tatezi und WuschiSchweinegrippe, gewöhnliche Grippe und Erkältungen jeglicher Couleur machen zur Zeit bei uns wohl irgend einen Wettkampf, wer die meisten Opfer befallen kann und lähmen damit unser soziales Leben. Ich hatte zweimal mit meiner Freundin Margrit für Kino abgemacht, wir wollten uns „Giulias Verschwinden“ ansehen, doch beide Male mussten wir absagen. Erst war sie krank und [...]

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